<< Martitz, Ferdinand von
Martius, Carl Ritter von >>
Martius.
(evangelisch)
Leben ↑
Das weitverzweigte, aus dem Egerland stammende Geschlecht, das seinen Namen von „Merz“ herleitet, ist vor allem in geistlichen Berufen sowie in den Naturwissenschaften und der Medizin durch eine Vielzahl von
z. T. bedeutenden Repräsentanten vertreten. Als Stammvater gilt der Schneidermeister
Egidius (1585–1641) in Asch.
Georg Sigismund (1628–1712) war Pfarrerund poeta laureatus in Wittenberg. Zum
sächs. Zweig der Familie gehören auch der Hotelbesitzer und Weinhändler
Johann Georg (1671–1750) und sein Sohn
Johann Heinrich (1706–75) in Leipzig, der Kaufherr und Stadtrichter
Gottlob Leberecht (1757–1804) in Hohenstein-Ernstthal und sein Sohn
Friedrich Christian (1784–1846), der Pächter des dortigen „Ratskellers“, ferner der Leipziger Textilexporthändler
Ernst (1773–1847), sein Sohn
Ernst (1806–63) und dessen Sohn
Ernst (1842–1911), die eine „Ernst-Martius-Stiftung“ begründeten, sowie der Apotheker und Stadtrichter
Johann Heinrich Samuel (1746–1821) in Radeberg und sein Sohn
Gustav Heinrich v. M. (Adel 1817, 1781-1831).
Dr. med. und Verfasser zahlreicher naturwissenschaftlicher und historischer Schriften. Aus dem
bayer. Zweig der Familie ragen der
|Botaniker
Carl v. M. (s. 1) und sein Sohn, der Chemiker
Carl Alexander (s. 2). hervor. Ein Bruder des Botanikers,
Theodor (1796–1863), Apotheker, 2. Bürgermeister, Professor der Pharmazie und Pharmakologie in Erlangen, machte sich um die Organisation des Apothekenwesens verdient und begründete eine bedeutende Arzneien-Sammlung (s.
BLÄ). Sein Sohn
Carl (1828–98) war Obermedizinalrat in Erlangen, dessen Sohn
Georg (1865–1949) Militärarzt (zuletzt Generalarzt).
Ferdinand (1811–89), Hofbaumeister in Kamenz (Niederschlesien), erbaute das dortige Schloß.
Gottfried (Götz) (1853–1927) war Professor der Philosophie in Kiel, seine Tochter
Elisabeth (Lilli) (1885–1966) dortselbst Professorin der Kunstgeschichte. Sein Sohn
Georg (1884–1951), Diplomat, war Mitglied der deutschen Delegation zum Völkerbund und der Europ. Donaukommission, 1932-34 Gesandter in Riga, zuletzt Richter am Kammergericht in Berlin (s. Rhdb.,
P). Dessen Sohn
Walter (
* 1919) ist Textilfabrikant in Wuppertal. Bedeutende Mediziner waren der Internist
Friedrich (1850–1923), Professor in Rostock, Begründer der Konstitutionslehre, und sein Sohn, der Gynäkologe
Heinrich (s. 3). Dessen Schwester
Hedwig Conrad-
M. (1888–1966), Philosophin, lehrte als Honorarprofessorin an der
Univ. München.
Friedrich Wilhelm (
* 1888) war leitender Direktor der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (s. Rhdb.,
P). Carl (
* 1906). ein Enkel des Hofbaumeisters Ferdinand, war Professor der Chemie in Zürich (s.
Pogg. VII a).
Martius, Carl Ritter von
Martius, Carl Alexander von
Martius, Heinrich