<< Bremer, Friedrich Franz Dietrich Graf von
Bremiker, Carl >>
Bremer, Otto
Germanist,
* 22.11.1862 Stralsund,
† 8.8.1936 Halle. (evangelisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
V Buchhändler in Stralsund;
⚭ 1906 Kareline Lange, geborene Brömmel; 1
T, 2
Stief-K.
Leben ↑
Nach dem Studium der germanischen Philologie, das er mit der Leipziger Doktorschrift über „das germanische ē, die lautgesetzliche Entwicklung des indogermanischen ē in den ältesten germanischen Sprachen“ (in: P. Braunes
Btrr. 11, 1885) abschloß, habilitierte er sich an der Universität Halle mit einer „Einleitung zu einer amringisch-föhringischen Sprachlehre“ (in: Niederdt.
Jb. 13, 1887). Er ist damit in den Kreis der Mundartforschung an deutschen Universitäten getreten, hat eine „Sammlung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten" (1893 bis 1926) nach einheitlichem Plan herausgegeben. Er besteht auf strengster Beobachtung des Lautlichen und erkennt in Laut und Form wohl ein geschichtlich Gewordenes. Aber die gesprochene Sprache ändere sich nicht so sehr auf lautgesetzlichem Wege, sondern durch bestimmende Einwirkung jeweils der jüngeren Generation. Als erstes Heft dieser eigenwillig geleiteten Sammlung, gewissermaßen als Einleitung in die Reihe selber, hat er eine „Deutsche Phonetik" (1893) geschrieben und dieser eine selbständige „Lautschrift“ (1898) beigefügt. Seine Abgrenzung der deutschen Mundarten ist der „Bibliographie der deutschen Mundartenforschung“ von Ferdinand Mentz (1892) zugrunde gelegt. Eine eingehende Darstellung der deutschen Mund
|arten mit einer von ihm entworfenen Mundartenkarte hat er in Brockhaus' Konversasationslexikon (
141894 und
151929) geboten. Mit all dem kam Bremer in Gegensatz zum Sprachatlasunternehmen Georg Wenkers, zu dem er sich in den „Beiträgen zur Geographie der deutschen Mundarten …“ (1895) kritisch äußerte.
Werke ↑
Weitere W Ethnogr. d.
german. Stämme, in: Grundriß d.
german. Philol.,
hrsg. v. H. Paul,
Bd. 3,
21904;
Dt. Lautkde., 1918, u.
Dt. Lautlehre, 1918
(f. d. Höhere Schule).
Literatur ↑
Hallesches
Ak.-Vademecum I, 1910, S. 254-56.
Autor ↑
Otto BaslerEmpfohlene Zitierweise ↑
Basler, Otto, „Bremer, Otto“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
581 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116482397.html