<< Abele von und zu Lilienberg
Abele von und zu Lilienberg, Matthias >>
Abele von und zu Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherrr von
österreichischer Staatsmann,
* 1628 Wien,
† 1685 Wien. (katholisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
⚭ Catharina von Altmannshausen.
Leben ↑
Zu Verhandlungen mit den dänischen Gesandten 1657 zugezogen, 1665 als Sekretär der österreichischen Hofkanzlei mit dem Prädikate von und zu Lilienberg Erbherr auf Hacking ausgestattet, 1668 Geheimer Sekretär und Referendarius der innerösterreichischen Lande, 1671 ständiger Schriftführer und Referent der Geheimen Konferenz, nach dem Sturz des Grafen G. L. von Sinzendorff 1681 Hofkammerpräsident und Geheimer Rat, erschien Abele von und zu Lilienberg als wichtige Persönlichkeit des Tribunals über die ungarischen Rebellen Zrinyi, Frangipan und Tattenbach (1670–71), der Konferenz, welche 1672 über die Einrichtung eines neuen Gouvernements in Ungarn, die Aufrichtung einer absoluten Regierung und die Angleichung des Königreichs an das böhmische Muster berufen wurde wie der Kommission, welche die Anklage gegen Lobkowitz aufsetzte (1674); er führte die Verhandlungen mit Bischof Ch. B. von Galen von Münster, um ihn für die Einigung Deutschlands gegen Ludwig XIV. zu gewinnen (1674); er entwarf, die rechte Hand des Hofkanzlers P. von Hocher, die wichtigsten Konzepte und arbeitete die Vorträge an den Kaiser aus. Seit mit der Einrichtung einer eigenen österreichischen Hofkanzlei (1620) die Lockerung Österreichs vom Deutschen Reich begann, wurde die Geschichte der Reichskanzlei zum aussichtslosen Kampf gegen die Hofkanzlei, die in Abele von und zu Lilienberg einen hervorragenden Juristen besaß. In seiner Wien 1668 gedruckten „Gegen-Deduction der österreichischen Jurium“ widerlegte er die vom Stift Bamberg beanspruchte Exemption der in Kärnten gelegenen Herrschaften von der landesfürstlichen Jurisdiktion. 1670-80 legte er die Spezialregistratur für die diplomatischen Akten der Hofkanzlei an.
Literatur ↑
ADB I;
A. F. Pribram, F. P.
Frhr. v. Lisola (1613–74) u. d. Politik seiner Zeit, 1894, S. 686 f.;
O. Redlich, Österr.s Großmachtbildung in d. Zeit Kaiser Leopold I., 1921, S. 260, 264 f., 274 f.;
L. Gross, Der Kampf
zw. d. Reichskanzlei u.
österr. Hofkanzlei, in:
HV 22, 1924, S. 301 ff.;
L. Bittner, Gesamtinventar d. Wiener Haus-, Hof- u. Staatsarch. I, 1936, S. 397, III, 1938, S. 258.
Autor ↑
Heinrich BenediktEmpfohlene Zitierweise ↑
Benedikt, Heinrich, „Abele von und zu Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherrr von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
14
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116002034.html
<< Abel, Sigurd
Abele, Johann Martin >>
Abele, Christoph Ignaz
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Abele: Christoph Ignaz
A.
, von und zu
Lilienberg,
geb. zu Wien 1628, † daselbst 12. Oct.
1685, Sprößling einer schwäbischen Familie aus dem
Breisgau; unter Kaiser Max I. erscheint
ein
A.
im Hofdienst; 1547 erwarben die
A.
den Adel und wurden in Nieder-Oesterreich und
Steiermark landsässig. Die hohe Stellung und das Ansehen dieser
Familie knüpfen sich vorzugsweise an den oben Genannten, welcher,
vermöge seiner tüchtigen juridischen Bildung und Verwendbarkeit in
Hofsachen, gleichzeitig mit dem bekannten bürgerlichen
Emporkömmlinge Hocher, seinen Weg durch den höhern Staatsdienst
machte. 1665, 5. Nov., von Kaiser Leopold I. mit dem Prädicate von und zu
Lilienberg, Erbherr auf Hacking ausgestattet,
kaiserlicher Hofsecretär, innerösterreichischer Referendarius, und
als solcher seit 1666 oder 1667 mit einem wichtigen Zweig von
Geschäften bedacht (um diese Zeit auch den "neuen"
Rittergeschlechtern eingereiht), — gewann
A.
einen mächtigen Vorsprung in seiner Laufbahn durch
seine Rührigkeit und Geschäftskenntniß in dem verhängnißvollen
Processe, den die Magnatenverschwörung Ungarns (1667—70)
herbeigeführt. Er wurde eine der Hauptpersonen des
Untersuchungstribunals und namentlich in dem Tattenbach'schen
Handel verwendet (1670—71). 1674 den "alten" Rittergeschlechtern
einverleibt, war
A.
ein einflußreiches Mitglied des geheimen Conserenz-
oder Minister-Rathes, wie dies z. B. der schwedische Gesandte,
Esaias Pufendorf (1675), ferner die gleichzeitigen andeuten. Der
Sturz des Hofkammerpräsidenten Sinzendorf verschaffte ihm (1679)
die Direction der Hofkammer; um dieselbe Zeit wurde er in den
Freiherrnstand erhoben. Zwei Jahre später dem Herrenstande
einverleibt, Geheimer Rath und Hofkammerpräsident, und hiermit auf
der Höhe seiner Laufbahn, resignirte
A.
1683 freiwillig auf das letztere schwierige Amt, blieb
aber ein Mitglied der geheimen Conferenz, wurde 1684 in den
Grafenstand erhoben und erscheint um diese Zeit als
Regierungscommissär bei den ungarischen Ständen, starb aber bald
darauf. —
A.
trat auch als rechtshistorischer Schriftsteller auf,
und zwar 1668 mit dem 12 Foliobogen starken Tractate u. d. T.:
"Kurtze doch wahrhaffte in jure et facto
wolbegründete Gegen Deduction der oesterr.
Jurium wider die von dem löbl. fürstl.
Stifft Bamberg auff gegenwärtigem Reichstag zu Regenspurg
abgegebene Informations Schrifft: Specimen facti etc."
Sein Bruder
Matthias,
Bergwerksbeamter in Steier, Dr.
juris und comes palatinus und seit
1652 Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, schrieb Anekdoten
in Proceßform: "Metamorphosis telae
judiciariae." 1651. 1668. 1712. — "Vivat Unordnung!" etc. 1669. 1670—75. — "Fiscologia oder Communitätscasse zu
Grillenberg." 1672. Vgl. Goedeke, Grundriß.
Literatur ↑
Wißgrill, Schauplatz des landsässigen niederösterr. Adels. Bd.
I. S. 44 ff.
A.
Wolf, Die Hofkammer unter K. Leopold I. (in den Sitzungsberichten d. Wien. Ak. d.
W. 1853) und (von dems.): Fürst Wenzel Lobkowitz, (1609—77). Wien
1869.
Autor ↑
Krones.
Empfohlene Zitierweise ↑
Krones, Franz von, „Abele, Christoph Ignaz“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
17
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116002034.html?anchor=adb
Abele von und zu Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherr von
Name: Abele von und zu Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherr von
Namensvariante: Lilienberg, Christoph Ignaz Freiherr von
Namensvariante: Abele, Christoph Ignaz
Lebensdaten: 1628 bis 1685
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: österreichischer Staatsmann
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Benedikt, HeinrichAutor ADB:
Krones, Franz vonPND: 116002034