<< Adolf II.
Adolf >>
Adolf
Fürst von Anhalt-Zerbst, Bischof von Merseburg (seit 1514),
* 16.10.1458,
† 24.3.1526 Merseburg.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adolf I. von Anhalt-Zerbst (
† 1473);
M Cordula,
T des Grafen Albrecht III. von Lindau-Ruppin;
B Magnus (
† 1516), bis 1508 mitregierender Fürst von Anhalt-Zerbst, Wilhelm (
† 1504), Franziskaner;
Schw Anna (
† 1485), Äbtissin in Derneburg.
Leben ↑
Adolf wurde 1471 an der Universität Leipzig immatrikuliert, 1475 deren Rektor, dann Kanoniker und Archidiakonus in Hildesheim. 1489 erhielt er die Dompropstei in Magdeburg, die er 1516 seinem älteren Bruder Magnus überlieb. Obwohl sich alle Brüder zum Eintritt in den geistlichen Stand entschlossen hatten, regierten doch Adolf und Magnus ihre Lande gemeinsam, bis sie 1508 zugunsten der Linien Dessau-Köthen verzichteten. In Merseburg 1507 zum Koadjutor gewählt, wurde er dort 1514 Bischof als Nachfolger Thilos von Trotha. Er verwaltete sein Stiftsgebiet umsichtig, war gelehrt und als Prediger angesehen. Luthers Rechtfertigungslehre billigte er anfänglich, lehnte aber Eingriffe in die bestehende Kirchenordnung ab und wurde schließlich zu einem entschiedenen Gegner der Reformation. Als Kanzler der Leipziger Universität versuchte er 1519 vergeblich, die Disputation zwischen Luther und Eck zu verhindern; 1520 ließ er Luthers Bücher verbrennen, später verbot er das Lesen seiner Bibelübersetzung.
Literatur ↑
ADB I;
O. Clemen,
Btrr. z. Ref. gesch. II, 1902, S. 4 ff.;
K. Pallas, in:
Ztschr. d.
Ver. f.
Kirchengesch. d.
Prov. Sachsen 23, 1927, S. 1 ff.;
Th. Brieger, in: Die
Univ. Leipzig 1409-1909, 1909, S. 39 ff.;
H. Wäschke, Anhalt.
Gesch. I, 1912, S. 514 f., II, 1913, S. 21 f.
u. ö.Portraits ↑
Kupf. v. unbek. Künstler (
Preuß. Staatsbibl., Berlin).
Autor ↑
Herbert HelbigEmpfohlene Zitierweise ↑
Helbig, Herbert, „Adolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
85
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104173114.html
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Adolf Wilhelm >>
Adolf
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Adolf, Fürst von
Anhalt (Zerbster Linie), Bischof von
Merseburg, einer der Gegner Luther's bei seinem
ersten Auftreten, geb. 16. Oct.
1458, † 24. März 1526 zu
Merseburg. Ein Sohn Adolfs I., bezog er 1471 die Universität Leipzig.
Obwol er sich zum Eintritt in den geistlichen Stand entschloß,
behielt er doch noch während längerer Zeit Antheil an der
Regierung seiner Stammlande, auf die er erst 1508 förmlich
verzichtete. 1488 ward er Dompropst zu Magdeburg, erhielt 1490 die
Priesterweihe, ward 1507 von Bischof Thilo von Merseburg zum
Coadjutor angenommen und folgte diesem 1514 als Bischof. Seine
Verwaltung des Stiftes war umsichtig nnd gedeihlich. Daneben
predigte und lehrte er. Obwol in der Rechtfertigungslehre mit
Luther einverstanden, war er doch allen Eingriffen in die
bestehende Kirchenordnung in seinem friedlichen Sinne abhold.
Luther's Bücher ließ er 1520 verbrennen und verbot 1522 das Lesen
seiner Bibelübersetzung. 1523 (nicht 1524) bewog er Herzog Georg
zur Ausweisung des Magister Fröschel aus Leipzig.
Autor ↑
v. Liliencron.
Empfohlene Zitierweise ↑
Liliencron, Rochus Freiherr von, „Adolf“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
120
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104173114.html?anchor=adb
Adolf
Name: Adolf
Namensvariante: Adolf von Anhalt
Lebensdaten: 1458 bis 1526
Sterbeort: Merseburg
Beruf/Lebensstellung: Fürst von Anhalt-Zerbst; Bischof von Merseburg
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Helbig, HerbertAutor ADB:
Liliencron, Rochus Freiherr vonPND: 104173114