<< Brandis, Moritz
Brandl, Alois >>
Brandis, Ernst Friedrich Eduard
Senatspräsident beim Reichsgericht,
* 22.4.1880 Magdeburg,
† Sommer 1946
KZ Mühlberg/Elbe. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Fritz (1845–91), Oberlehrer in Magdeburg,
S des Friedrich Wilhelm, Gerichtssekretär aus Tennstädt, und der Marie Luise Schmager aus Großpößna;
M Marie,
T des Karl Emanuel Eduard Lotze, Archidiakonus aus Sömmerda, und der Maria Luise Schoy aus Erfurt;
⚭ 1921 Elfriede Deichmann aus Bromberg: kinderlos.
Leben ↑
Brandis studierte die Rechte in Jena und Halle, wurde 1902 Referendar und
Dr. jur., 1908 Gerichtsassessor und Hilfsarbeiter im Preußischen Justizministerium, 1911-1919 Amtsrichter, Landrichter und Hilfsrichter beim Kammergericht, 1920 Ministerialrat im Reichsjustizministerium und 1937 Senatspräsident beim Reichsgericht. Im Reichsjustizministerium lagen wichtige gesetzgeberische Arbeiten in politisch und wirtschaftlich schwieriger Zeit in seiner Hand. Seine Arbeit am Miet- und Wohnungsrecht, Mieterschutz, Ehe-, Kindschafts- und Personenstandsrecht erwarb ihm weit über den Kreis der Gesetzgebungsorgane hinaus ein außergewöhnliches Vertrauen in seinen juristisch und menschlich gleich wertvollen Dienst am sozialen Ausgleich. Besonders widmete Brandis sich dem Recht der unehelichen Kinder, ohne die parlamentarische Verwirklichung seiner Gesetzentwürfe zu erleben. Nach dem Zusammenbruch 1945 beauftragte ihn die amerikanische Besatzung, das Reichsgericht zur Abwicklung der Geschäfte zu leiten. Nach deren Abzug fand er in einem russischen Massenlager den Tod.
Werke ↑
Entschädigung f. unschuldig erlittene Untersuchungshaft, 1905; Miet- u. Wohnungsrecht in Reich u. Ländern, 1925; Der Gesetzentwurf
üb. d. Unehelichenrecht u. seine Probleme, 1929; Mieterschutz, 1933, Neubearbb., 1935, 1936; Das neue Personenstandsgesetz, 1937 (mit F. Maßfeller), später Neubearbb.;
zahlr. Aufsätze in
wiss. Zss.Quellen ↑
Qu.: Personalakten d. Reichsjustizministeriums.
P Phot. im Besitz d.
Vf.Autor ↑
Hans RichterEmpfohlene Zitierweise ↑
Richter, Hans, „Brandis, Ernst Friedrich Eduard“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
527
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133562786.html
Brandis, Ernst Friedrich Eduard
Name: Brandis, Ernst Friedrich Eduard
Lebensdaten: 1880 bis 1946
Geburtsort: Magdeburg
Sterbeort: KZKonzentrationslager Mühlberg/Elbe
Beruf/Lebensstellung: Jurist; Senatspräsident beim Reichsgericht
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Richter, HansPND: 133562786