<< Brandis, Ernst Friedrich Eduard
Brandl, Johann >>
Brandl, Alois
Anglist,
* 21.6.1855 Innsbruck,
† 5.2.1940 Berlin. (katholisch)
Genealogie
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| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Vorfahren seit 1625 Klosterbauern des Stiftes Tepl bei Marienbad;
V Franz, Amtsdiener der kaiserlich-königlichen Postdirektion Innsbruck;
M Theresia Sohm, aus Innsbrucker Kleinbürger- und Beamten-, ursprünglich Südtiroler Bauernfamilie (Unterberger);
⚭ 1891 Jula Gießen; 2
S,1
T .
Leben ↑
Brandl, der immer mit Stolz seine Tiroler Herkunft betonte, studierte in Innsbruck und Wien klassische und germanische Philologie und ging nach seiner Promotion zur aussichtsreicheren, noch weitgehend vernachlässigten Anglistik über. Eine rasche akademische Laufbahn führte ihn bereits mit 33 Jahren als Ordinarius nach Göttingen und über Straßburg 1895 nach Berlin an einflußreichste Stelle. Als Philologe strenger Schule wirkte Brandl durch die mit seinem Schüler O. Zippel herausgegebenen mittelenglischen Sprach- und Literaturproben, als Dialektforscher durch seine umfangreichen Aufnahmen in den Gefangenenlagern des ersten Weltkriegs, als Literaturhistoriker, beeinflußt durch W. Scherer, vor allem durch sein seinerzeit bahnbrechendes Werk über Coleridge, durch die Biographie Shakespeares und seine Geschichte der englischen Literatur im Grundriß der germanischen Philologie. Von stärkster Wirkung war Brandls wissenschaftlich-politische Organisationsarbeit unter F. Althoff, die einer am modernen England kulturpolitisch orientierten Anglistik in den höheren Schulen und der öffentlichen Meinung zunehmende Bedeutung gewann. Diesem Ziele diente die Herausgabe von Standardwerken wie Bernhard ten Brinks und Hermann Hettners englische Literaturgeschichten, der eindrucksvolle Ausbau des Berliner Seminars, die Leitung der Berliner Gesellschaft für das Studium der Neueren Sprachen und ihrer Zeitschrift, die Leitung der deutschen Shakespeare-Gesellschaft, deren Jahrbuch und deren Shakespeare-Ausgabe, sowie die bewußt national-deutsche Arbeit für den Allgemeinen Deutschen Schulverein. - Dr.
h. c. Philadelphia.
|Werke ↑
Bibliogr., in: Anglica,
Bd. 1, = Palaestra 147, 1925, S. 175-84; Zw. Inn u. Themse, 1936
(Autobiogr., P).
Literatur ↑
E. Gamillschegg, A.
B. z. Gedächtnis, in: Archiv f. d. Studium d. Neueren Sprachen,
Jg. 95,
Bd. 177, 1940, S. 2-15
(P);
W. Keller, In memoriam A.
B., in:
Engl. Stud.,
Bd. 74, H. 2, 1940, S. 145 bis 155;
ders., A.
B., in: Shakespeare-
Jb.,
Bd. 76, 1940, S. 199-202;
F. Schirmer, in:
FF, 1940, S. 100;
F. Wild, in:
Alm. d. Wiener
Ak. d. Wiss., 1940, S. 258-61;
E. Winkler, Gedächtnisrede auf A.
B., in:
Jb. d.
Preuß. Ak. d. Wiss., 1940, S. 153-58
(W, P);
Kosch, Lit.-Lex. I
(W, L).Portraits ↑
Shakespeare-
Jb.,
Bd. 71, 1935.
Autor ↑
Fritz WölckenEmpfohlene Zitierweise ↑
Wölcken, Fritz, „Brandl, Alois“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
527-528
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11867319X.html