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<< Boretius, Alfred Edwin     Borinski, Karl >>

Borggreve, Bernard Robert

Forstmann, * 6.7.1836 Magdeburg, 5.4.1914 Wiesbaden. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Clemens (1775–1849), Kriminalrat, S des Friedrich Christian ( 1821), Hofkammerrat, und der Margarete Heinrich ( 1825); M Elisabeth Co[e]rmann (1791-1839); 1865 Hermine (1845–1918), T des Rentners Buës; 2 S, Robert, preußischer Oberlandforstmeister und Ministerialdirektor, Richard, Landforstmeister, 4 T, die Älteste Oberlandforstmeister Dr. Dr. h. c. Arthur König.

Leben  
Schon auf dem Gymnasium in Münster trieb Borggreve mit dem befreundeten B. Altum ornithologische Studien. Auf die Reifeprüfung 1857 folgte die Forstlehre bei F. A. von Alemann in Altenplathow und das Studium in Eberswalde, besonders bei Ratzeburg, und in Göttingen. 1864 übernahm er die Leitung der Fürstlich Hohenloheschen Forstverwaltung in Koschentin/O. S., wurde aber bereits 1866 Dozent für Forstwirtschaft an der Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf. 1868 folgte Borggreve einem Ruf als Professor der Zoologie und Botanik an die neugegründete Forstakademie Hannoversch Münden. Er promovierte 1869 mit einer „Vogelfauna von Norddeutschland“ in Kiel zum Dr. phil. 1872 wurde er zum Oberförster in Zöckeritz ernannt, nach zwei|Jahren bereits wieder in gleicher Eigenschaft an den Kottenforst in Bonn versetzt, wo er seine Lehrtätigkeit wieder aufnahm. Nach August Bernhards Tode 1879 wurde er als Direktor (Oberforstmeister) der Forstakademie und Professor nach Hannoversch Münden berufen. 1891 versetzte ihn der preußische Landwirtschaftsminister als Oberforstmeister nach Wiesbaden, wo eigens für ihn ein besonderer Inspektionsbezirk (Biedenkopf) gebildet wurde. 1905 erfolgte seine Pensionierung, gegen die Borggreve einen erfolglosen Prozeß führte.
Die unruhige Lebenslinie verrät einen unruhigen, stets zum Kampf bereiten Geist, der ursprünglich sich rein der Biologie hatte widmen wollen, aber aus Gründen der Lebenssicherung den Forstberuf erwählte, für den er ausgezeichnete Anlagen besaß. Eine überdurchschnittliche Bildung, ein scharfer Intellekt verbanden sich in ihm mit einem geraden, reizbaren, nicht des Witzes, wohl aber des Maßes ermangelnden Charakter. Seine Lehre, die ebensosehr Begeisterung wie Widerspruch hervorrief, wirkte in der deutschen Forstwirtschaft vor 1914 als anregendes Ferment, das von manchen gar als „zersetzend“ empfunden wurde.
In der Entwicklung der deutschen Forstwissenschaft kennzeichnet sich Borggreves Standort als später Physiokratismus, der zu der gerade herrschenden liberalen Bodenreinertragslehre in schärfste Gegnerschaft geriet und den Schwerpunkt seines Studiums auf die Natur als Quelle des Reichtums legte. So wurde er ein Wegbereiter für Alfred Möller und alle, für die die Naturgemäßheit ein erstes Erfordernis im Waldbau ist. Seine originelle Plenterdurchforstung hat sich in der von ihm angebahnten Weise nicht auf die Dauer fortsetzen lassen, hat aber unbestritten die Zeitgenossen zu stärkeren Eingriffen „ins Herrschende“ ermutigt.

Werke  
Heide u. Wald, 1875; Die Forstreinertragslehre, insbes. d. sog. forstl. Statistik Prof. Dr. G. Heyers nach ihrer wissenschaftl. Nichtigkeit u. wirtschaftl. Gefährlichkeit, 1878; Die Vogelschutzfrage, 21888; Die Holzzucht, 21891; Die Forstabschätzung, 1887; Die Verbreiterung u. wirtschaftl. Bedeutung d. wichtigsten Waldbaumarten in Dtld., 1888; Waldschäden im oberschles. Industriebezirk nach ihrer Entstehung durch Hüttenrauch, Insektenfraß usw., 1895; Hrsg.: Forstliche Blätter (zus. mit Grunert seit 1877, allein seit 1889).

Literatur  
H. Martin, in: Allg. Forst- u. Jagdzeitung, NF 91, 1915, S. 31, 67-71, 89-94; H. v. Fürst, in: Forstwiss. Zentralbl. 36, 1914, S. 344 f.; A. Dengler, Zum 100jähr. Geburtstag B. B.s, in: Zs. f. Forst- u. Jagdwesen 68, 1936, S. 289-92; J. Oelkers, Zu B.s 100. Geburtstag, in: Mitt. aus Forstwirtschaft u. Forstwiss. 7, 1936, S. 117-21 (P); R. B. Hilf, Der Wald in Gesch. u. Gegenwart, 1938, S. 265 (P); DBJ I (Totenliste 1914, L).

Autor  
Richard B. Hilf
Empfohlene Zitierweise  

Hilf, Richard B., „Borggreve, Bernard Robert“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 462 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117621072.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 462 f.

PND: 117621072
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Index

Borggreve, Bernhard

Name: Borggreve, Bernhard
Namensvariante: Borggreve, Bernhard Robert
Lebensdaten: 1836 bis 1914
Geburtsort: Magdeburg
Sterbeort: Wiesbaden
Beruf/Lebensstellung: Forstmann
Konfession: katholisch
Autor NDB: Hilf, Richard B.
PND: 117621072

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Borggreve, Bernhard

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117621072

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