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Elisabeth >>
Elisabeth von Görlitz
Herzogin von Luxemburg,
* November 1390,
† 3.8.1451 Trier,
⚰ Dreifaltigkeitskirche Trier.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Hzg. Johann
v. Böhmen (1370–96),
Hzg. v. Görlitz,
Mgf. v. Brandenburg
u. der Lausitz,
S Kaiser Karls IV. (
† 1378);
Ov Kg. Wenzel (
† 1419), Kaiser Sigmund (
† 1437), Jobst
v. Mähren (
† 1411);
⚭ 1) Brüssel 1.7.1409
Hzg. Anton
v. Brabant (
* 1384,
⚔ 1415
b. Azincourt),
S des
Hzg. Philipp II.
v. Burgund (
† 1404)
u. der Marg.
v. Flandern, 2) Juni 1418
Hzg. Johann „ohne Gnade“
v. Bayern-Straubing (1374–1425), Bischof
v. Lüttich 1390-1418; 1
S aus 1) Wilhelm (
* u. † 1410).
Leben ↑
Elisabeths Name ist mit der Geschichte Luxemburgs im 15. Jahrhundert aufs engste verknüpft. Sehr jung Vollwaise, wurde sie früh in den Sog der Hausmachtpolitik ihrer Familie hineingezogen. Nachdem König Ruprechts Absicht, sie noch minderjährig mit seinem Sohn Hans zu verheiraten (1402/05), sich zerschlagen hatte, wurde sie von ihren Oheimen Wenzel und Jobst 1409 dem Witwer Herzog Anton von Brabant anvermählt. Daß sie statt einer Mitgift von 120 000 Gulden die Herrschaften Luxemburg und Chiny als Pfand erhielt, rief wegen der Gefahr des Übergangs von Luxemburg an Burgund den Widerstand der Luxemburger Stände und den Widerspruch König Sigmunds wach (Ladung zum Speyerer Reichstag 1414 und persönliche ergebnislose Verhandlungen Sigmunds 1417 zu Luxemburg). Durch ihre 2. Ehe von ebenfalls kurzer Dauer erwarb Elisabeth ein weiteres Anrecht auf ein von ihrem Gatten an König Sigmund vorgestrecktes Darlehen von 22 000 rheinischen und 10 000 ungarischen Gulden, das sie später (1439) in ihren ständigen Geldnöten an Erzbischof Jakob von Trier abgetreten hat. – Einer wachsenden Verschuldung durch unsteten, aber sehr großzügigen Lebenswandel in ihrem Witwenstand suchte Elisabeth immer wieder durch Geldaufnahmen, hauptsächlich bei und in Burgund, zu begegnen. Noch vor der daraus bedingten Abtretung und kriegerischen Einnahme Luxemburgs durch Herzog Philipp III. von Burgund war Elisabeth nach Trier übergesiedelt; dort hat sie zurückgezogen ihre letzten Lebensjahre verbracht, wegen ihrer kirchlichen Wohltätigkeit von ihren Mitbürgern geachtet, die ihr nach dem Tode, trotz Exkommunikation wegen ihrer Schulden, ein kirchliches Begräbnis zuteil werden ließen und ein noch vorhandenes prächtiges Grabmal gesetzt haben.
Literatur ↑
RTA 4-17; F. X. Würth-Paquet, Table chronologique … de Luxembourg, in: Publications de la section historique de l'Institut de Luxembourg 25-28, Luxemburg 1870-74; F. Richter, Der Luxemburg. Erbfolgestreit 1438-43, in: Westdt.
Zs., Erg.bd. 5, 1889
(L); Kentenich,
E. v. G., in: Trier. Chronik,
NF 16, 1920, S. 98-104; Lager, Jakob
v. Sirk, in: Trier. Archiv, H. 2, 3
u. 5, 1899/1900;
Chron. d.
dt. Städte 10, Nürnberg, 1872, S. 39-43
(E. in Nürnberg 1430 ff.); Kunstdenkmäler d. Rheinprov. 13, III: Kirchl. Denkmäler d. Stadt Trier mit Ausnahme d. Domes, 1938, S. 62
ff. (L, P).
Autor ↑
Walter KaemmererEmpfohlene Zitierweise ↑
Kaemmerer, Walter, „Elisabeth von Görlitz“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
445
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136846629.html
Elisabeth von Görlitz
Name: Elisabeth von Görlitz
Namensvariante: Elisabeth
Lebensdaten: 1390 bis 1451
Sterbeort: Trier
Beruf/Lebensstellung: Markgräfin von Mähren; Herzogin von Luxemburg
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Kaemmerer, WalterPND: 136846629