<< Benedek, Ludwig August Ritter von
Benedikt, Edmund >>
Benedikt von Aniane (heilig, weltlich Witiza)|
Abt und Klosterreformer,
* vor 750 Südfrankreich,
† 11.2.821 Kornelimünster.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Graf Aigulf von Maguelone.
Leben ↑
Zunächst am königlichen Hof (773 Teilnahme an Karls des Großen Italienzug), trat Benedikt 774 in das Kloster
St.-Seine bei Dijon ein. Um seine asketischen Forderungen besser durchführen zu können, gründete er um 780 in seiner Heimat ein eigenes Kloster (Aniane), wo er nach mehrmaligem Versuch, orientalische Mönchsgebräuche einzuführen, die Benedictus-Regel mit aller Strenge befolgte. Bald konnte er weitere Abteien vor allem in Aquitanien reformieren und wurde von König Ludwig dem Frommen als Berater herangezogen; als Ludwig die Regierung des Gesamtreiches übernahm, erbaute er 815/16 für seinen Freund Benedikt das Kloster Inden (Kornelimünster) bei Aachen. Zum Generaloberen aller Klöster des Reiches ernannt (erster Zusammenschluß von benediktinischen Klöstern), konnte Benedikt seine Reform durch die Beschlüsse der Aachener Reichstage 816-19 (
bes. Capitulare institutum [monasticum] 817) weithin durchsetzen,
z. T. auch bei den Kanoniker- und
|Kanonissenstiften. Seine Reform, die eine Erweiterung der monastischen Forderungen in Askese, Handarbeit und Liturgie über Benedict von Nursia hinaus erstrebte und - im Gegensatz zu den Bestrebungen Karls des Großen - Klosterschulen nur noch für den eigenen Nachwuchs dulden wollte, siegte nur teilweise. Auf Benedikts Reformideen geht die Reform von Cluny zurück, doch lassen sich Einflüsse auch bei den Erneuerungsbestrebungen in England (Dunstan) und sonst nachweisen. Der Tag seiner Verehrung als Heiliger ist der 11. Februar.
Werke ↑
u. a. Cod. regularum,
ed. L. Holstenius, Rom 1661; Concordia regularum, in:
J. P. Migne, Patrologiae cursus completus 103.
Literatur ↑
Vita
v. B.s Nachfolger Ardo Smaragdus, in:
MGH SS XV/1, S. 198-220;
W. Pückert, Aniane u. Gellone, 1899;
J. Koschek, Die Klosterreform Ludwigs d. Fr., 1908;
Hauck II;
S. Hilpisch,
Gesch. d. benediktin. Mönchstums, 1929, S. 117-26;
J. Narberhaus,
B. v. A., 1930;
S. Dulcy, La règle de
St. Benoît d'A., 1935;
P. Schmitz,
Gesch. d. Benediktinerordens I/II, 1947/48;
LThK;
Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques VIII, 1935,
Sp. 177-88
(W, L);
Dict. de
Biogr. Franç. V, 1951,
Sp. 1432 f.
(L).Autor ↑
Jürgen SydowEmpfohlene Zitierweise ↑
Sydow, Jürgen, „Benedikt von Aniane“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
43 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100937543.html
Benedikt von Aniane
Name: Benedikt von Aniane
Namensvariante: Witiza
Lebensdaten: vor 750 bis 821
Geburtsort: Südfrankreich
Sterbeort: Kornelimünster
Beruf/Lebensstellung: Klosterreformer; Abt; Heiliger
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Sydow, JürgenPND: 100937543