Name
Liutold
Namensvarianten
-
Lebensdaten
um 1045 oder 1050 bis 1090
Geburtsort
-
Sterbeort
-
Beruf/Lebensstellung
Herzog von Kärnten; Parteigänger Heinrichs IV.
Konfession
katholisch
Autor NDB
Heide Dienst
Autor ADB
-
GND
136742459

Liutold

Herzog von Kärnten, * um 1045/50, 12.5.1090.

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Eppenstein (s. NDB IV); V Gf. Markwart II. (IV.) „filius ducis“ ( 1076), S d. Adalbero ( 1039), Hzg. v. K. (abgesetzt 1035; s. NDB I), u. d. Beatrix v. Schwaben; M Liutpirg, T d. Salzburger Vogts Liutold; Ov Adalbero II. ( 1057), seit 1053 Bischof v. Bamberg, Ottokar I., Mgf. v. Steier; B Hzg. Heinrich III. v. K. ( 1122, s. NDB VIII), Ulrich I. ( 1121), Patriarch v. Aquileja, Hermann ( 1087), kaiserl. Gegenbischof v. Passau; Schw Hedwig ( 1122, Gf. Engelbert I. v. Sponheim, 1096); mindestens zweimal N. N.; keine überlebenden K; N Hzg.Herzog →Heinrich IV. v.von K.Kärnten (†gestorben 1123), Bischof →Hartwig v.von Regensburg (†gestorben 1126, s. NDB VIII).

  • Leben

    L. erlangte als erster seiner Familie nach dem Scheitern seines Großvaters (1035) neuerlich die Kärntner Herzogswürde (1077), allerdings mit eingeschränktem Machtbereich: Um sich nach der (bevorstehenden) Wahl Rudolfs von Rheinfelden zum Gegenkönig den Alpenübergang zu sichern, setzte Kg. Heinrich IV. während der Rückkehr aus Italien den Zähringer Berthold I. ( 1078, s. NDB II), Parteigänger des Gegenkönigs, als Herzog von Kärnten ab und erhob an seiner Stelle im März oder Anfang April 1077 den Eppensteiner L. Dessen Familie hatte eine mächtige Stellung im Lande behaupten können, der Zähringer dagegen hatte Kärnten nie betreten. Die Grafschaft Friaul sowie die Mark Krain und Istrien gelangten jedoch an den königstreuen Patriarchen von Aquileja. Um diese Machteinbuße auszugleichen, unterstützte und betrieb L. in konsequent königstreuer Haltung die geistlichen Karrieren seiner Brüder; Ulrich wurde 1086 Patriarch von Aquileja, Hermann 1085 kaiserlicher Gegenbischof in Passau. Krain und Istrien war bereits 1079 an L.s Bruder Heinrich gelangt. – Durch Ausnützung seiner Grafschafts- und Vogteirechte gelang der zähen Politik L.s eine Herrschaftskonzentration, die im Bau der für die Familie namengebenden Burg Eppenstein auf dem nördlichen Zugang zum Obdacher Sattel einen sichtbaren Ausdruck und Höhepunkt fand. L.s früher Tod konnte die Wirkung seiner Aktivitäten zwar kurzfristig hemmen, trotzdem bildeten diese die Grundlage für die Herrschaftsentfaltung seines Bruders und Nachfolgers Heinrich.

    • Literatur

      K.-E. Klaar, Die Herrschaft d. Eppensteiner in Kärnten, in: Archiv f. Vaterländ. Gesch. u. Topogr. 61, 1966, S. 44 f. u. Register S. 55-66, 107-16 (grundlegend, Literatur);  H. Appelt, Das Hzgt. Kärnten u. d. territoriale Staatsbildung im Südosten, in: Carinthia I 166, 1976, S. 6 ff., bes. 11 ff.;  C. Fräss-Ehrfeld, Gesch. Kärntens I, 1984, S. 144 ff.

  • Autor

    Heide Dienst
  • Empfohlene Zitierweise

    Dienst, Heide, "Liutold" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 724 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136742459.html
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Liutold

Liutold