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Liutbirg (Liuppirg), heilig
Inkluse, Wendhausen am Harz,
† 3. April vor 870.
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Leben ↑
Über
L. berichtet eine wohl zeitgenössische Vita, außerdem ein Nekrolog-Fragment aus der 1. Hälfte des 11.
Jh. L. stammte aus „Solazburg“ (Sulzgau?) und kam durch die
Gfn. Gisla, Tochter des
sächs. Gf. Hessi (der 804 als Mönch des Klosters Fulda starb) und Gründerin des (Haus-) Klosters Wendhausen, nach Ostsachsen. Gisla hatte
L. auf einer Reise in ihre
fränk. Besitzungen in einem Kloster kennengelernt, an ihr Gefallen gefunden und sie in die gräfliche Familie aufgenommen. Nach Gislas Tod (nach 835) ließ sich
L. vom zuständigen Halberstädter Bischof Theatgrim (
† 840) in eine für sie von Gislas Sohn Bernhard errichtete Klause am oder im Kloster Wendhausen (nicht, wie früher angenommen, in der Höhle bei Michaelstein) einschließen. Sie ist das früheste Beispiel einer Inkluse im erst kurz zuvor christianisierten ostsächs. Raum. Hier unterrichtete
L. - vermutlich durch das Zellenfenster – Mädchen in Psalmengesang und kunstvoller Handarbeit, für welche sie die Farben selber herstellte, weshalb in ihrer Zelle ein Kohlenfeuer brannte. Der Ruf ihrer Frömmigkeit und Kunstfertigkeit verbreitete sich weit. Äbte und Bischöfe besuchten sie und nahmen sie in ihre Gebetsgemeinschaft auf, unter ihnen Bischof Haimo von Halberstadt und
EB Ansgar von Hamburg-Bremen. Letzterer habe ihr auch Mädchen vornehmer Abkunft zur Erziehung zugeführt. Möglicherweise ist Kloster Wendhausen, das nur eine kurze Blütezeit erlebte und 936 dem neugegründeten Stift Quedlinburg unterstellt wurde, durch
L. Keimzelle der später so berühmt gewordenen sächsischen Paramentenherstellung gewesen.
Literatur ↑
Vita:
B. Pez, Thesaurus anecdotorum novissimus II/3, Augustae Vindelicorum 1721, S. 145-78, MG,
SS IV, 1841, S. 158-64 (Auszug);
Das Leben d.
L.,
hrsg. v. O. Menzel, 1937;
A. Reinecke, Das Leben d.
hl. L., in:
Zs. d.
Harzver. 30, 1897, S. 1-34;
P. Höfer, Ertfelde, Michaelskirche u.
L.klause, Eine
Stud. z. Vita Liutbirgae, in:
Festschr. f. P. Zimmermann, 1914, S. 159-75;
O. Doerr, Das
Inst. d. Inklusen in Süddtld., 1934;
|O. Menzel, Das Loben d.
L., in: Sachsen u. Anhalt 13, 1937, S. 78-89;
W. Grosse, Das Kloster Wendhausen, sein
Stiftergeschl. u. s. Klausnerin,
ebd. 16, 1940, S. 45-76 (
Nekr.-Fragment S. 47 f.);
LThK2;
Bibl. Sanctorum VIII, 1967, S. 70.
Autor ↑
Manfred WeitlauffEmpfohlene Zitierweise ↑
Weitlauff, Manfred, „Liutbirg, heilig“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
723 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118573608.html
Liutbirg
Name: Liutbirg
Namensvariante: Liuppirg
Lebensdaten: erwähnt 835, gestorben vor 870
Beruf/Lebensstellung: Inkluse; Heiliger
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Weitlauff, ManfredPND: 118573608