<< Lippold
Lipps, Hans >>
Lippold, Georg
Klassischer Archäologe,
* 21.2.1885 Mainz,
† 23.7.1954 Erlangen. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adolf (1840–1910), Dr. h. c,
Oberlandesger.präs. in Darmstadt,
S d. Andreas (1800–75), Justizrat u. Notar in
M., u. d. Karoline Giessen;
M Cornelia (Nelly, 1848–1931),
T d. Alexander
v. Arnoldi (1814–61), Oberappellationsgerichtsprokurator in Wiesbaden, u. d. Berta Heeser;
Ov Friedrich
v. Arnoldi (1818–1910),
preuß. Gen.-Lt. (s.
BJ 15,
Tl.); -
⚭ Erlangen 1920 Karoline
verw. Wimmenauer (1887–1952,
Cousine), T d. Premierlt. Ernst Wagner u. d. Anna Lippold; 1
S, 1
T ; 2
Stief-T.
Leben ↑
L. studierte seit 1903 in München, kürzere Zeit auch in Berlin, Archäologie, Klass. Philologie und Alte Geschichte. 1907 wurde er zum
Dr. phil. promoviert mit der Arbeit „Zu den Schildformen der Alten“, Teil einer größeren Untersuchung über Schilde aus homerischer Zeit (
u. d. T. „
Griech. Schilde“ in: Münchener Archäolog.
Stud., dem Gedenken A. Furtwänglers gewidmet, 1909, S. 401-504). Seit 1908 war
L. als Volontär am
Röm.-
German. Zentralmuseum in Mainz tätig. 1909/10 bereiste er als Stipendiat des Deutschen Archäolog. Instituts Griechenland und die Türkei, erwarb danach bis 1911 weitere praktische Erfahrungen als Volontär am M.
v. Wagner-Museum in Würzburg und kehrte anschließend nach München zurück, wo er sich 1912 sogleich mit der sehr beachteten Schrift „
Griech. Porträtstatuen“ habilitierte.
In der Folgezeit arbeitete
L. neben der Lehrtätigkeit als Privatdozent an der
Univ. München eng zusammen mit dem Privatgelehrten Paul J. Arndt, der ihn bereits 1908 nach
|der Promotion zur Mitarbeit an einem von ihm gegründeten Archivunternehmen zur Vorbereitung eines „Corpus statuarum“ gewonnen hatte. Für die im Rahmen dieser Unternehmung herausgegebenen Sammelwerke: „Brunn-Bruckmann, Denkmäler
Griech. und
Röm. Skulptur“ (Forts, d.
v. H. Brunn
begr. Reihe), „Arndt-Amelung, Photograph. Einzelaufnahmen antiker Skulpturen“ und „Arndt-Bruckmann,
Griech. und
Röm. Porträts“ (1942 beendet) schrieb
L. zwischen 1912 und 1947 eine große Anzahl von Texten, die einen wesentlichen Teil seines Gesamtwerkes ausmachen. Die innere Verbundenheit mit dieser Tätigkeit wurde später, nach dem Tod Arndts 1937, zur selbstverständlichen Verpflichtung, die Textbearbeitung für alle in langfristiger Planung vorgesehenen weiteren Serien fortzuführen und, darüber hinaus, auch die Herausgeberschaft zu übernehmen, die
L. bis 1947 innehatte.
Die besonderen wissenschaftlichen Leistungen
L.s liegen in seinen Forschungen auf dem Felde der
griech.-
röm. Plastik und des antiken Porträts. Hier erzielte er richtungsweisende Arbeitsergebnisse durch die Weiterentwicklung der Methodik seines Lehrers Furtwängler sowie durch Anregungen von Paul Arndt, mit dem er lange zusammenarbeitete.
L.s Interessenbereich umfaßt weite Gebiete der Klass. Archäologie: Neben Bildhauerkunst und Künstlergeschichte beschäftigte er sich mit antiker Malerei und Mosaiken, mit
griech. Keramik, mit Glyptik und gelegentlich auch mit provinzialröm. Arbeiten. Im Bereich der Glyptik ging aus
L.s intensiver Beschäftigung mit der Arndtschen privaten Gemmensammlung das in seinen Abbildungen neue Wege beschreitende Buch von 1922 „Gemmen und Kameen des Altertums und der Neuzeit“ hervor.
1920 erhielt
L. einen Ruf als
ao. Professor und Leiter des Archäolog. Instituts an die
Univ. Erlangen, wo er dann von 1926 bis zur 1953 erfolgten Entpflichtung Ordinarius war. Er gewann 1923 den von der
Bayer. Akademie der Wissenschaften ausgeschriebenen Zographos-Preis mit dem Buch „Kopien und Umbildungen
griech. Statuen“, einem grundlegenden Werk, das seinen Wert bis heute behalten hat. 1927 übernahm er die Weiterführung des Amelungschen Katalogunternehmens „Die Skulpturen des Vatikan. Museums“, von dem bis dahin zwei Bände vorlagen. In den von ihm bearbeiteten Bänden (III, 1, 1936, III, 2, 1956) behandelte er rund 1 000 von ihm selbst untersuchte Statuen, Porträts, Reliefs und sonstige Marmorwerke.
L.s wichtigstes Werk war, auch in seiner eigenen Sicht, „Die
griech. Plastik“ (1950). Zwar hat eine jüngere Generation auf Grund des neueren Forschungsstandes andere Akzente gesetzt, aber dennoch bleibt das „Lippold'sche Handbuch“ mit der umfassenden Denkmäler- und Literaturvermittlung das beste Handbuch über die
griech. Plastik
|Auszeichnungen ↑
Mitgl. d.
Bayer. Ak. d. Wiss. (1948).
Werke ↑
Weitere W u. a.
Zur Arbeitsweise
röm. Kopisten, in:
Mitt. d.
Dt. Archäolog.
Inst.,
Röm. Abt., 32, 1917, S. 95-117;
Musengruppen,
ebd. 33, 1918, S. 64-102;
Heraklesmosaik in Liria, in:
Jb. d.
Dt. Archäolog.
Inst. 37, 1922, S. 1-7;
Vasen u. Münzen,
ebd. 67, 1952, S. 78-98;
Antike Skulpturen d. Glyptothek Ny Carlsberg, 1924;
Korinth. Salbgefäße, in:
Festschr. f. K. Schumacher, 1930, S. 199-201;
Antike Meisterwerke aus d. Pfalz, in:
Pfälz. Heimat, H. 1-3, 1950, S. 3-20;
Antike
Gem.-kopien, in:
Abhh. d.
Bayer. Ak. d. Wiss.,
Phil.-
hist. KL,
NF 33, 1951;
Zum Schwert d. Tiberius, in:
Festschr. d.
Röm.-
German. Zentralmus. Mainz
z. Feier d. 100). Bestehens, 1952, I, S. 4-11;
Der Plaste Sotades, in: Münchner
Jb. d. bildenden Kunst
NF ¾, 1952/53, S. 85-95. -
Über 400
Art. üb. antike Bildhauer, Maler, Erzgießer u. Architekten in: Pauly-Wissowa, Realenz. d.
klass. Altertumswiss.;
üb. 300 Rezensionen in:
Dt. Lit.-ztg., 1913-52;
Philolog.
Wschr., 1926-44;
Gnomon, 1926-49.
Literatur ↑
E. Buschor, in:
Jb. d.
Bayer. Ak. d. Wiss., 1954, S. 207 f.
(P);
M. Bieber, in: American Journal of
Archaeol. 59, 1955, S. 63 f.;
C. Weickert, in: Archäolog.
Anz. 70, 1955, S. 277;
E. Boehringer, in: G.
L., Die Skulpturen d. Vatikan.
Mus. III, 2, 1956, Vorwort, S. IX-XI;
P. u. H. Zazoff, Gemmensammler u. Gemmenforscher, 1983, S. 236-39
(P.).
Autor ↑
Wilhelm GrünhagenEmpfohlene Zitierweise ↑
Grünhagen, Wilhelm, „Lippold, Georg“,
in: Neue Deutsche Biographie
14
(1985), S.
668 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117057274.html