Name
Lindgens, Adolf
Namensvarianten
-
Lebensdaten
1825 bis 1913
Geburtsort
Antwerpen
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Lebensstellung
Bleifarbenfabrikant
Konfession
evangelisch
Autor NDB
Manfred Klett
Autor ADB
-
GND
136725775

Lindgens, Adolf

* 1.5.1825 Antwerpen, 6.1.1913 Wiesbaden.

  • Genealogie

    V Carl Anton (1800–62), Kolonialwarenhändler, dann Bank- u. Speditionskaufm. in A., seit 1827 in Köln, später Mennigefabr. in Mülheim/Rhein, S d. Kaufm. u. Gutsbes. Carl Anton in Düsseldorf u. d. Johanna Catharina Schorn; M Elisabeth Auguste (1807–72), T d. Kaufm. Ferdinand Wortmann in Düren u. d. Susanne Karoline Rübel; B Carl (1827–1908), Mitgründer u. Teilh.|d. Farbenfabrik C. A. Lindgens, seit 1851 auch d. Hauses Lindgens & Söhne; - Köln 1856 Anna Maria (1835–1912), T d. Kaufm. Joh. Adam Roeder in Köln u. d. Margarete Meletta; 3 S, u. a. Adolf (s. 2).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Kölner Gymnasiums erwarb L. kaufmännische Fachkenntnisse als Lehrling im Bank- und Speditionsgeschäft seines Vaters. Daneben betrieb er chemische Studien. Durch Aufenthalte in Frankreich und England, besonders in Le Havre und London, machte er sich mit den chemischen und technischen Grundlagen der damals aufstrebenden Industrien vertraut. In Newcastle on Tyne, dem Hauptort der engl. Mennigeindustrie, eignete er sich die industriellen Verfahren der Mennigeherstellung an. In der Firma „Lindgens & Söhne“, vormals „C. A. Lindgens“, zu Mülheim am Rhein gelang es ihm, 1851, zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Carl, die Produktion von Bleimennige in Deutschland einzuführen. Nach geglückter Raffination von Weichblei stellte die Firma Mennige direkt aus Blei her. Im ersten Jahr betrug die Produktion 25 Tonnen. Der Erzeugung von Mennige und Bleiglätte schloß sich die Herstellung von Bleiweiß, Bleirohr und Walzblei sowie von Bleidraht für die preuß. Munitionsfabriken an.

    Der Kölner Raum bot für die Fabrikation von Mennige und Bleiweiß günstige Standortsvoraussetzungen. Das Ausgangsprodukt, der Bleiglanz, wurde in den Bergwerken des Aachener, oberberg. und mittelrhein. Reviers gefördert, das Blei selbst wurde in den Stolberger, Braubacher und Bensberger Hütten gewonnen. Eine starke Konkurrenz für das Bleiweiß war die Weißfarbe Lithophone, die auf der Grundlage von Schwerspat von der belg. Firma Soudain-Boullet in Courtrai hergestellt wurde. L. baute seine Firma zum bedeutenden Handelsgeschäft aus, indem er sich 1878 in richtiger Voraussicht kommender Entwicklung das langjährige Verkaufsrecht für Deutschland sicherte. Er traf mit anderen Firmen Abkommen über die Herstellung und regte dadurch die deutsche Lithophone-Produktion an. 1881 begann das Unternehmen mit der Herstellung von Nitrit, das in der organischen Farbenindustrie Verwendung fand. Zwischen 1890 und 1900 umfaßte das Fabrikationsprogramm Bleiweiß, Bleiglätte, Mennige, Bleisuperoxyd, salpetersaures Bleiweiß, Walzblei, Blei- und Zinnrohr, nach dem Bau einer weiteren Fabrik 1899 auch Zinkweiß. Bei seinem 50jährigen Bestehen 1901 hatte das Unternehmen über 400 Beschäftigte.

    L. war stellvertretender Vorsitzender der Handelskammer Köln und Vorstandsmitglied wirtschaftlicher und öffentlicher Gremien wie des Bleiweiß-Verkaufskontors, der deutschen Mennige- und Glätte-Konvention und der Deutschen Verkaufsstelle für gewalzte und gepreßte Bleifabrikate. Er war Stadtverordneter und Beigeordneter der Stadt Mülheim. 1902 zog sich L. nach Wiesbaden zurück und übertrug die Leitung des Unternehmens seinen Söhnen Adolf und Emil.|

    • Auszeichnungen

      GKR (1905).

    • Portraits

      Gem. v. F. Reusing (Köln-Mülheim, Fa. Lindgens), Abb. in: 100 J. Lindgens u. Söhne, 1951, S. 20.

  • Autor

    Manfred Klett
  • Empfohlene Zitierweise

    Klett, Manfred, "Lindgens, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 601 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136725775.html
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Lindgens, Adolf

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