Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Lindgens, Adolf     Lindheim, Hermann Dietrich >>

Lindgens, Adolf

* 26.11.1856 Mülheim/Rhein, 29.11.1941 Wiesbaden.


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Adolf (s. 1); B Emil (1858–1938), Bleifarbenfabr.; - Köln 1888 Clara (1869–1945), T d. KR Eugen van d. Zypen u. d. Martha Charlier; 3 S, 2 T .

Leben  
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Köln, einer Lehrzeit im väterlichen Betrieb und einer Chemieausbildung bei R. Fresenius in Wiesbaden erweiterte L. seine Kenntnisse in Belgien und England. 1877 trat er in das Unternehmen seines Vaters ein, das er 1902 zusammen mit seinem Bruder Emil ganz übernahm. L. brachte seinem Vater die Anregung, Nitrit zu produzieren. Die bei der Herstellung gewonnene Bleiglätte diente als Ausgangspunkt für Mennige. 1903 erlebte die Firma unter L.s Leitung einen Rekord in der Bleiweißproduktion. Fast 75% der deutschen Bleifarbenproduktion, über 25 000 Tonnen, wurden exportiert, wobei auf die rhein. Produktion der größte Anteil entfiel. L. steigerte die Leistungsfähigkeit des Familienbetriebs durch ständigen Ausbau der Produktionsstätten und Verbesserung der Produktionsmethoden; so erwarb er um 1910 die Patente für das Barton-Verfahren zur Gewinnung von Blei und Mennige. Die 1922 errichtete Mennigefabrik war die größte ihrer Art in Europa. – Als langjähriger Vorsitzender des Bleiweißverkaufskontors und des Deutschen Bleiweißkartells (1914–16) beeinflußte L. maßgeblich die Verbandsentwicklung seines Industriezweiges. In seiner Vaterstadt Mülheim wurde er 1897 zum Stadtrat gewählt. Er entfaltete eine rege organisatorische Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied von Industrie-, Bank- und Versicherungsunternehmen, so als Aufsichtsratsvorsitzender des Gerling-Konzerns.
|Durch L. und seinen Vater wurde die deutsche Bleifarbenindustrie von der englischen unabhängig und errang Weltgeltung. Auch nach den schweren Zerstörungen des 2. Weltkriegs konnte das Familienunternehmen an Vorkriegserfolge anknüpfen. Nach kontinuierlicher Erweiterung des Produktionsprogramms gehört die „Lindgens & Söhne GmbH & Co.“ in Köln-Mülheim noch heute zu den führenden Firmen ihrer Branche.

Portraits  
Gem. v. W. Firle, Abb. in: 100 J. Lindgens u. Söhne, 1951, S. 22.

Literatur  
zu 1) u. 2): G. A. Walter, Die gesch. Grundlagen d. Entwicklung d. rhein Mineralfarbenindustrie v. Beginn d. 19. Jh. b. z. Ausbruch d. Weltkrieges, 1922, S. 92 ff.; C. vom Berg, Gesch. d. Fam. Lindgens, 2 Bde., 1927/31; 100 J. Lindgens & Söhne, Köln-Mülheim, Weg u. Leistung e. Fam.-unternehmens (1951); H. Kellenbenz u. K. van Eyll, Die Gesch. d. Unternehmer. Selbstverwaltung in Köln 1797-1914, 1972, S. 70; H. Pohl, R. Schaumann u. F. Schönert-Röhlk, Die chem. Industrie in d. Rheinlanden während d. industr. Rev. I.: Die Farbenindustrie, 1983, S. 45, 193. - Zu Adolf ( 1941): Rhdb. (P).

Autor  
Manfred Klett
Empfohlene Zitierweise  

Klett, Manfred, „Lindgens, Adolf“, in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 602 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136725791.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 14 (1985), S. 602 f.

PND: 136725791
Artikel drucken

Index

Lindgens, Adolf

Name: Lindgens, Adolf
Lebensdaten: 1856 bis 1941
Geburtsort: Mülheim/Rhein
Sterbeort: Wiesbaden
Beruf/Lebensstellung: Bleifarbenfabrikant
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Klett, Manfred
PND: 136725791

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Lindgens, Adolf

PND
136725791

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope