<< Bohnenberger, Johann Gottlieb Friedrich von
Bohner, Heinrich >>
Bohnenberger, Karl
Germanist,
* 26.8.1863 Riedbach (Kreis Crailsheim),
† 29.10.1951 Tübingen. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich (
† 1919), Pfarrer;
M Sophie (1837–1927),
T des J. Berg, fürstlichen hohenlohischen Rats und Oberamtsarztes;
Ur-Gvv Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger s. (1); ledig.
Leben ↑
Nach der Schulausbildung im württembergischen niederen evangelisch-theologischen Seminar studierte Bohnenberger 1881-86 als „Stiftler“ in Tübingen Theologie; nebenher betrieb er philologische Studien, die ihn in enge Berührung mit dem Indogermanisten
Rud. von Roth und dem Germanisten Eduard Sievers brachten. Mit einer Preisarbeit zur Ortsnamenforschung erwarb er 1886 den Doktorgrad. Nach zweijährigem Kirchendienst wechselte er 1888 zur Philologie hinüber. Er wurde Bibliothekar an der Tübinger Universitätsbibliothek, habilitierte sich 1892 mit einer Schrift zur historischen Mundartforschung und wirkte, jahrelang neben dem Bibliotheksdienst, sehr nachhaltig und erfolgreich im akademischen Lehramt, 1921-30 als Ordinarius für deutsche Sprache und Literatur. Seine wissenschaftliche Tätigkeit betraf Mundart-, Orts- und Flurnamen- und Volkskundeforschung. Von großen Leitgedanken aus leistete er, ein Vertreter der direkten Methode, vorbildliche Arbeit, die weit über seinen schwäbisch-alemannischen Forschungsraum hinaus von Bedeutung ist (Sprachgrenzenforschung, Stammesmundarten). Für diesen selbst ist sein gesamtes Schaffen grundlegend geworden durch Anregung und Betreuung ausgedehnter volkskundlicher Stoffsammlungen, Mitarbeit bei der amtlichen Landesbeschreibung mit Bezug auf Mundart, volkstümliches Leben, Ortsnamendeutung und durch Schaffung des württembergischen Flurnamenarchivs. Seit 1906 war Bohnenberger ordentliches Mitglied des Württembergischen Statistischen Landesamts, als solches Berater mit Entscheidungsrecht bei den Vermessungs- und Katasterbehörden in allen Fragen der Auswahl und Schreibung der Flurnamen auf den Meßtischblättern und im Grundbuch.
Werke ↑
Verz. bis 1938, in: Festgabe f. K.
B., 1938
(P); Die
alemann. Mundart, 1953: Die Ostfränk.Mundart
(Ms., Veröff. vorgesehen).
Literatur ↑
A. Mack, in: Festgabe f. K.
B. (
s. o.);
H. Dölker, in: Heimatkdl.
Bll. f. d.
Kr. Tübingen, 1951;
ders., in:
ZWLG 11, 1952;
ders., in:
Jbb. f. Statistik u.
Landeskde., 1952;
ders., in:
Zs. f.
Volkskde., 1954;
H. Moser, in:
Zs. f. Mundart-F 20, 1952
(W nach 1938, S. 244).
Autor ↑
Helmut DölkerEmpfohlene Zitierweise ↑
Dölker, Helmut, „Bohnenberger, Karl“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
422
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116232919.html
Bohnenberger, Karl
Name: Bohnenberger, Karl
Lebensdaten: 1863 bis 1951
Geburtsort: Riedbach (Kreis Crailsheim)
Sterbeort: Tübingen
Beruf/Lebensstellung: Germanist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Dölker, HelmutPND: 116232919