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NDB-Artikel

<< Ahrens, Heinrich     Aiblinger, Johann Kaspar >>

Ahrens, Wilhelm Ernst Martin Georg

Mathematiker, * 3.3.1872 Lübz (Mecklenburg), 23.4.1927 Rostock. (lutherisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Kaufmann in Rostock.

Leben  
|Nach Studium der Mathematik in Rostock, Berlin und Freiburg promovierte Ahrens in Rostock mit dem Thema: Über eine Gattung n-fach periodischer Funktionen von n-reellen Veränderlichen (1895). Im gleichen Jahr bestand er auch mit ausgezeichnetem Erfolg die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Ahrens war für ein Jahr Lehrer an der Deutschen Schule in Antwerpen und dann noch zwei Semester in Leipzig bei Sophus Lie. Daraus erwuchsen einige rein mathematische gruppentheoretische Arbeiten. Von 1897 bis 1904 war Ahrens an der Bauschule und dann an der Maschinenbauschule in Magdeburg tätig. Als diese Schule verstaatlicht wurde, nahm er seinen Abschied, weil er befürchtete, im Staatsdienst in einen kleineren Ort versetzt zu werden. Er ließ sich dann als Privatgelehrter in Rostock nieder und hat seitdem eine große literarische Tätigkeit in Zeitschriften, Zeitungen und durch Bücher entfaltet. Als ausgezeichneter Schachspieler kam er zu immer weiter ausgreifenden Beschäftigungen mit mathematischen Spielen und Unterhaltungen, wovon 23 Kapitel seines zweibändigen Werkes „Mathematische Unterhaltungen und Spiele" (1910-18) zeugen. Mit seiner erstaunlichen Belesenheit spürt er den oft sehr alten Quellen nach und weiß andererseits das charakteristisch Mathematische klar hervorzuheben. So war er auch der geeignete Bearbeiter des Artikels „Mathematische Spiele" in der Enzyklopädie der Mathematischen Wissenschaften. Als „Mathematischer Büchmann" ist Ahrens durch sein mustergültig redigiertes Sammelwerk „Scherz und Ernst in der Mathematik, geflügelte und ungeflügelte Worte“ (1904) sehr bekannt geworden. Er hat den Briefwechsel der Brüder Jacobi, des Mathematikers und Elektrotechnikers, herausgegeben und durch eine große Anzahl historischer und literarischer Anmerkungen dem heutigen Leser verständlich gemacht. Aus kritischer Untersuchung der Quellen entstand das für die Gelehrtengeschichte sehr interessante Buch „Mathematikeranekdoten“ (1916). Als Kritiker scharf, war Ahrens im persönlichen Verkehr liebenswürdig. Er trug sich noch mit vielen literarischen Plänen, z. B. zu einem großen Werk über magische Quadrate und einer Neuauflage von „Scherz und Ernst“, doch der Tod hinderte ihn daran.

Literatur  
W. Lorey, W. A. zum Gedächtnis, in: Archiv f. Gesch. d Math., d. Naturwiss. u. d. Technik X, H. 3, 1927 (P); Pogg. IV, V (weitere W).

Autor  
Wilhelm Lorey
Empfohlene Zitierweise  

Lorey, Wilhelm, „Ahrens, Wilhelm Ernst Martin Georg“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 113-114 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116257490.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 113-114

PND: 116257490
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Index

Ahrens, Wilhelm

Name: Ahrens, Wilhelm
Namensvariante: Ahrens, Wilhelm Ernst Martin Georg
Lebensdaten: 1872 bis 1927
Geburtsort: Lübz (Mecklenburg)
Sterbeort: Rostock
Beruf/Lebensstellung: Mathematiker
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Lorey, Wilhelm
PND: 116257490

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Ahrens, Wilhelm

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116257490

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