<< Boeck, Johann Michael
Böckeler, Heinrich >>
Böckel, Otto G. K. (Pseudonym Dr. Capistrano)
Volkskundler,
* 2.7.1859 Frankfurt/Main,
† 17.9.1923 Michendorf (Mark). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gustav Adolph, Steinmetz,
S des Georg Andreas, Schlossermeister, und der Anna Martha Rößler;
M Anna Sabina,
T des Kaufmanns Johann Peter Schaffner und der Anna Sabina Schütz.
Leben ↑
Böckel studierte 1878-82 Jurisprudenz und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, dann neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Nach der Promotion in Marburg (1882) wurde er dort Hilfsarbeiter an der Universitätsbibliothek. Schon als Student war er ein Beobachter des Volkslebens und Sammler von Volksliedern. Seine Liebe zum Bauernstand führte ihn zur Politik; 1887-1903 war er Abgeordneter im Reichstag für den Wahlkreis Marburg/Kirchhain. In dieser Zeit schrieb er als Angehöriger der Deutschen Reformpartei antisemitische Bücher. Ins Privatleben zurückgekehrt, widmete er sich volkskundlichen Arbeiten. Obwohl die heutige Forschung den romantischen Standpunkt Böckels nicht mehr teilt, würdigt sie neben seiner Sammeltätigkeit vor allem den Gedankenreichtum seiner „Psychologie der Volksdichtung“ (1906) und die breite Wirkung seiner Schriften auf die praktische Heimatpflege.
Werke ↑
Dt. Volkslieder aus Oberhessen, 1885; Dorfbilder aus Hessen u. d. Mark, 1908; Die
dt. Volkssage, 1909; Seelenland, Bilder aus
dt. Heldenzeit, 1913; Das
dt. Volkslied, 1917;
Hrsg.: Der Reichsherold,
Wschr., 1887-95: Der
dt. Wald im
dt. Lied, 1899.
Literatur ↑
H. Hepding, in: Hess.
Bll. f.
Volkskde. 22, 1924, S. 88 ff.;
F. Werner, O.
B., in:
Lb. Kurhessen I, S. 31-37
(P);
Wi., 1905;
J. Koepp, in:
DBJ V, S. 40-43 (
W, u. Totenliste 1923,
L);
Nekrolog
z. Kürschner, Lit.-Kal., 1938
(W).Autor ↑
Mathilde HainEmpfohlene Zitierweise ↑
Hain, Mathilde, „Böckel, Otto G. K.“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
365
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118852337.html