Name
Heinze, Max
Namensvarianten
Heinze, Franz Friedrich Max; Heinze, Franz Friedrich Maximilian; Heinze, Maximilian; Heinze, Maximilianus; Heinzius, Maximilianus
Lebensdaten
1835 bis 1909
Geburtsort
Prießnitz bei Naumburg/Saale
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Lebensstellung
Philosophiehistoriker
Konfession
lutherisch
Autor NDB
Erwin Arnold
Autor ADB
-
GND
11667461X

Heinze, Max

Philosopiehistoriker, * 13.12.1835 Prießnitz bei Naumburg/Saale, 17.9.1909 Leipzig.

  • Genealogie

    V Carl (1797–1872), Dr. theol., Dr. phil., Pfarrer, Kirchenrat in P., S d. Christoph u. d. Johanna Wehrmann; M Henriette (1802–72), T d. Pfarrers Chrstn. Frdr. Heumann in Graba b. Saalfeld u. d. Frieder. Christiane Köhler; B Rudolf (1825–96), Prof. d. Rechte in Leipzig, seit 1873 in Heidelberg (s. ADB 50); - Naumburg 1864 Klara (1845–1933), T d. Carl Edmund Lepsius (1805–73), Landgerichtsdir. in Naumburg, u. d. Charlotte Wegmann; 2 S, 1 T, Richard (s. 2), Rudolf (s. 3), Margarete ( Alfred Kühne, 1873–1929, Min.dir. im preuß. Min. f. Handel u. Gewerbe, s. DBJ XI, Tl. 1929, Werke, Literatur); N Marg. Hedwig Elisabeth ( Richard Loening, 1848–1913, Prof. d. Strafrechts in Jena, s. BJ XVIII, Tl. 1913, L).

  • Leben

    H. studierte 1854-60 erst Theologie, dann Philosophie und Klassische Philologie in Leipzig, Halle, Erlangen, Tübingen und in Berlin, wo er 1860 bei A. Trendelenburg mit einer Arbeit über die stoische Affektenlehre promovierte. Nachdem er bis 1863 als Lehrer an der Fürstenschule Pforta gewirkt hatte, wo unter anderem Nietzsche und Wilamowitz seine Schüler waren, wurde er als Erzieher der Söhne des Großherzogs an den geistig interessierten Oldenburger Hof berufen. Hier reifte sein erstes großes Werk über „Die Lehre vom Logos in der griechischen Philosophie“ (1872), welches ihm schließlich die Habilitation in Leipzig eintrug. Nach kurzer Lehrtätigkeit in Basel und Königsberg wurde er 1875 als Nachfolger von H. Ahrens auf den Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie in Leipzig berufen, den er bis zu seinem Tode innehatte. – H.s Bemühungen auf dem Gebiet der Philosophiegeschichte galten vor allem der griechischen Philosophie, deren Verständnis er besonders durch Untersuchungen über den Nous des Anaxagoras, über Prodikos von Keos und den Eudämonismus gefördert hat. Das bedeutendste Verdienst aber hat er sich durch seine Neubearbeitung von Ueberwegs „Grundriß der Geschichte der Philosophie“ erworben, den er von der 5. bis zur 9. Auflage betreut hat und der erst durch ihn zu dem zuverlässigsten und gründlichsten Orientierungsbuch der Philosophiegeschichte wurde, ausgezeichnet durch übersichtliche Disposition der Stoffmassen, Prägnanz der Charakteristiken und reichhaltige bibliographische Angaben, wie durch Sachlichkeit, Gründlichkeit und ruhig abwägendes kritisches Urteil. Aller geistreich konstruierenden Spekulation abgeneigt, hatte H. seine Stärke gerade in der völlig sachbezogenen Beschränkung und Konzentration. Zum Verständnis der neueren Philosophie hat er vor allem durch die kritische Herausgabe der Vorlesungen Kants über Metaphysik und durch Arbeiten über Descartes, Spinoza und Leibniz Beiträge geliefert. Eine besondere Stellung nehmen seine teilweise recht umfangreichen Artikel in der 3. Auflage der „Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche“ ein, in denen wesentliche Themen der Weltanschauungslehre (Emanatismus, Evolutionismus, Naturgesetz, Materialismus, Neoplatonismus, Pantheismus, Theismus, Religionsphilosophie) eine zusammenfassende Behandlung erfahren und das gegenseitige Aufeinanderbezogensein der Weltanschauungen sichtbar gemacht wird. Zu seinen Schülern bekannten sich unter anderem A. Aall, K. Joel, O. Külpe, F. Medicus, Hermann Schwarz. Nietzsches ganzen Lebensgang hat H. trotz grundverschiedener Geistesart mit tiefem Verständnis begleitet.

    • Werke

      Weitere Werke unter anderem  Stoicorum de affectibus doctrina, 1861;   Die Sittenlehre d. Descartes, 1872;   Leibniz in seinem Verhältnis zu Spinoza, in: Im neuen Reich, 1875, S. 921-32;   Zur Erkenntnislehre d. Stoiker, in;   Progr. d. Phil. Fak. Leipzig 1879/80;   Der Eudämonismus in d. griech. Philos., in: Abhh. d. Kgl. Sächs. Ges. d. Wiss., Philol.-hist. Kl., VIII, 6, 1883, S. 645-757;   Vorlesungen Kants üb. Metaphysik aus drei Semestern, ebd. XIV, 6, 1894, S. 483-728;   Über Prodikos aus Keos, in: Berr. üb. d. Verhh. d. Kgl. Sächs. Ges. d. Wiss., philol.-hist. Kl., 36, 1884, S. 315-35;   Über d. Nous des Anaxagoras, ebd. 42, 1890, S. 1-45;   Pfalzgfn. Elisabeth u. Descartes, in: Raumers Hist. Taschenbuch, 1886, S. 257-304. - Mitarbeiter(in): ADB;   Bursian-Jberr.

    • Literatur

        M. Brasch, Leipziger Philosophen, 1894;   A. Eleutheropulos, M. H., 1909;   G. Heinrici, in: Berr. üb. d. Verhh. d. Kgl. Sächs. Ges. d. Wiss., philol.-hist. Kl., 61, 1909, S. 209-34, gekürzt in: BJ XIV, S. 221-31 (L, u. Tl. 1909, L);   Bursian-BJ 155, S. 186.

  • Autor

    Erwin Arnold
  • Empfohlene Zitierweise

    Arnold, Erwin, "Heinze, Max" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 447 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11667461X.html
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Heinze, Max