Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Agrippa von Nettesheim, Heinrich Cornelius     Ahlborn, August Julius Wilhelm >>

Ah, Joseph Ignaz von (Pseudonym Hartmann von Baldegg)

katholischer Theologe und Schriftsteller, * 15.12.1834 Sachseln (Kanton Unterwalden), 1.9.1896 Kerns (Kanton Unterwalden).


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Aus Unterwaldner Geschlecht ritterlichen Ursprungs; V Theodul von Ah, Kleinbauer und Schuster in Sachsein; M Anna Maria Imfeld aus Samen (Kanton Unterwaiden).

Leben  
|Ah besuchte das Kollegium in Sarnen, die Klosterschule in Einsiedeln und das Priesterseminar in Chur. 1857 zum Priester geweiht, war er zuerst als Vikar in Bern (1857–59), dann in Freiburg im Üchtland (1859-63) und darauf als Geistlicher und Lehrer in Stans tätig (1863-67). Von 1867 bis zu seinem Tode war er Pfarrer in Kerns. 1888 wurde er zum bischöflichen Kommissar für Obwalden ernannt. Daneben wirkte er als kantonaler Schulinspektor. Ah war Mitbegründer des schweizerischen Piusvereins und des „Nidwaldner Volksblattes“ (1866), für das er 30 Jahre lang wöchentlich als „Weltüberblicker“ einen Leitartikel über die Weltlage schrieb. Diese originellen Berichte, seine populären bodenständigen Predigten, seine Heiligenbiographien und seine volkstümlichen vaterländischen Theaterstücke verschafften ihm großes Ansehen.

Werke  
Volksschauspiele u. a.: Subsylvania od. Die Helden Unterwaldens, 1858; Der Löwe v. Luzern, 1881; Arnold v. Winkelried, 1888; Hans Waldmann. 1888; Hist. Arbeiten u. a.: Von dem frommen Leben d. hl. Karl Borromäus, 1885; Des sel. Einsiedlers Nikolaus v. Flüe wunderbares Leben. 1887, 31917; Die Bundes-Briefe d. alten Eidgenossen 1291-1513, zusammengestellt u. erläutert, 1891; Ausgewählte Predigten, hrsg. v. J. Beck, 4 Bde., 1904-14 (mit Biogr.).

Literatur  
ADB XLV; P. Ambiel, Pfarrer u. Kommissar J. I. v. A., in: Beil. z. Jber. d. kantonalen Lehranstalt Sarnen, 1942 (P); HBLS I, 1921 (weitere L): Goedeke, NF, 1940, S. 140 (weitere L); Kosch I (L).

Portraits  
Stich in: Schweiz. Porträt-Gal. I, Nr. 45.

Autor  
Alfred Zäch
Empfohlene Zitierweise  

Zäch, Alfred, „Ah, Joseph Ignaz von“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 106-107 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116270500.html

ADB-Artikel

<< Agricola, Rudolf     Ahlfeld, Friedrich >>

Ah, Josef Ignaz von

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Ah: Josef Ignaz von A., katholischer Geistlicher und Schriftsteller, geboren am 15. December 1834, † am 1. September 1896. Er war das älteste von fünf Kindern des Theodul v. A., aus einer wackern Bauernfamilie in Sachseln, Obwalden. Seine Gymnasialbildung erhielt er bei den Benedictinern am Collegium im nahen Sarnen und in Einsiedeln, wo er 1851—53 das Lyceum (Philosophie und Physik) besuchte. Es waren besonders P. Gall Morel (s. A. D. B. XXII, 220) und Karl Brandes (s. d. unter den Nachträgen), welche nachhaltig auf ihn einwirkten, denen er auch zeitlebens ein dankbares Andenken widmete. Seine theologischen Studien absolvirte er vollständig am Priesterseminar St. Luzi in Chur und da er das für die Priesterweihe erforderliche Alter noch nicht hatte, leistete er mittlerweile am Knabenseminar in Chur Aushülfe. Am 9. August 1857 erhielt er die Weihe zum Priester und feierte in|Sachseln am 16. August seine erste hl. Messe, wobei P. Gall Morel die Festpredigt hielt. 1857—59 wirkte A. als Vicar an der katholischen Kirche in Bern, zu deren Bau er Beiträge auf weiten Reisen, namentlich in Oesterreich, sammelte. 1859—63 war er Vicar an der St. Nikolauskirche in Freiburg im Uechtland und eignete sich dabei eine vollkommene Kenntniß der französischen Sprache an. In die Heimath zurückgekehrt wirkte er 1863—67 in Stans zuerst als Kinderpfarrer und Oberlehrer und seit 1866 als Frühmesser. Ende dieses Jahres gründete er mit gleichgesinnten Freunden das "Nidwaldner Volksblatt", dessen Leitartikel er unter dem Namen "Weltüberblicker" bis zu seinem Tode redigirte. Diese stets originellen, geistreichen und immer frisch, packend und ungemein volksthümlich geschriebenen Wochenberichte haben dem Blatte, dessen Leserkreis zunächst nur einen halben Kanton umfaßte, eine ungewöhnliche Verbreitung, selbst über die Grenzen der Schweiz hinaus, verschafft und A. zum namhaften Publicisten gemacht. Im März 1886 erschien der tausendste und nicht lange vor Ah's Tode der 1500ste Wochenbericht. Am 29. September 1867 war er zum Pfarrer von Kerns in Obwalden erwählt worden und weihte von da an sein Wirken dem heimathlichen Halbkanton. Im J. 1872 zum Schulinspector gewählt, bekleidete er dieses Amt bis 1887 und dann nochmals anderthalb Jahre bis zu seinem Tode. Seit 1874 war er auch Mitglied des kantonalen Erziehungsrathes. Für die Verbesserung der schwierigen Schulver-hältnisse Obwaldens war er rastlos thätig und hat viel dazu beigetragen, diesem Ländchen eine ansehnliche Stellung unter den eidgenössischen Mitständen zu erringen. Im Juni 1888 ernannte ihn der Bischof von Chur zum Commissar für Obwalden und am 2. November ertheilte ihm Kerns das Bürgerrecht. 29 Jahre wirkte er als Seelsorger eifrig, opferwillig, wohlthätig, dabei stets im besten Frieden mit seiner Gemeinde. Als beliebter geistlicher Redner wurde er auf zahlreiche Kanzeln der Schweiz berufen und verstand es ebenso gründlich wie populär zu sprechen. Mehr als 40 seiner Vorträge liegen gedruckt vor. Ein solcher mit dem bezeichnenden Titel "Käse und Menschen" 1875 am Aelplerfeste in Sachseln gehalten, erlebte eine ganze Reihe von Auflagen. Als Dichter trat A. unter dem Namen "Hartmann von Baldegg" zuerst 1858 mit "Subsylvania, historisch-romantisches Festspiel" in die Oeffentlichkeit. Später dichtete er noch eine Reihe von Volksschauspielen, von denen "Der Löwe von Luzern" und "Hans Waldmann" 1896 im Drucke erschienen. Als tüchtiger Kenner und Freund der vaterländischen Geschichte hat er weniger durch eigene Forschung als durch originelle Darstellung sich hervorgethan. 1876 versammelte er als Präsident des historischen Vereins der V Orte dessen Mitglieder um sich. Als Festschrift gab er heraus: "Die Bundesbriefe der alten Eidgenossen, 1291—1513, zusammengestellt und erläutert". Mit 3 Facs. (Einsiedeln 1891). Mehr der Erbauung dienen die Lebensbeschreibungen des seligen Nikolaus von Flüe (Einsiedeln 1887) und des hl. Karl Borromäus (ebd. 1888). Uebersetzung aus dem Französischen, gemeinschaftlich mit J. Wipfli, ist das Leben der hl. Katharina (ebd. 1886). Nebstdem lieferte er noch Beiträge zu zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Seine Eigenart, hohe vielseitige Begabung, unermüdliche Arbeitskraft, edler Charakter und gutes Herz haben den "Kirchherrn von Kerns" weit über die Grenzen seiner Heimath hinaus bekannt gemacht und sichern seinem Namen ein ehrenvolles Andenken.

Literatur  
(A. Wirz,) Obwaldner Volksfreund vom 5. u. 12. Septbr. 1896. — J. Schmid, Kath. Schweizerblätter. N. F. 12 (1896), 338—345, m. Portr.

Autor  
Gabriel Meier.
Empfohlene Zitierweise  

Meier, Gabriel, „Ah, Josef Ignaz von“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 45 (1900), S. 710-711 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116270500.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 106-107
ADB 45 (1900), S. 710-711

PND: 116270500
Artikel drucken

Index

Ah, Joseph Ignaz von

Name: Ah, Joseph Ignaz von
Namensvariante: Baldegg, Hartmann von
Namensvariante: Hartmann von Baldegg
Lebensdaten: 1834 bis 1896
Geburtsort: Sachseln (Kanton Unterwalden)
Sterbeort: Kerns (Kanton Unterwalden)
Beruf/Lebensstellung: katholischer Theologe; Schriftsteller
Konfession: katholisch
Autor NDB: Zäch, Alfred
Autor ADB: Meier, Gabriel
PND: 116270500

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Ah, Joseph Ignaz von

PND
116270500

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlässe
Kalliope