<< Blümner, Hugo Johann Friedrich Daniel Wilhelm Ferdinand
Blüting, Joachim >>
Blüthner, Julius Ferdinand
Pianofortefabrikant,
* 11.3.1824 Falkenhain bei Merseburg,
† 13.4.1910 Leipzig. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Christian, Tischlermeister in Falkenhain,
S des Johann Christian;
M Caroline Augustine
Wilh. Ritter aus Rostin bei Soldin (Regierungsbezirk Frankfurt/Oder);
S Adolf Max (
⚭ Ella Pancera, 1876–1932, Pianistin), Robert und Bruno, führten die Firma weiter.
Leben ↑
Blüthner übte zuerst das Tischlerhandwerk aus. Mit 18 Jahren trat er als Lehrling in die Klavierfabrik Hölling ein und stieg dort bis zum Mitchef auf. Da ihm hier der Wirkungskreis zu klein war, wanderte er durch die Klavierbaufirmen derverschiedensten Städte, um sein Wissen zu erweitern. Zuletzt arbeitete er bei Bretschneider in Leipzig. 1853 gründete er in Leipzig eine eigene Firma und begann mit drei Arbeitern den Bau der später weltbekannten Blüthner-Flügel. 1864 konnte er bereits einen großen Fabrikneubau errichten, in dem er in den folgenden Jahren 800 Arbeiter beschäftigte. Auf der Weltausstellung in Paris erhielt die Firma 1867 den ersten Preis und erlangte dadurch internationale Bedeutung. Weitere Preise folgten in Wien 1873, Philadelphia 1876, Sidney 1880, Amsterdam 1883, Melbourne 1889, Guatemala 1879 und Paris 1900. Bis 1903 hatte die Firma 63 000 Flügel hergestellt. In der Konstruktion seiner Instrumente ging Blüthner ganz eigene Wege, und in jahrelanger Arbeit gelang es ihm, den besonders charakteristischen Ton zu entwickeln, der die Blüthner-Instrumnnte auszeichnet. Als besondere Eigenart schuf er 1873 den Aliquotflügel, bei dem ein zusätzlicher Saitenchor, eine Oktav höher, mitschwingt und die Hörbarkeit der Obertöne (Aliquoten) künstlich verstärkt. Patente über seine Repetitionsmechanik (Blüthner-Mechanik) lagen bereits 1856 vor. Im 2. Weltkrieg erlitt sein Werk schwere Schäden. Trotzdem konnte die Firma neu aufbauen und ihre alten Geschäftsverbindungen wieder anknüpfen.
Werke ↑
Lehrb. d. Pianofortebaus (mit H. Gretzschel). 1872,
41921
hrsg. v. R. Hannemann.
Literatur ↑
O. Keller,
Gesch. d. Musik II, 1923, S. 295;
W. Stieda, in:
Sächs. Lb. I, 1930, S. 17-24
(L, P);
H. Matzke, Unser
techn. Wissen
v. d. Musik, 1949. S. 418, 424;
BJ XV (Totenliste 1910,
L);
Riemann;
R. Blüthner-Haessler, in:
MGG;
H. J.
Moser,
31951.
Portraits ↑
Holzschnitt in:
LIZ 102, 1894, S. 282;
Ölgem. Dt. Museum, München.
Autor ↑
Ada EybergEmpfohlene Zitierweise ↑
Eyberg, Ada, „Blüthner, Julius Ferdinand“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
320
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116206047.html
Blüthner, Julius
Name: Blüthner, Julius
Namensvariante: Blüthner, Julius Ferdinand
Lebensdaten: 1824 bis 1910
Geburtsort: Falkenhain bei Merseburg
Sterbeort: Leipzig
Beruf/Lebensstellung: Pianofortefabrikant
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Eyberg, AdaPND: 116206047