<< Krauß, Philipp Freiherr von
Krauß, Werner >>
Krauss, Samuel
jüdischer Theologe, Philologe und Historiker,
* 18.2.1866 Ukk bei Szala (Ungarn),
† 4.6.1948 Cambridge (England).
Genealogie
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Genealogie ↑
⚭ 1895 Irene Tedesco; 1
S, 3
T .
Leben ↑
Nach dem Besuch der Talmudschulen in Jarosháza und Papá studierte Krauss in Budapest am Rabbiner-Seminar und 1884-89 an der Universität, 1892 in Berlin an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums und an der Universität, schließlich in Gießen (doctor philosophiae 1893). 1894-1906 erteilte er Bibel- und Hebräischunterricht am jüdisch Lehrerseminar in Budapest. Seit 1906 las er an der Isr.-Theologe, Theologie Lehranstalt in Wien, deren Direktor er 1932 wurde, Bibelwissenschaft, Geschichte und Liturgie. 1920 gründete Krauss den Wiener „Verein für jüdisch Geschichte und Literatur“. Er war Mitarbeiter zahlreicher Zeitungen, Zeitschriften und Enzyklopädien (Jewish Encyclopedia, Encyclopaedia Judaica, Jüdisch Lexikon etc.), engagierte sich aber auch im kommunalpolitischen Bereich. Nachdem seine wertvolle Bibliothek 1938 in der „Kristallnacht“ zerstört worden war, emigrierte er nach England. Zusammen mit seiner Tochter lebte er fortan in Cambridge. – Die Liste von Krausss Veröffentlichungen umfaßt über 1 300 Artikel, Aufsätze und Bücher. Zu den wichtigsten gehört das Standardwerk „Griechisch und lateinisch Lehnwörter im Talmud, Midrasch und Targum“ (2 Bände, 1898, Neudruck 1964). Es enthält ein Verzeichnis der Lehnwörter und setzt sich mit Problemen der Überlieferung, Wortgeschichte, Phonetik und Grammatik auseinander. 1936 gab Krauss einen Ergänzungs- und Berichtigungsband zu Kohuts „Aruch“ heraus: Tosefot ha-Arukh ha-Shalem (Neudruck 1955). Sein bedeutendstes Werk ist die „Talmud. Archäologie“ (3 Bände, 1910 ff., Neudruck 1966). Auf Grund der archäologischen Funde und literarischen Quellen vermittelt er ein anschauliches Bild vom täglichen Leben in jener Zeit, wobei das Hauptaugenmerk auf den sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen liegt.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Zur
griech. u.
lat. Lexicographie aus
jüd. Qu.,
Diss. Gießen 1893;
David Kaufmann, 1901;
Das Leben Jesu nach
jüd. Quellen, 1902;
Théodule Ribots
Psychol., 1905;
Antoninus u. Rabbi, 1910;
Die galiläischen Synagogenruinen, 1911;
Stud. z. byzantin.-
jüd. Gesch., in:
Jber. d. Isr.-
Theol. Lehranstalt 21, 1914;
Monumenta Talmudica, 1914;
Die Mischna, 1914 (mit G. Beer u. O. Holtzmann);
Synagogale Altertümer, 1922 (
Neudr. 1966);
Vier J.tausende
jüd. Palästinas, 1922;
Die Wiener Geserah
v. J. 1421, 1922;
Gesch. d.
isr. Armenanstalt, 1922;
Joachim Edler
v. Popper, 1926;
Gesch. d.
jüd. Ärzte
v. frühesten
MA b. z. Gleichberechtigung, 1930;
Moses ben Maimon, 1935 (mit D. Feuchtwang).
Literatur ↑
A. Ashtor,
Bibliogr. d.
Schrr. S.
K.s 1887-1937, 1937;
Enc. Jud. X
(P);
ÖBL.
Autor ↑
Franz MengesEmpfohlene Zitierweise ↑
Menges, Franz, „Krauss, Samuel“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
718
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116401656.html
Krauss, Samuel
Name: Krauss, Samuel
Lebensdaten: 1866 bis 1948
Geburtsort: Ukk bei Szala (Ungarn)
Sterbeort: Cambridge (England)
Beruf/Lebensstellung: jüdischer Theologe; Philologe; Historiker
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Menges, FranzPND: 116401656