<< Bezzel, Hermann Theodor Friedrich Ernst Ritter von
Bianca Maria Sforza >>
Bezzenberger, Adalbert
Sprachwissenschaftler und Vorgeschichtsforscher,
* 14.4.1851 Kassel,
† 31.10.1922 Königsberg (Preußen) (lutherisch)
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Leben ↑
Familie um 1600 in Buxtehude, wo ein Vorfahr Schmied war, seit 1700 in Kurhessen; ihr gehört wahrscheinlich auch der württembergische Kriminalist, Staats- und Geheimer Rat Georg Heinrich von Bezzenberger (1795–1866) an, der durch seinen Entwurf einer auf öffentlichen und mündlichen Verfahren beruhenden Strafprozeßordnung bekannt wurde;
V Heinrich Ernst (1814–92), Germanist in Marburg/Lahn;
M Amalie Wiederhold (1819–97);
⚭ 1880 Helene,
T des Geheimen Regierungsrats Theodor Schultze, aus Niederlausitzer Familie; 3
K.
Bezzenberger verdankte seine wissenschaftliche Ausbildung der Universität Göttingen, an der er sich 1874 für vergleichende Sprachwissenschaft und Sanskrit habilitierte. 1879 wurde er nach Königsberg berufen. In seinen Beiträgen zur Kunde der indogermanischen Sprachen gründete er (1877) eines der führenden Organe dieser Wissenschaft. Es ist für Bezzenberger charakteristisch, daß er sich von der Leipziger Richtung fernhielt; die Philologie war ihm eine Wissenschaft, die der Gesamterforschung eines Volkes zu dienen hat. In diesem Sinne widmete er sich frühzeitig (1874) dem Studium des preußisch-baltischen Raumes, er wurde der Gründer der baltischen Philologie, in die er Vorgeschichte und Folkloristik miteinbezog. Seit 1891 bekleidete er neben der Professur das Amt des Landesarchäologen; dem Prussia-Museum in Königsberg galt sein besonderes Interesse. In der Universitätsverwaltung spielte Bezzenberger eine hervorragende Rolle; dreimal wählte man ihn zum Rektor. Am verantwortungsvollsten war seine Amtsperiode 1919 bis 1921, als Ostpreußen geographisch vom Reich getrennt wurde und es galt, die Universität durch diese schwere Zeit hindurchzusteuern. Für Bezzenberger bedeutete diese Zeit den Höhepunkt seines Lebens. - Er war dreifacher Ehrendoktor und Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften.
Werke ↑
u. a. Btrr. z. Gesch. d. litau. Sprache, 1877;
Btrr. z. Kde. d.
indogerman. Sprache, 1877–1906.
Literatur ↑
G. Gerullis, in:
Lb. Kurhessen I, 1939, S. 27-29
(W, L);
G.
v. Seile,
Gesch. d. Al
|bertus-
Univ. zu Königsberg, 1944;
R. Trautmann, in:
DBJ IV, S. 12-16 (
W, L, u. Totenliste 1922);
s. a. E. Wermke,
Bibliogr. d.
Gesch. Ost- u. Westpreußens, 1933, S. 1011. -
Zu Gg. Heinr.: ADB II.
Portraits ↑
in: Ostpreußenwarte,
Jg. 2, H. 3/4, März/April, nach Zeichnung
v. Wolff.
Autor ↑
Götz von SelleEmpfohlene Zitierweise ↑
Selle, Goetz von, „Bezzenberger, Adalbert“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
213
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116161078.html
Bezzenberger, Adalbert
Name: Bezzenberger, Adalbert
Lebensdaten: 1851 bis 1922
Geburtsort: Kassel
Sterbeort: Königsberg (Preußen)
Beruf/Lebensstellung: Sprachwissenschaftler; Vorgeschichtsforscher
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Selle, Goetz vonPND: 116161078