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NDB-Artikel

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Kobert, Rudolf

Pharmakologe, * 3.1.1854 Bitterfeld, 27.12.1918 Rostock. (evangelisch)


Genealogie | Leben | Auszeichnungen | Werke | Literatur | Autor | Zitierweise

Genealogie  
V Karl, Rechtsanwalt u. Notar, S d. Leberecht Gottfried, Seifenfabr. u. Ökonom in Halle/Saale; M Auguste, T d. Friedrich Wilhelm Rehse, Ökonom in Halle; Halle 1886 Helene (* 1864), T d. Bergwerksdir. Karl Steinecke in Hamersleben Kr. Oschersleben; N Walter Frieboes († 1945), Hautarzt (s. NDB V).

Leben  
Kobert, früh verwaist, besuchte die Franckeschen Stiftungen in Halle. Nach dem Medizinstudium in Halle und der Promotion (1877) war er Assistent an der Medizinischen Klinik in Halle unter Th. Weber, dann in Straßburg seit 1879 am Physiologischen Institut unter F. L. Goltz und (seit 1882) am Pharmakologischen Institut unter O. Schmiedeberg. 1886 wurde Kobert – ohne vorausgegangene Habilitation – als Ordinarius für Pharmakologie, Diätetik und Geschichte der Medizin nach Dorpat berufen, 1887 zum russisch Staatsrat ernannt. Wegen der „Russifizierung“ der Universität verließ er Dorpat 1896 und wurde 1897 Direktor der 1854 von Hermann Brehmer (1826-89, siehe Literatur) gegründeten „Brehmerschen Heilanstalten“ in Görbersdorf (Waldenburger Gebirge, Schlesien), der ersten Lungenheilstätte Deutschlands. 1899 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Pharmakologie, Pharmakognosie, physiologische Chemie und Geschichte der Medizin in Rostock, wo er bis zu seinem Tode wirkte.
Kobert war der fünfte und letzte deutsche Pharmakologe auf dem Lehrstuhl im russischen Dorpat, wo drei Jahrzehnte zuvor Rudolf Buchheim die Pharmakologie als moderne Experimentalwissenschaft neu begründet hatte. Kobert arbeitete unter anderem über Mutterkornalkaloide, Scopolamin, Saponine, tierische und pflanzliche Gifte, schrieb beliebte Lehrbücher und wurde besonders bekannt durch die von ihm herausgegebenen „Historischen Studien aus dem Pharmakologischen Institut der Kaiserlichen Universität Dorpat“ (5 Bände, 1889–96).|

Auszeichnungen  
Dr. h. c. (Aberdeen).

Werke  
Weitere W u. a. Über d. Bestandteile u. Wirkungen d. Mutterkorns, 1884;  Compendium d. prakt. Toxikol., 1887, 51912 (engl. Übers.);  Compendium d. Arzneiverordnungslehre, 1888, 31900 (russ. Übers.);  Lehrb. d. Intoxikationen, 2 Bde., 1893, 21902/06;  Lehrb. d. Pharmakotherapie, 2 Bde., 1896 f., 21908 (ital. Übers.);  Btrr. z. Kenntnis d. Giftspinnen, 1901;  Btrr. z. Kenntnis d. Saponinsubstanzen, 1904. -  Hrsg.: Arbb. d. Pharmakolog. Inst, zu Dorpat, 14 Bde., 1888-96.

Literatur  
A. Wilhelmi, Die Meckl. Aerzte v. d. ältesten Zeiten b. z. Gegenwart, Neuausg. u. Forts, d. i. J. 1874 ersch. A. Blanck'schen Sammelwerks, 1901, S. 192 f.;  G. Willgeroth, Die Meckl. Ärzte v. d. ältesten Zeiten b. z. Gegenwart, erg. u. fortgef., 1929, S. 287 f.;  I. Brennsohn, Die Ärzte Estlands v. Beginn d. hist. Zeit bis z. Gegenwart, 1922, S. 458 f. (W)Nachrufe: (K. Sudhoff), in: Mitt. z. Gesch. d. Med. 17, 1918, S. 305;  E. Sieburg, in: Berr. d. dt. pharmazeut. Ges. 29, 1919, S. 295-99 (P);  W. Frieboes, in: Dt. med. Wschr. 45, 1919, S. 270 f. (P);  H. Buess, in: Schweizer, med. Wschr. 84, 1954, S. 448-50 (W);  B. Wiegershausen, Zur Gesch. d. Inst. f. Pharmakol. d. Univ. Rostock, in: Wiss. Zs. d. Univ. Rostock, Math.-Naturwiss., 15, 1966, S. 669-79 (P)Pogg. IV, V, VII a;  KukulaPagel;  Fischer.- Zu H. Brehmer: ADB 47;  J. Busch, in: Schles. Lb. I, 1922.

Autor  
Hans-Heinz Eulner
Empfohlene Zitierweise  

Eulner, Hans-Heinz, „Kobert, Rudolf“, in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 247 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11910850X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 12 (1979), S. 247

Erwähnungen: 
NDB 5 (1961), S. 441* (Frieboes, Walther Martin Egon Oswald)


GND: 11910850X

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Index

Kobert, Rudolf

Name: Kobert, Rudolf
Lebensdaten: 1854 bis 1918
Geburtsort: Bitterfeld
Sterbeort: Rostock
Beruf/Lebensstellung: Pharmakologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Eulner, Hans-Heinz
GND: 11910850X

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Kobert, Rudolf

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