Name
Kobert, Rudolf
Namensvarianten
-
Lebensdaten
1854 bis 1918
Geburtsort
Bitterfeld
Sterbeort
Rostock
Beruf/Lebensstellung
Pharmakologe
Konfession
evangelisch
Autor NDB
Hans-Heinz Eulner
Autor ADB
-
GND
11910850X

Kobert, Rudolf

Pharmakologe, * 3.1.1854 Bitterfeld, 27.12.1918 Rostock. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Karl, Rechtsanwalt u. Notar, S d. Leberecht Gottfried, Seifenfabr. u. Ökonom in Halle/Saale; M Auguste, T d. Friedrich Wilhelm Rehse, Ökonom in Halle; Halle 1886 Helene (* 1864), T d. Bergwerksdir. Karl Steinecke in Hamersleben Kr. Oschersleben; N Walter Frieboes ( 1945), Hautarzt (s. NDB V).

  • Leben

    K., früh verwaist, besuchte die Franckeschen Stiftungen in Halle. Nach dem Medizinstudium in Halle und der Promotion (1877) war er Assistent an der Medizinischen Klinik in Halle unter Th. Weber, dann in Straßburg seit 1879 am Physiologischen Institut unter F. L. Goltz und (seit 1882) am Pharmakologischen Institut unter O. Schmiedeberg. 1886 wurde K. – ohne vorausgegangene Habilitation – als Ordinarius für Pharmakologie, Diätetik und Geschichte der Medizin nach Dorpat berufen, 1887 zum russisch Staatsrat ernannt. Wegen der „Russifizierung“ der Universität verließ er Dorpat 1896 und wurde 1897 Direktor der 1854 von Hermann Brehmer (1826-89, siehe Literatur) gegründeten „Brehmerschen Heilanstalten“ in Görbersdorf (Waldenburger Gebirge, Schlesien), der ersten Lungenheilstätte Deutschlands. 1899 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Pharmakologie, Pharmakognosie, physiologische Chemie und Geschichte der Medizin in Rostock, wo er bis zu seinem Tode wirkte.

    K. war der fünfte und letzte deutsche Pharmakologe auf dem Lehrstuhl im russischen Dorpat, wo drei Jahrzehnte zuvor Rudolf Buchheim die Pharmakologie als moderne Experimentalwissenschaft neu begründet hatte. K. arbeitete unter anderem über Mutterkornalkaloide, Scopolamin, Saponine, tierische und pflanzliche Gifte, schrieb beliebte Lehrbücher und wurde besonders bekannt durch die von ihm herausgegebenen „Historischen Studien aus dem Pharmakologischen Institut der Kaiserlichen Universität Dorpat“ (5 Bände, 1889–96).|

    • Auszeichnungen

      Dr. h. c. (Aberdeen).

    • Werke

      Weitere W u. a. Über d. Bestandteile u. Wirkungen d. Mutterkorns, 1884;  Compendium d. prakt. Toxikol., 1887, 51912 (engl. Übers.);  Compendium d. Arzneiverordnungslehre, 1888, 31900 (russ. Übers.);  Lehrb. d. Intoxikationen, 2 Bde., 1893, 21902/06;  Lehrb. d. Pharmakotherapie, 2 Bde., 1896 f., 21908 (ital. Übers.);  Btrr. z. Kenntnis d. Giftspinnen, 1901;  Btrr. z. Kenntnis d. Saponinsubstanzen, 1904. -  Hrsg.: Arbb. d. Pharmakolog. Inst, zu Dorpat, 14 Bde., 1888-96.

    • Literatur

      A. Wilhelmi, Die Meckl. Aerzte v. d. ältesten Zeiten b. z. Gegenwart, Neuausg. u. Forts, d. i. J. 1874 ersch. A. Blanck'schen Sammelwerks, 1901, S. 192 f.;  G. Willgeroth, Die Meckl. Ärzte v. d. ältesten Zeiten b. z. Gegenwart, erg. u. fortgef., 1929, S. 287 f.;  I. Brennsohn, Die Ärzte Estlands v. Beginn d. hist. Zeit bis z. Gegenwart, 1922, S. 458 f. (W)Nachrufe: (K. Sudhoff), in: Mitt. z. Gesch. d. Med. 17, 1918, S. 305;  E. Sieburg, in: Berr. d. dt. pharmazeut. Ges. 29, 1919, S. 295-99 (P);  W. Frieboes, in: Dt. med. Wschr. 45, 1919, S. 270 f. (P);  H. Buess, in: Schweizer, med. Wschr. 84, 1954, S. 448-50 (W);  B. Wiegershausen, Zur Gesch. d. Inst. f. Pharmakol. d. Univ. Rostock, in: Wiss. Zs. d. Univ. Rostock, Math.-Naturwiss., 15, 1966, S. 669-79 (P)Pogg. IV, V, VII a;  KukulaPagel;  Fischer.- Zu H. Brehmer: ADB 47;  J. Busch, in: Schles. Lb. I, 1922.

  • Autor

    Hans-Heinz Eulner
  • Empfohlene Zitierweise

    Eulner, Hans-Heinz, "Kobert, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 247 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn11910850X.html
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Kobert, Rudolf

NDB Genealogie:
NDB Leben:

Kobert, Rudolf