<< Frieb-Blumauer, Johanna Minona
Fried, Alfred Hermann >>
Frieboes, Walther Martin Egon Oswald
Hautarzt,
* 22.12.1880 Gotha,
† 2.5.1945 Berlin (Freitod). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Robert (1845–1909),
Dir. d.
Dt. Grundkreditbank in
G., dann
stellv. Dir. d.
Preuß. Hypotheken-Aktien-Bank in Berlin,
S d. Stadtkämmerers
Frdr. Wilh. in Breslau u. d. Helena Geisler;
M Louise (1843–1931),
T d. Julien Cador, maître d'Hotel in Paris, u. d. Rosine Körner;
Om Rudolf Kobert (1854–1918), Pharmakologe (s. Fischer);
⚭ Potsdam 1909 Hedwig (1884–1942),
T d. Dr.
med. Theodor Gümbel in Speyer u. d. Louise Disque; 2
T .
Leben ↑
Frieboes studierte Medizin in Rostock, Würzburg und Berlin, promovierte 1907 in Rostock, war in freier Praxis tätig und erhielt von 1909 an eine dermatologische Ausbildung an den Kliniken Berlin, Rostock und Bonn. 1914 wurde er mit dem Lehrstuhl in Rostock betraut und 1932 zum ordentlichen Professor für Dermatologie in Berlin ernannt. – Zur Bearbeitung therapeutischer Fragen sowie zu historischen Arbeiten wurde Frieboes von R. Kobert angeregt. Pathologisch-anatomisch war er von G. Ricker, später von H. Ribbert in Bonn sowie auf dem dermatologischen Sektor von G. Arndt geschult, dem er von M. Wolters zur Weiterbildung übergeben worden war. Früchte dieser Vorbildung sind Frieboes' Habilitationsschrift über die Spieglerschen Cylindrome (Bonn 1912), in der er deren trichoepitheliale Histogenese begründete, sowie sein „Grundriß der Histopathologie der Hautkrankheiten“ (1920,
21924). – Seine 12 Beiträge zur Anatomie und Biologie der Haut, die zum Teil entwicklungsgeschichtlich untermauert sind, sind meist richtig gesehen und haben zu einer vertieften Kenntnis des Epithelbaues geführt. Bei der Beurteilung dieser Arbeiten geht es aber um die Deutung, und diese hat zum Beispiel hinsichtlich der Fibrillen, die nach Frieboes in einer Kontinuität zwischen Epithelfasern und Bindegewebsfibrillen bestehen sollen, weiterhin hinsichtlich der Basalmembran und der Vorstellung, daß das Epithel eine einheitliche Masse ungetrennt in Zellen sei, wenig Anerkennung gefunden. Die von Frieboes dargelegten Auffassungen in diesen Fragen stürzen jede bisherige Deutung hinsichtlich des Epithels um, sie waren aber sehr anregend und lösten eine große Zahl vortrefflicher Arbeiten aus. Außerdem bearbeitete Frieboes verschiedenartige dermatologische Probleme zum Teil kasuistischen Inhaltes, zum Teil aber auch in allgemein nosologischer Hinsicht. – Der geistreiche, auf weiten Gebieten auch außerhalb der Medizin feingebildete Frieboes glaubte die Niederlage Deutschlands nicht überleben zu können und schied nach der Eroberung Berlins, wo er in der Klinik bis zur Besetzung aushielt, im Charitégelände freiwillig aus dem Leben. – Rektor der Universität Rostock im Jubiläumsjahr 1919.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Histol. d. Syphilis, in: L. Arzt-K. Zieler,
Btrr. z. Kenntnis d. Guajakpräparate, 1903;
Btr. z. Klinik u.
Histopathol. d. gutartigen Hautepitheliome, 1921,
21924;
Atlas d. Mundkrankheiten, 1924 (mit H. Moral);
Atlas d. Haut- u. Geschl.krankheiten, 1929,
Suppl. 1930;
Lehrb. d. Haut- u. Geschl.krankheiten, 1930 (neubearb. Text d. Atlas);
Atlas d. Haut- u. Geschl.krankheiten, 1949 (mit W. Schönfeld);
Übers. (mit
F. W. Kobert);
Galens Schrift „Ueber d. säfteverdünnende Diät“, =
Abhh. d.
Gesch. d.
Med. 5, 1903. –
Mitarb.: E. Riecke,
Lehrb. d. Haut- u. Geschl.krankheiten, 1909,
71923.
Literatur ↑
Fischer.
Autor ↑
Heinrich A. GottronEmpfohlene Zitierweise ↑
Gottron, Heinrich A., „Frieboes, Walther Martin Egon Oswald“,
in: Neue Deutsche Biographie
5
(1961), S.
441
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11679061X.html
Frieboes, Walther
Name: Frieboes, Walther
Namensvariante: Frieboes, Walther Martin Egon Oswald
Lebensdaten: 1880 bis 1945
Geburtsort: Gotha
Sterbeort: Berlin (Freitod)
Beruf/Lebensstellung: Hautarzt
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Gottron, Heinrich A.PND: 11679061X