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Adelung, Johann Christoph >>
Adelung, Friedrich Georg
* 25.2.1768 Stettin,
† 30.1.1843 Petersburg. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Paulus Adelung (1736–85), preußischer Oberfeldapotheker in Stettin;
M Sophia Charlotte,
T des Cornelius Ewald Landgraff, Münzwardein in Stettin, und der. Clara Margaretha Goetzen;
Ov Johann Christoph Adelung (s. 2);
⚭ Petersburg Friederike Wilhelmine (1778–1848),
T des russischen Generalmajors Friedrich Christian Rall (
† 1798), aus Hessen, und der Maria Amalia Christiana Kümmel (
† 1813).
Leben ↑
Adelung studierte 1787-90 in Leipzig Rechtswissenschaft und Philosophie, bereiste sodann Mittel- und Südeuropa, siedelte 1793 nach Riga und 1795 nach Mitau über, wo er sich mit Handelsgeschäften und journalistischer Tätigkeit befaßte. Nachdem er sich nach Petersburg gewandt hatte, arbeitete er als Leiter des dortigen deutschen Theaters und als Zensor für deutsche Bücher. 1803 zum Erzieher der Großfürsten Nikolaus und Michael (Brüder des Zaren Alexander I.) ernannt, erwarb er sich das besondere Vertrauen der Zarin, zu deren Bibliotheksverwalter er auch bestellt wurde. 1809 ernannte ihn die Petersburger Akademie der Wissenschaften zum korrespondierenden Mitglied. Nach seinem offiziellen Übertritt in den russischen Staatsdienst (1824) wurde Adelung Direktor des dem Außenministerium unterstellten Orientalischen Instituts, welche Stellung er bis zu seinem Tode innehatte. Er erhielt den russischen Adel. - Adelungs Verdienste auf sprachlichem Gebiete beruhen auf der Tatsache, daß durch ihn die allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft stark gefördert wurde, obwohl er selbst wenig originell war.
Werke ↑
u. a. Rapports entre la langue Sanscrit et la langue Russe, Petersburg 1811; Katharinens
d. Gr. Verdienste um d. vergleichende
Sprachwiss., ebenda 1816; Siegmund
Frhr. v. Herberstein, Halle 1818; Übersicht aller bekannten Sprachen u. ihrer Dialekte, Petersburg 1820; Augustin
Frhr. v. Meyenberg u. seine Reise nach Rußland, ebenda 1827; Versuch einer
Lit. d. Sanskritsprache, ebenda 1830; Krit.-litterär. Übersicht d. Reisenden in Rußland bis 1700, deren
Berr. bekannt sind, ebenda 1846.
Literatur ↑
ADB I;
N. I. Gretsch,
Lehrb. d.
russ. Lit. (dt. Übers.), Riga 1837;
Enciklopedičeskij slovar', pod redacciej J. E. Andreevskago, Izdateli F.
A. Brokgauz J.
A. Efron, 86 T., Petersburg 1890-1907.
Autor ↑
Hans Joachim KisslingEmpfohlene Zitierweise ↑
Kissling, Hans Joachim, „Adelung, Friedrich Georg“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
63
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120092859.html
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Adelung, Johann Christoph >>
Adelung, Friedrich von
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Adelung: Friedrich v.
A.
, Neffe (nicht Sohn) von Joh. Chr. Adelung,
Linguist, geb. in Stettin
25. Febr. 1768, † 30. Jan. 1843. Er studirte in Leipzig von
1787—90 und machte dann als Begleiter des Grafen v. Brown eine
längere Reise durch Mittel- und Süd-Europa. Seine Studien auf der
Vaticana führten ihn zu seinem ersten Werke: "Nachrichten von
altdeutschen Gedichten, welche aus der Heidelberger in die
Vaticanische Bibliothek gekommen sind", Königsberg 1796. Ein
zweiter Theil erschien ebenda 1799 unter dem Titel: "Altdeutsche
Gedichte in Rom oder fortgesetzte Nachrichten von Heidelbergischen
Handschriften in der Vaticanischen Bibliothek". 1793 ging
A.
nach Riga, später nach Petersburg, wo er 1803 Lehrer
der Großfürsten Nicolaus und Michael, der Brüder Alexanders I., ward, dann in den Staatsdienst übertrat
und von 1824 bis zu seinem Tode Director des mit dem Ministerium
des Auswärtigen verbundenen orientalischen Institutes war (s.
Augsb. Allgem. Zeit. 1843, Nr. 117, Beil.). Daß er als Präsident
der Petersburger Akad. d. Wissenschaften gestorben sei, ist eine
irrige Angabe. Adelung's große schriftstellerische Thätigkeit
(vgl. Meusel, G. T.; N. Nekrol. 1843) bewegt sich in zwei
verschiedenen Richtungen. Durch die Schriften "Rapports entre la langue Sanscrit et la langue
Russe", 1811; "Nachträge zu dem ersten Theile des
Mithridates" (Mithridates IV);
"Katharinens der Großen Verdienste um die vergleichende
Sprachenkunde", 1816; "Uebersicht aller bekannten Sprachen und
ihrer Dialekte", 1820; "Versuch einer Litteratur der
Sanskrit-Sprache", 1830, gehört er zu den Förderern der gegen Ende
des vorigen Jahrhunderts kräftiger aufkeimenden allgemeinen und
vergleichenden Sprachwissenschaft, jedoch ohne in der Methode über
seine Vorgänger hinauszukommen. Namentlich aber machte sich
A.
verdient durch eine Reihe von Werken über Rußland,
unter denen die wichtigeren sind: "Augustin Frhr. v. Meyenberg und
seine Reise nach Rußland" (1661 und 62), 1827, und die erst nach
seinem Tode (1846) erschienene "Kritischlitterär. Uebersicht der
Reisenden in Rußland bis 1700, deren Berichte bekannt sind." 2
Bde. (Mit Portrait.)
Autor ↑
Leskien.
Empfohlene Zitierweise ↑
Leskien, August, „Adelung, Friedrich von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
80
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120092859.html?anchor=adb
Adelung, Friedrich Georg
Name: Adelung, Friedrich Georg
Namensvariante: Adelung, Friedrich
Namensvariante: Adelung, Friedrich von
Lebensdaten: 1768 bis 1843
Geburtsort: Stettin
Sterbeort: Petersburg
Beruf/Lebensstellung: Sprach- und Geschichtsforscher; Linguist
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Kissling, Hans JoachimAutor ADB:
Leskien, AugustPND: 120092859