<< Adelmann von Adelmannsfelden, Raban Graf von
Adelphus, Johannes >>
Adelog
Bischof von Hildesheim (seit 1171),
† 20.9.1190.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Graf von Dorstadt;
B Arnold, Heinrich;
N Johannes Markus (Freund des Gervasius von Tilbury).
Leben ↑
Als Angehörigem eines Grafengeschlechtes der Diözese standen Adelog alle kirchlichen Stellen offen. So finden wir ihn als Domherrn in Hildesheim (1160), Propst des Domstiftes in Goslar (1160) und des Stiftes auf dem Petersberge bei Goslar (1169). Als Bischof von Hildesheim hatte er angesichts der Auseinandersetzung zwischen Friedrich I. und Heinrich dem Löwen einen schweren Stand; auch nach dem Sturze des Herzogs hörte der Druck der welfischen Macht nicht auf, da deren Wiederherstellung wieder versucht wurde. Daher war Adelogs sich aus der Lage des Bistums ergebende kaiserfreundliche Politik ohne Selbstsicherheit. 1180 konnte er zwar vorübergehend von den Welfen die Herrschaft Homburg einziehen, mit Hilfe der Bürger von Hildesheim die Asleburg (1185) kaufen, zahlreiche Klöster und Kirchen erstehen sehen und durch das
sog. Große Privileg von 1179 die Beziehungen zwischen Bischof und Domkapitel klären, aber die Bedeutung seines Pontifikats beruht doch wohl vor allem darauf, daß damals die romanische Kunst in Hildesheim eine Blüte erlebte.
St. Godehard wurde vollendet,
St. Michael nach einem Brande (1186) wieder hergestellt, die Klosterkirche Neuwerk in Goslar erbaut. Damals schuf der Hildesheimer Domherr Eilbertus seine großen Werke der Metallschmiedekunst, und sein Bruder Johannes Gallicus war wahrscheinlich der Schöpfer des Deckengemäldes der Michaeliskirche, ebenso wie der Fresken im Braunschweiger Dom. Diese überragenden künstlerischen Leistungen in Hildesheim sind ohne die regste Anteilnahme und Förderung Adelogs unvorstellbar; seine noch erhaltene Grabplatte legt weiter Zeugnis ab für seine Gesinnung.
Literatur ↑
ADB I;
K. Janicke,
UB d. Hochstifts Hildesheim I, S. 351-474;
A. Bertram,
Gesch. d. Bistums Hildesheim I, 1899, S. 179 ff.;
W. Berges u. H. J. Rieckenberg, Eilbertus u. Johannes Gallicus, Ein
Btr. zur Kunst- u.
Sozialgesch. d. 12. Jh.s, in:
Nachrr. d.
Ak. d. Wiss. in Göttingen,
Phil.-hist. Kl., 1951;
LThK.
Portraits ↑
Grabstein im Hildesheimer Dom (Kreuzgang).
Autor ↑
Hans Jürgen RieckenbergEmpfohlene Zitierweise ↑
Rieckenberg, Hans Jürgen, „Adelog“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
62
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135785553.html
<< Adelmann von Adelmannsfelden, Joseph Anselm Graf
Adelung, Friedrich von >>
Adelog
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Adelog, einem edeln Geschlechte am
südlichen Abhange des Harzes entsprossen, wurde als Propst zu
Goslar im Sommer 1171 zum hildesheimischen
|Bischofe
gewählt; † 20. Sept. 1190. Er war
einer der thätigsten Bischöfe von Hildesheim und wußte die
Zeitumstände geschickt zum Besten des Stiftes zu benutzen. Unter
ihm wurden die Klöster Wöltingerode, Dorstadt und Neuwerk (in
Goslar) gestiftet, das Godehardikloster in Hildesheim, Stederburg
und Reichenberg erhielten neue Kirchen. Der Sturz Heinrichs des
Löwen erleichterte dem Bischofe den Versuch, die herzogliche
Gewalt über den hildesheimischen Sprengel abzuschütteln, und
ermöglichte die Einziehung der dem Herzoge verliehenen Lehen,
worunter die Herrschaft Homburg das bedeutendste war.
A.
erwarb außerdem für das Stift nach dem Tode von
Salome, der Wittwe des Grafen Otto von Asleburg, die Asselschen
Güter und erhielt durch Vorschüsse, welche er zu Kreuzzügen
leistete, mancherlei Güter in Pfandbesitz, die nachher der Kirche
verblieben. Vorzüglich bedeutend war aber seine Thätigkeit in
Beziehung auf die Verhältnisse des Domcapitels. Er ertheilte
demselben am 28. März 1179 das sogenannte große Privilegium,
wodurch er das Verhältniß des Bischofs zum Capitel in den
wichtigsten Beziehungen feststellte und eine Grundlage für die
späteren Wahl-Capitulationen gab.
Autor ↑
Grotefend.
Empfohlene Zitierweise ↑
Grotefend, Carl Ludwig, „Adelog“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
79-80
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135785553.html?anchor=adb
Adelog
Name: Adelog
Lebensdaten: erwähnt 1160, gestorben 1190
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Hildesheim
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Rieckenberg, Hans JürgenAutor ADB:
Grotefend, Carl LudwigPND: 135785553