<< Kern, Guido Joseph
Kern, Otto >>
Kern, Johann Gottlieb
Bergbausachverständiger,
* vermutlich Görlitz,
† 22.7.1745 Artern (Thüringen). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Philipp;
M Joh. Sophia Bötzen.
Leben ↑
Lebensdaten und Lebensweg von Kern sind weitgehend unbekannt. Mit Sicherheit wirkte er zwischen 1739 und 1741 in Freiberg (Sachsen). Zuvor hatte er auf ausgedehnten Studienreisen ausländische Bergreviere, vor allem Salzbergwerke, befahren. Er war ein Schüler Johann Friedrich Henckels, eines Wegbereiters der Freiberger Bergakademie, und offenbar in allen Fächern der Bergbaukunde ausgebildet. Obschon kein Freiberger Bürger, wirkte Kern 1739-41 als Bergmeister und sächsischer Edelsteininspektor der Freiberger „Roten Grube“ und Vorsteher der Grube „Vereinigtes Feld“ bei Halsbrücke. In dieser Zeit erteilte er Unterricht im Zeichnen und gab Einführungen in die Bergbaukunde und Aufbereitung, unter anderem für Winogradow und Raiser. Er ging 1741 als Salzfaktor zur Saline Ar
|tern in Thüringen, wo er bis zu seinem Tod verblieb. – Kerns herausragende Leistung ist eng verbunden mit seiner Freiberger Lehrtätigkeit. Er verfaßte 1740 (oder früher) ein handschriftliches Lehrbuch „Ausführlicher und gründlicher Bericht vom Bergbau", das ihm „bei seinen allhier gehaltenen mündlichen Unterweisungen einiger junger Leute in bergmännischen Wissenschaften" diente. Ausgehend von Georg Agricolas „De re metallica“ (1556) und Balthasar Rößlers „Bergbauspiegel“ (um 1640 verfaßt, 1700 gedruckt), gelang Kern eine neue systematische Klassifikation der Bergbaukunde in 6 Abschnitten, wobei er den zeitgenössischen technischen und wissenschaftlichen Fortschritten Rechnung trug und Theorie und Empirie ausgewogen zu behandeln wußte. Die 1765 gegründete Bergakademie – ohne geeignete bergbauliche Unterrichtsmittel – griff auf Kerns Manuskript zurück und veröffentlichte es 1769, nachdem der im selben Jahr verstorbene Oberberghauptmann Friedrich Wilhelm von Oppel es überarbeitet und ergänzt hatte. Kerns Lehrbuch kann ohne Einschränkung als erstes montanwissenschaftliches Hochschullehrbuch bezeichnet werden.
Werke ↑
Ber. vom Bergbau,
hrsg. v. F. W.
v. Oppel, 1769,
21772;
Vom Schneckensteine
od. d.
sächs. Topasfelsen,
hrsg. v. I.
v. Born, 1776.
Literatur ↑
Ch. W. J. Gatterer,
Verz. d. vornehmsten
Schriftst. üb. alle T. d. Bergwesens, 1. Stück,
21787, S. 22;
C. Schiffner, Aus d. Leben alter Freiberger Bergstudenten II, 1938, S. 4;
W. Herrmann, Bergrat Henckel, Ein Wegbereiter d.
Bergak., 1962,
bes. S. 106-12;
M. Koch,
Gesch. u. Entwicklung d. bergmänn. Schrifttums, 1963;
H. Baumgärtel, Vom Bergbüchlein
z. Bergak., 1965;
Bergak. Freiberg,
Festschr. ihrer 200-J.feier I, 1965;
F. Kirnbauer,
K.s
Abh. vom Berg-Bau, 1973;
H. Kunnert,
Bergbauwiss. u.
techn. Neuerungen im 18.
Jh., in:
Österr. Montanwesen,
hrsg. v. M. Mitterauer, 1974, S. 181 f.;
Pogg. I.
Autor ↑
Evelyn KrokerEmpfohlene Zitierweise ↑
Kroker, Evelyn, „Kern, Johann Gottlieb“,
in: Neue Deutsche Biographie
11
(1977), S.
521 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118561502.html
Kern, Johann Gottlieb
Name: Kern, Johann Gottlieb
Lebensdaten: erwähnt 1739, gestorben 1745
Geburtsort: vermutlich Görlitz
Sterbeort: Artern (Thüringen)
Beruf/Lebensstellung: Bergbausachverstädniger
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Kroker, EvelynPND: 118561502