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<< Bergsträßer, Gotthelf     Berkhan, Oswald >>

Berkefeld, Wilhelm

Erfinder, * 29.5.1836 Lüneburg, 8.4.1897 Celle. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Wilhelm Heinrich Christoph ( 1871), Kaufmann in Lüneburg, S des Christian Friedrich Ludwig, Förster, und der Maria Cath. Döring; M Luise Magd. Mennrich (1808–89); Celle 1885 Agnes (1850–86), T des Studienrats Nordmeyer, Schw des Hermann Nordmeyer (1847–1911), Chemiker; 1T.

Leben  
Berkefeld war Kaufmann in einer Papierfabrik. Gelegentlich eines Jagdausfluges fiel ihm die weiße Kieselgurerde in der Lüneburger Heide auf. Sein reger erfinderischer Geist veranlaßte ihn zuerst, Versuche für die Verwendung dieser weißen Erde als Isoliermittel für Dampfkessel und Rohrleitungen zu machen. 1869 erwarb er als erster das Ausbeuterecht eines Kieselgurlandes und gründete nach der Erfindung der Wärmeschutzmasse aus Kieselgur 1879 eine Fabrik. In diesen Jahren trat auch Alfred Nobel an Berkefeld heran und bezog von ihm durch Schlemmen gereinigte Gur zur Dynamitherstellung. - Berkefeld beobachtete, daß das Wasser in seiner Kieselgurgrube immer kristallklar war, und kam dadurch auf den Gedanken, daß diese Erde zur Filtration geeignet sei. Er brannte zunächst mit dieser Gur Filtersteine, erst nach jahrelangen Versuchen, unterstützt durch seinen Schwager Hermann Nordmeyer, der Chemiker war, erfand er die heute in der ganzen Welt bekannten, absolut keimfrei filtrierenden Berkefeld-Filterkerzen. 1891 wurden die ersten Berkefeld-Filter, -Apparate und -Zylinder in der deutschen Ausstellung in London gezeigt und mit der höchsten Auszeichnung versehen. 1892 gründete Berkefeld mit seinem Schwager die heute noch existierende Berkefeld-Filter-Fabrik in Celle. Von da ab hielten diese Filter einen Siegeszug durch die ganze Welt und kamen zuerst bei der Colera-Epidemie in Hamburg und beim russisch-japanischen Krieg in großem Umfang zum Einsatz.

Literatur  
M. Kirchner, Unters, üb. d. Brauchbarkeit d. „B.-Filter“ aus gebrannter Infusorienerde, in; Zs. f. Hygiene 14, 1893, H. 2; W. Plagge, Unters, üb. Wasserfilter, in: Veröff. aus d. Gebiete d. Militär-Sanitätswesens, H. 9, 1895, S. 60-81; J. Lund, On the Sterilisation of water by filtration, in: Transactions of the Brit. inst, of prevent. med., I series, London 1897; Festschr. d. Ver. Dt. Kieselgurwerke GmbH, 1900–25; A. Kufferath, Filtration u. Filter, 21952; Fischer I, 1932.

Portraits  
Ölgem. v. A. Ewerbeck (Gemeinschaftssaal d. B.-Werke in Celle).

Autor  
Niels Kampmann
Empfohlene Zitierweise  

Kampmann, Niels, „Berkefeld, Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 93 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135544300.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 93

PND: 135544300
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Index

Berkefeld, Wilhelm

Name: Berkefeld, Wilhelm
Lebensdaten: 1836 bis 1897
Geburtsort: Lüneburg
Sterbeort: Celle
Beruf/Lebensstellung: Erfinder
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Kampmann, Niels
PND: 135544300

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Berkefeld, Wilhelm

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135544300

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