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NDB-Artikel

<< Janke, Johannes     Jankó, Paul von >>

Janker, Robert

Röntgenologe, * 12.3.1894 München, 22.10.1964 Bonn. (katholisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Unehel.; V Robert Berthold Baumstark (1872–1934), Arzt; M Josephine (1868–1932), T d. Brauereibes. Joh. Schmidt in Osterhofen u. d. Johanna Hirtreiter; Adoptiv-V Clemens Janker, Gastwirt in Memmingen; - 1923 Susanne (* 1895), T d. Oberpostinsp. Max Braunsberger in Parkstein u. d. Maria Hell; T Maria ( Dr. med. Hans Hoefer-Janker, Leiter d. Janker-Klinik in B.).

Leben  
Bei Erich Frhr. v. Redwitz in München in der Chirurgie ausgebildet (1926), gab J. eines Waschekzems wegen dieses Fach auf, um Assistent des Radiologen Henry Chaoul zu werden. 1928 ging er mit Redwitz nach Bonn und wurde an dessen Klinik Leiter der Röntgenabteilung. Er habilitierte sich (1930), erhielt einen Lehrauftrag für Röntgen- und Strahlenheilkunde (1933) und wurde 1935 nichtbeamteter ao. Professor. Als die eigenwillige Persönlichkeit J. sich an der Bonner Fakultät rieb, führte das zum Abbruch seiner Universitätslaufbahn. J. richtete sich darauf 1937 ein eigenes Röntgeninstitut ein und erhielt die Zulassung als Kassenarzt.
Seit 1939 apl. Professor, kam J. bei Kriegsausbruch in die Dienststelle des Beratenden Chirurgen beim Heeres-Sanitätsinspekteur. Als die Stelle des Beratenden Röntgenologen geschaffen wurde, erhielt er diese übertragen. In der Nachkriegszeit baute er sein Institut unter schwierigen Bedingungen wieder auf und gliederte ihm 1948 eine Krankenstation an. Daraus entstand im Laufe der Jahre eine der leistungsfähigsten europ. Strahlenkliniken. 1952 wurde er – etwas ganz Ungewöhnliches für einen außerhalb der Universität Stehenden – persönlicher Ordinarius, 1962 o. Professor.
Nach ersten Veröffentlichungen allgemeinmedizinischen Inhalts eröffnet eine grundlegende Arbeit zur Diagnostik der „Chondromatose der Gelenkkapsel“ (1928) die Reihe klinischer Studien des Skelettsystems. Hier ist auch die Ganzkörperaufnahme (1934) zu erwähnen, deren Wert für J. in der Verwendung im röntgenanatomischen Unterricht und als klinisches Diagnosemittel bei generalisierter Metastasenbildung lag. Die pädagogische Seite seines Faches verdankt ihm hervorragende Röntgenlehrfilme und die ursprünglich als Heeres-Druckvorschrift konzipierte „Röntgenaufnahmetechnik“. J. war auch ein begabter Tüftler, der die Röntgenologie um eine Reihe von technischen Hilfsmitteln (u. a. Zielgerät, Janker-Uhr zur Verhütung von Überdosierung bei der Durchleuchtung) bereichert hat.
Hauptarbeitsgebiete J.s, der als einer der profiliertesten Köpfe seines Faches zu gelten hat, waren aber die Leuchtschirmphotographie und die Röntgenkinematographie. J. selbst berichtet, daß ihn der Gedanke, Bewegungsvorgänge im Körper aufzunehmen, oder anders ausgedrückt, im Bild festzuhalten, was bei der Röntgendurchleuchtung auf dem Schirm zu sehen ist, seit 1926 beschäftigt hat. Die elektrische Bildverstärkung und das Röntgenfernsehen gehören zum weiteren von J. betriebenen Ausbau der radiologischen Funktionsdiagnostik. Nicht gering einzuschätzen ist auch sein Anteil an der Einführung der Röntgenreihenuntersuchung|

Auszeichnungen  
Albers-Schönberg-Medaille (1951), Röntgenplakette d. Dt. Röntgenmus. u. Goldmedaille d. Ind. Radiolog. Ges. (1952), Harvey-Medaille (1957), Grashey-Medaille (1964); Gr. Bundesverdienstkreuz (1959); Dr. med. h. c. (Gießen 1959).

Literatur  
W. Tönnis, in: Zbl. f. Neurochirurgie 24, 1964, S. 269 f. (P); Dinkloh, in: Wehrmed. Mitt., 1964, S. 80 (P); F.-E. Stieve, R. J., s. Persönlichkeit u. s. wiss. Werk, in: Ärztl. Forschung 18, 1964, S. 449-53 (P); ders., in: Münchener Med. Wschr. 107, 1965, S. 234 ff. (P); H. Grasser, in: Med. Klinik 60, 1965, S. 507 f. (P); H. Vieten, in: Fortschritte auf d. Gebiete d. Röntgenstrahlen 101, 1964, S. 672 f. (P); ders., R. J. u. s. Werk, 1969 (W, P).

Portraits  
in: Staatsbibl. Preuß. Kulturbes. Berlin (Bildarchiv).

Autor  
Horst Zoske
Empfohlene Zitierweise  

Zoske, Horst, „Janker, Robert“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 336 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118711733.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 10 (1974), S. 336

PND: 118711733
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Index

Janker, Robert

Name: Janker, Robert
Lebensdaten: 1894 bis 1964
Geburtsort: München
Sterbeort: Bonn
Beruf/Lebensstellung: Röntgenologe
Konfession: katholisch
Autor NDB: Zoske, Horst
PND: 118711733

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Janker, Robert

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118711733

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