<< Behrmann, Friedrich Georg
Beichling, Wolf Dietrich Graf von >>
Beich, Joachim Franz
Maler und Radierer,
* 15.10.1665 Ravensburg,
† 16.10.1748 München. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Daniel, Maler, in München, Ravensburg und Weingarten tätig, stammt vielleicht aus Österreich;
M Maria Barbara Helmling.
Leben ↑
Den ersten Unterricht erhielt Beich vermutlich durch seinen Vater, der sich um 1670 als Maler in München niederließ. Später, während des Spanischen Erbfolgekrieges, ging Beich nach Italien, wo er sich in Livorno, Rom und Neapel aufgehalten haben soll. - Als Maler wie als Zeichner und Radierer beschäftigte er sich fast ausschließlich mit der Landschaft, die sich auch in seinen großen Schlachtenbildern als entscheidendes Erlebnis manifestiert. Sichere Linienführung, dazu Geschmack und Können in der Behandlung der Farbe zeichnen seine Arbeiten aus. Bei aller Anlehnung an erprobte Vorbilder zog Beich wesentlichen Gewinn aus der selbständigen Beobachtung der Natur und bildete einen persönlichen Stil aus, der ihn von der Masse der nur dekorativen Landschaftsmaler seiner Zeit scheidet. Seine groß angelegten, klar gefügten Kompositionen suchen den Aufbau und die Weiträumigkeit des Geländes und besonders auch die atmosphärische Stimmung und Tiefenwirkung wiederzugeben. Im allgemeinen tritt das Detail zurück und wird mehr schematisch behandelt. In seinen frei erfundenen Landschaften folgte Beich dem in Italien geprägten Typ des 17. Jahrhunderts in der Art Gaspare Dughets und Salvator Rosas. Eine kleinfigurige, gefällige Staffage von biblischen Personen, Hirten oder Jägern ist gewöhnlich im Vordergrund eingefügt; volkreiche Szenen mit maßstäblich größeren Gestalten sind selten bei ihm. - Für den Bürgersaal in München malte Beich Ansichten von bayerischen Wallfahrtsorten. Kurfürst Max Emanuel beauftragte ihn, seine Schlachten in den Türkenkriegen für Schleißheim darzustellen. Diese Folge von elf Bildern wurde hauptsächlich in den Jahren 1702-04 ausgeführt und 1723 vollendet. Für Nymphenburg wurden Bilder mit den Schlössern der Wittelsbacher bestellt (entstanden 1722/23). In dieser Funktion als Chronist des Herrschers fand Beich ein naheliegendes Vorbild bei Adam Frans van der Meulen, der für Ludwig XIV. den gleichen Themenkreis behandelt hat, und so lassen diese Werke auch den Einfluß des französisch-niederländischen Landschaftsbildes spüren. - Von Max Emanuel wurde ihm der Titel „Churfürstlicher Kammerdiener und Hofmaler“ verliehen.
Werke ↑
in öffentl. Besitz: Röhrerslg. Augsburg,
Gal. Braunschweig,
Gal. Mannheim,
Bayer. Staatsgemäldeslgg. u. Residenz-
Mus. München,
Gal. Stuttgart,
Mus. Ulm, Wien (
Mus. im Belvedere),
Univ.-
Slg. Würzburg.
Literatur ↑
ADB II;
W. Schmidt, in: Kunstchronik,
NF 17, 1905/06;
R. Paulus, Enrico Zuccalli, 1912;
G. Biermann, Ausstellung
Dt. Barock u. Rokoko, Darmstadt 1914;
F. Noack, Das Deutschtum in Rom, 1927;
J. Meyer,
Allg. Künstlerlex.,
Bd. 3, 1880
(L);
ThB (a. f. V Dan. B.).
Portraits ↑
Gem. v. G. Desmarées, 1744, Schloß Schleißheim
b. München; Stiche
v. L. Heckenauer, F. X. Jungwirth, G. Kilian, J. J. Haid u. J. G. Bergmüller;
Lithogr. v. Franck, geschnitten
v. F. A. Schega.
Autor ↑
Erika HanfstaenglEmpfohlene Zitierweise ↑
Hanfstaengl, Erika, „Beich, Joachim Franz“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
17
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118654942.html
<< Behrisch, Ernst Wolfgang
Beichling, Wolf Dietrich von >>
Beich, Joachim Franz
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Beich: Joachim Franz B., Landschafts- und Schlachtenmaler, geb. 15. October 1665 zu Ravensburg, Sohn des von da nach München übergesiedelten Malers Daniel
B., hielt sich lange in Italien auf und wurde kurbairischer Hofmaler. Er starb zu München 1748. Seine Gemälde zeichnen sich durch poetische, oft großartige Composition aus, sind aber zu decorativ behandelt, um ein reines Naturgefühl zu athmen. Im Schlosse von Schleißheim bei München befinden sich u. a. von ihm 11 große Darstellungen aus dem Türkenkrieg (1683 bis 88). Auch sonst sind in Baiern seine Gemälde außerordentlich häufig. Er hat auch verschiedene treffliche Radirungen geliefert.
Autor ↑
W. Schmidt und A. Wintterlin.Empfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Wilhelm; Wintterlin, August, „Beich, Joachim Franz“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
2
(1875), S.
290
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118654942.html?anchor=adb