<< Hessel, Friedrich Christian
Hesshus, Tilemann >>
Hessenberg, Gerhard
Mathematiker,
* 16.8.1874 Frankfurt/Main,
† 16.11.1925 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Frdr. August (1843–80), Juwelier,
Mitinh. d.
Fa. H. u. Wirsing in
F.,
S d.
Gg. Wilhelm (1808–60),
Dr. iur., Senator, 1850 u. 1854 Jüngerer
Bgm. v. F., Oberappellationsgerichts- u. Konsistorialrat, u. d. Klara Heiraberger;
M Marie Julie (1854–1937),
T d.
Kaufm. Gerhard Lindheimer in
F. u. d. Karoline Schwendler;
Ur-Gvv Wilh. Conrad (1775–1837), Silberschmied,
Mitgl. d. ständigen Bürgerrepräsentation;
Groß-Ov Joh. Friedrich (1810–74),
Dr. phil. h. c., Silberschmied, Mineraloge,
korr. Mitgl. d.
Bayer. Ak. d. Wiss. (s.
ADB XII;
Pogg. I, III);
B Hans (1876–1940), Juwelier u. Handelsrichter in
F.,
Mitinh. d.
Fa. H. u. Wirsing; -
⚭ 1904 Elisabeth (
*1884),
T d.
Kaufm. Ernst Sommer u. d. Anna Jeremias.
N Kurt (
* 1908), Komponist.
Leben ↑
Nach einem kurzfristigen Physikstudium (unter F. Kohlrausch) in Straßburg widmete sich Hessenberg in Berlin dem Studium der Mathematik. Hier vornehmlich durch H. A. Schwarz, G. Hauck und J. Knoblauch beeinflußt, promovierte er 1899 mit einem Beitrag zu der Preisschrift der Pariser Akademie von J. Weingarten über das Biegungsproblem. Auf Anregung von Hauck habilitierte er sich 1901 an der Technischen Hochschule Berlin für Darstellende Geometrie. 1904 übersiedelte er an die dortige Militärtechnische Akademie. In diese Zeit fällt eine seiner größten mathematischen Leistungen, der Beweis des Desarguesschen Satzes aus dem Pascalschen, ein Markstein in den Grundlagen der Geometrie. Etwa zur gleichen Zeit entstand seine Algebraisierung desarguesscher Ebenen, ein geometrischer Kalkül, an die Seite zu stellen der Wurf- und Streckenrechnung. 1905 erschienen seine wichtigen Beiträge zur Möbiusgeometrie. 1907-10 Professor an der Landwirtschaftlichen Akademie in Bonn-Poppelsdorf und Dozent an der Universität Bonn (aus dieser Tätigkeit erwuchs sein Buch „Transzendenz von e und π“), wurde er 1910 als Ordinarius an die Technische Hochschule Breslau berufen (1914-16 Rektor). 1918 folgte er einem Ruf nach Tübingen, und noch 1925 ging er als ordentlicher Professor für Darstellende Geometrie an die Technische Hochschule Berlin. Die mathematische Leistung Hessenbergs, zu seiner Lebzeit wie heute gleichermaßen anerkannt, zeichnet sich durch Breite aus. Theorie (Geometrie, Mengenlehre, Analysis) und Anwendung (Gelenkmechanismen, Konstruktion der Vertikal-Sonnenuhr) haben durch ihn Bereicherung erfahren. Er war der Verfasser mehrerer Lehrbücher.
|Auszeichnungen ↑
Mitgl. d. Leopoldina (1916),
GR (1918), 1916-19
Mitgl. d. Vorst. d. Dt. Mathematikervereinigung.
Werke ↑
u. a.
Über e. geometr. Calcül (Verknüpfungs-Calcül), in: Acta mathematica 29, 1905;
Beweis d. Desarguesschen Satzes aus d. Pascalschen, in:
Math. Ann. 61, 1905;
Begründung d. ellipt. Geometrie,
ebd.;
Vektorielle Begründung d. Differentialgeometrie,
ebd. 78, 1917;
Grundbegriffe d. Mengenlehre, =
Abhh. d. Friessehen Schule
NF 1,
H. 4, 1906;
Potenzen transfiniter Ordnungszahlen, in:
Jber. d.
Dt. Mathematikervereinigung 16, 1907;
Gelenkmechanismen
z. Kreisverwandtschaft, 1924,
21967;
Grundlagen d. Geometrie,
hrsg. v. W. Schwan, 1330.
Literatur ↑
R. Rothe, in:
Jber. d.
Dt. Mathematikervereinigung 36, 1927;
ders., in:
SB d. Berliner
math. Ges. 25, 1926
(fast vollst. W-Verz.);
E. Salkowski,
ebd., S. 45-52;
Pogg. V, VI.
Portraits ↑
Zeichnung
v. V. Regutini (im
Bes. d.
Fam., Schönberg im Taunus), Abzug im
Bes. d. Ruhr-
Univ. Bochum,
Math. Inst.Autor ↑
Walter BenzEmpfohlene Zitierweise ↑
Benz, Walter, „Hessenberg, Gerhard“,
in: Neue Deutsche Biographie
9
(1972), S.
24
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116777982.html