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Abendroth-Obentraut, Andreas Alfred von >>
Abendroth, Amandus Augustus
Hamburgischer Senator,
* 16.10.1767 Hamburg,
† 17.12.1842 Hamburg. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Abraham Augustus Abendroth, Prokurator und Notar in Hamburg, aus thüringischer Familie;
M Johanna Maria Grot;
⚭ 1792 Johanna Magdalena,
T des Bankiers Johann Conrad Freiherrn von Reck in Venedig; 9
K, ältester
S August Abendroth (6.10.1796 bis 19.3.1867), Advokat in Hamburg, Förderer des Eisenbahnbaus, der Erschließung von Baugelände, sowie gemeinnütziger, künstlerischer, sozialer und kirchlicher Bestrebungen.
Leben ↑
Abendroth studierte seit 1787 in Erlangen und Göttingen, promovierte 1790 zum
Dr. jur., wurde nach längeren Reisen Advokat in Hamburg und tätiger Mitarbeiter an der neugegründeten Allgemeinen Armenanstalt. 1800 zum Senator gewählt, legte er seit 1806 als Prätor (Bagatellgerichtsbarkeit und -polizei) zur Zeit der ersten französischen Besatzung erste Proben außergewöhnlicher Geschicklichkeit und Unerschrockenheit ab und ging 1809 als Amtmann nach Ritzebüttel. Von den Franzosen 1811 als Maire nach Hamburg zurückgerufen, hat er Wesentliches dazu getan, der Bevölkerung den Druck der Fremdherrschaft zu erleichtern. 1813 nach der ersten Befreiung der Stadt von Napoleon geächtet, doch bald amnestiert, schrieb er während des Exils zu Kiel im Winter 1813/14 die Reformschrift „Wünsche bei Hamburgs Wiedergeburt“, deren Vorschläge später leider nur zum Teil verwirklicht wurden, und übernahm noch vor der endgültigen Befreiung der Vaterstadt wieder das Amt Ritzebüttel, wo er bis 1821 verblieb; er reorganisierte dort die Verwaltung und begründete in Cuxhaven das erste deutsche Nordseebad, für das er 1818 in der Schrift „Ritzebüttel und das Seebad Cuxhaven“ auch werbend auftrat. Seine beispiellose Volkstümlichkeit verdankt er vornehmlich seiner vorbildlichen Tätigkeit als erster Polizeiherr in Hamburg seit 1821, in der er mit weltoffenem Sinn und warmer Menschlichkeit überall eingriff und die Probleme der werdenden Großstadt zu meistern wußte. Seit 1831 Bürgermeister und Protoscholarch, starb Abendroth nach langen körperlichen Leiden.
Literatur ↑
ADB I;
Dt.GB,
Bd. 18, 1910
(P); V. Dirksen, Ein
Jh. Hamburg 1800-1900, 1920; P. E. Schramm, Hamburg,
Dtld. u. die Welt, 1943
(P).
Portraits ↑
Medaille
v. H. F. Alsing (
Staatl. Münzslg. München);
Phot. nach
Gem. v. F. G. Gröber (
Porträtslg. d.
Dt. Mus. München);
s. a. Die Kirchen d. Hamburger Landgebietes,
hrsg. v. Ver. Hamburger Landprediger, 1929.
Autor ↑
Heinrich ReinckeEmpfohlene Zitierweise ↑
Reincke, Heinrich, „Abendroth, Amandus Augustus“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
16
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100852777.html
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Abendroth, Amandus Augustus
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Abendroth: Amandus
Augustus
A.
, geb. zu Hamburg
16. Oct. 1767 als Sohn
des aus Eisenberg in Kursachsen stammenden
Niedergerichtsprocurators Abraham Augustus
A.
, † 17. Dec. 1842. Er
studirte seit Ostern 1787 zu Erlangen und Göttingen, wo er am 30.
März 1790 zum Dr. jur. promovirt ward.
Nachdem er einige Jahre in Hamburg als Advocat gelebt und
namentlich bei der Verwaltung der neugegründeten Armen-Anstalt
sehr thätig gewesen war, wurde er am 5. Sept. 1800 zum Rathsherrn
erwählt. In dieser Eigenschaft verwaltete er um die Zeit der
ersten Besetzung Hamburgs durch französische Truppen das Amt des
Prätors, der die erste Instanz für minder erhebliche
Civilstreitigkeiten bildete und zugleich die Polizeiverwaltung
sowie das Untersuchungsverfahren in peinlichen Fällen zu leiten
hatte. Gleiche Umsicht und Thatkraft, wie hierin, bewies er auch
1809 und 1810 unter vielerlei Schwierigkeiten als Gouverneur des
hamburgischen Amtes Ritzebüttel an der Elbmündung. Nach
Einverleibung Hamburgs in das französische Kaiserreich im Jahre
1810 wurde er Maire der Stadt, in welcher Stellung er sich um
dieselbe große auch von Napoleon gewürdigte Verdienste erwarb. Die
Besitzung Ritzebüttel rettete er der Stadt und machte sich um ihre
Verwaltung auch nach Beendigung der französischen Herrschaft
namentlich durch Gründung des Seebades verdient. Nach seiner
Rückkehr von dort verwaltete er mit Auszeichnung die
neuorganisirte Polizei, als Nachfolger seines Schwagers Joh.
Heinr. Bartels (s. d.), und wirkte verdienstlich bei der
allgemeinen Armen-Anstalt. Am 29. Juli 1831 wurde er an Wilhelm
Amsinck's Stelle zum Bürgermeister erwählt. —
A.
war weder ein gelehrter Jurist noch ein feiner
Rechtspraktiker, aber ein gebildeter Mann von klarer Einsicht,
raschem Ueberblicke und bedeutender Thatkraft, die von
Uneigennützigkeit und Gemeinsinn geleitet wurde. Er war frei von
Eitelkeit, und alles Vornehmthun und hochmüthige Wesen war ihm
zuwider. Im Jahre 1792 verheirathete er sich zu Venedig. Sein
ältester Sohn, der hamburgische Advocat Dr.
August
A.
, † 19. März
1867, zeichnete sich durch Kunstliebe,
Wohlthätigkeit und patriotischen Gemeinsinn aus. Wesentlich
gefördert wurde durch ihn die städtische Kunsthalle; mit großem
Eifer wirkte er auf dem Gebiete der inneren Mission, wobei seine
treffliche Gattin ihn redlich unterstützt hat. Auch um das
deutsche Eisenbahnwesen hat er Verdienste.
Literatur ↑
Amtliche Memorie von Wurm, Hamburg 1852. Nekrol. v. Eckermann
im Hamb. Correspondenten, 1843, Nr. 45 ff. Schröder's Lexikon
Hamburg. Schriftst.
Autor ↑
Harder.
Empfohlene Zitierweise ↑
Harder, „Abendroth, Amandus Augustus“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
19
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100852777.html?anchor=adb
Abendroth, Amandus Augustus
Name: Abendroth, Amandus Augustus
Lebensdaten: 1767 bis 1842
Geburtsort: Hamburg
Sterbeort: Hamburg
Beruf/Lebensstellung: Hamburger Senator
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Reincke, HeinrichAutor ADB:
HarderPND: 100852777
Informationsangebote zu
Abendroth, Amandus Augustus
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100852777
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