<< Abele von und zu Lilienberg, Matthias
Abenberg, Grafen von >>
Abelinus (eigentlich Abele, wahrscheinlich auch Philipp Arlanibäus), Johann Philipp
Kompilator und Übersetzer, getauft 7.12.1600 Straßburg,
† 12.9.1634 Frankfurt/Main (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Hans Abele, Schreiner in Straßburg;
⚭ Frankfurt/Main 1.5.1626 Elisabeth (
† 13.10.1634 Frankfurt/Main),
T des Magister Gothard Arthusius (1570 bis nach 1630) aus Danzig, Konrektor und Mathematikus an der Lateinschule in Frankfurt/Main, Herausgeber des ‚Mercurius Gallo-Belgicus', Verfasser einer bis 1618 reichenden Fortsetzung der ‚Commentarii' des Sleidan.
Leben ↑
Abelinus wurde 1623/24 in Straßburg zum Magister Artium promoviert, und war seit 1625 Praeceptor am städtischen Gymnasium im Barfüßerkloster in Frankfurt/Main. Aus dieser Stelle wurde er 1630 „Unfleißes halber“ entlassen, und sein Verleger machte ihm später den gleichen Vorwurf. Wie erst neuerdings nachgewiesen wurde (F. Bachmann), ist Abelinus nicht mit Johann Ludwig Gottfried identisch; doch schrieb er dessen „Inventarium Sueciae" vielfach fast wörtlich aus in zeitgeschichtlichen Kompilationen mit entschieden protestantischer Tendenz. In ihnen bringt er gleich den meisten Chronisten seiner Zeit auch Unterhaltungsstoff, ordnet jedoch die Materie im Gegensatz zu ihnen und nach dem Muster Gottfrieds nicht rein chronologisch, sondern nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Sein wichtigstes Werk sind die als Fortsetzung von Gottfrieds „Historischer Chronik“ gedachten, von Matthäus Merian verlegten und reich illustrierten beiden ersten Bände des „Theatrum Europaeum“, das von anderen Verfassern bis 1718 fortgeführt wurde.
Werke ↑
Mercurius Gallo-Belgicus,
Bd. 17-20/T. 1, Frankfurt a. M. 1628–34;
Vollendung v. J. L. Gottfrieds Hist. Chronik,
7. (teilweise) u. 8. Buch
(bis 1617 reichend), ebenda 1633/34; Theatrum Europaeum,
Bd. 2
(zuerst als Historischer Chronicken Continuation,
die Jahre 1629-32 umfassend), ebenda 1633,
41679,
Bd. 1
(d. J. 1618-28 umfassend), ebenda 1634 (Titel-J. 1635),
31662;
fraglich: Arma Suecica, 1631-32
(auch dt.); dt. Übers. v. Dan. Cramer ‚Kauffungs-Plazium, eine schöne Comoedia', Frankfurt a. M. 1627.
Literatur ↑
ADB I;
G. Droysen, Arlanibaeus, Godofredus, Abelinus,
Habil.-
Schr. Halle 1864;
F. X.
v. Wegele,
Gesch. d.
dt. Historiogr., 1885, S. 353 f., 492;
F. Gallati, ,Der
Kgl. Schwed. in Teutschland geführte Krieg' d. B. Ph.
v. Chemnitz,
Diss. Zürich 1902, Exkurs II;
H. Bingel, Das Theatrum Europaeum,
Diss. München 1909;
F. Bachmann, J. L. Gottfried u. J. Ph. Abele, zwei verschiedene Schriftsteller im ersten Drittel d. 17. Jh.s, in:
Zbl. f.
Bibl.wesen 56, 1939, S. 418 bis 424;
H. Barge,
Gesch. d. Buchdruckerkunst, 1.10, S. 224.
Autor ↑
Erich AngermannEmpfohlene Zitierweise ↑
Angermann, Erich, „Abelinus, Johann Philipp“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
15
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd102520879.html
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Abendroth, Amandus Augustus >>
Abelin, Johann Philipp
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Abelin: Joh. Philipp
A.
, ein Schriftsteller, gebürtig aus Straßburg, der
auch unter den Namen Abeleus, Philipp Arlanibäus und Joh. Ludw.
Gottfried oder Gotofredus geschrieben hat und zwischen 1634 und 37
gestorben ist. Er arbeitete hauptsächlich übersetzend und
compilirend für den Verlag von Lucas Jennisius, Matth. Merian und
Friedr. Hulsius in Frankfurt a. M. Seine Geschichte Indiens ist
Ubersetzung; auch die öfters aufgelegte "Archontologia cosmica" ist nur eine mit
Zusätzen versehene Ubersetzung von des Petrus d'Aviry "Monde"; immerhin wenigstens besser als die
damals fast allein gebrauchte Münster'sche Cosmographie. Aber
weder diese noch seine Beschreibung Schwedens und andere von
Jöcher und Adelung (unter Abelin und Gottfried) verzeichnete Werke
würden ihn nennenswerth machen. Wichtiger sind die ersten
gleichzeitigen Darstellungen von Gustav Adolfs deutschem Krieg:
die "Arma Suecica", welche unter dem Namen
des Phil. Arlanibäus von 1631—34 in 12 Ausgaben und Fortsetzungen
erschienen, von denen jedoch einige Nachdruck sind, und das "Inventarium Sueciae", welches unter dem Namen
des Joh. Ludw. Gottfried 1632 erschien, beide Werke bei Hulsius.
Es sind Zusammenstellungen aus den damals umlaufenden gedruckten
Acten und Relationen über die einzelnen Begebenheiten des Kriegs
ohne weitere geschichtliche Verarbeitung. — Ganz ähnlich ist ein
zweites, das bekannteste Werk des Verfassers gearbeitet: sein "Theatrum Europaeum". Merian hatte nämlich von
ihm (er nennt sich hier Joh. Ludw. Gottfried) eine "Historische
Cronik oder Beschreibung der Geschichte vom Anfang der Welt bis
auf das Jahr 1619" für seinen Verlag arbeiten lassen. Eine rein
compilatorische Arbeit, die irgend höhere Ansprüche weder
befriedigt noch auch nur erhebt, gleichwol aber mit ihren
Merianischen Kupfern und durch glücklichen Anschluß an Bedürfniß
und Geschmack der Zeit ein sehr beliebtes Werk ward, vielfach neu
aufgelegt, 1600 auch von Jac. Meurs ins Holländische übersetzt und
noch im 18. Jahrh. mit 2 neuen Bänden versehen. Aber schon Merian
trug dem Verfasser auf, jenen ersten Band bis an die Gegenwart
fortzuführen. Von dieser Fortsetzung erschien zuerst 1633 der 2.
Theil, die Jahre 1629—33 umfassend, vermuthlich weil für diesen
Abschnitt die Vorarbeiten vermöge der "Arma
Suecica" und des "Inventarium" schon
vorlagen. Hier nennt der Verfasser sich
|Abelin. 1635
folgte der erste Band nach, die Jahre 1619—29 umfassend, mit dem
hier zuerst gebrauchten Titel "Theatrum
Europaeum". Eine von Flitner besorgte zweite Bearbeitung des
zweiten Theiles erschien 1637.
A.
nemlich war, wie die Vorrede sagt, inzwischen
gestorben. Im Lauf der Jahre folgten dann noch 19 weitere Bände,
das "Theatrum" bis 1718 fortführend, von
Schleder, Meyer, Geiger, Schneider u.
A.
verfaßt und bis 1738 wiederholt aufgelegt. —
A.
hat endlich auch an dem von G. Artus unternommenen "Mercurius gallobelgicus", einem
zeitgeschichtlichen Werke ähnlicher Art, Antheil. Von ihm sind die
Bände 17 bis 20, Buch I, die Zeit von
1628–34 umfassend. Danach also muß sein Tod zwischen 1634 und 37
fallen.
Literatur ↑
Vgl. G. Droysen, Arlanibaeus, Godofredus,
Abelinus (Habilitationsschrift aus dem J. 1864).
Autor ↑
v. Liliencron.
Empfohlene Zitierweise ↑
Liliencron, Rochus Freiherr von, „Abelin, Johann Philipp“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
18-19 unter Abelin
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd102520879.html?anchor=adb
Abelinus, Johann Philipp
Name: Abelinus, Johann Philipp
Namensvariante: Abele, Johann Philipp
Namensvariante: Arlanibäus, Philipp
Namensvariante: Abelin, Johann Philipp
Lebensdaten: getauft 1600 bis 1634
Sterbeort: Frankfurt/Main
Beruf/Lebensstellung: Historiker; Kompilator; Übersetzer; Schriftsteller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Angermann, ErichAutor ADB:
Liliencron, Rochus Freiherr vonPND: 102520879