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Aribo Scholasticus >>
Aribo
Leben
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Leben ↑
Aribo, Graf der
Ostmark (urk. zwischen 876—909 genannt), der Ueber lieferung
zufolge der Stammvater der Traungauer Grafen, Grafen von Steie
(Steier in O.-Oesterreich), nachmals Markgrafen-Herzoge der
Steiermark; auct mit Luitpold († 907) Vater
H. Arnulfs von Baiern, wird er in blutsverwandt schaftliche
Beziehung gesetzt. Zunächst taucht er als Graf im Traungaue auf
871 fielen die ostmärkischen Grafen Wilhelm und Engelschalk im
Kampfe gegen
|den großmährischen Fürsten Svatopluk. In
Folge dessen muß
A.
die Verwaltung der Ostmark übernommen haben, denn er
erscheint dann als Markgraf daselbst, — angefeindet von den Söhnen
der beiden gefallenen Grafen (Megingoz, Wilhelm, Ruodbert, Papo,
Werieher, Engelschalk). Da hinwieder Svatopluk in den Söhnen der
Grafen die Väter unversöhnlich haßt, so kommt es 882—884 zum Bunde
Aribo's mit Svatopluk gegen die Grafensöhne.
A.
muß jedoch der Ungunst des Kriegslooses weichen und
die Nachkommen Wilhelms und Engelschalks schließen sich an
Karlmanns außerehelichen Sohn, Arnulf Herzog von Karantanien,
Kaiser Karls des Dritten ehrgeizigen Rivalen an. Bald jedoch trat
eine Wendung ein. K. Karl setzte den
A.
wieder in den Besitz der Ostmark und Svatopluk hatte
die Befriedigung, die Grafensöhne furchtbar heimgesucht zu haben.
Bei der großen Wendung in den Geschicken des ostfränkischen
Reiches (887—8), behauptete sich
A.
im Grafenamte, erlebte den Sturz des Hauses der Grafen
Wilhelm und Engelschalk (893) und den Tod Svatopluks (894). Den
politischen Entwürfen Kaiser Arnulf's entsprechend, mischte sich
A.
und mehr noch sein Sohn Isanrich in die wachsenden
Zerwürfnisse und Thronkämpfe der Söhne Svatopluks, Mojmir's II. und Svatopluks II., — um so die innere Zersetzung des
großmährischen Reiches, gleichzeitig mit dessen äußerer Bedrängniß
zu beschleunigen. Nach Arnulfs Tode, in den Tagen Ludwigs des K.,
als bereits Großmähren vernichtet, der Schrecken der Magyarenmacht
über die Ostmark hereingebrochen war und die verhängnißvolle
Niederlage des bairischen Heerbannes unter Luitpold herbeigeführt
hatte (907) — finden wir
A.
noch urkundlich den 19. Febr. 909 genannt. K. Ludwig
schenkte ihm nämlich die Abtei Traunkirchen im Traungaue. Ueber
seinen Tod berichtet eine vereinzelte Quelle, der Annalista Saxo z. J. 1002, er sei auf der Jagd
von einem Wisent (a Visonte bestia)
getödtet worden, wie dies in Volksliedern überliefert sei. Die
Richtigkeit der Angabe muß dahingestellt bleiben. — Von seinem
zweiten Sohne Otokar wird das Traungauer Geschlecht abgeleitet.
Ein Urenkel Aribo's Otokar (III.) I. tritt
um 980 als Graf von Styraburg (Steier) in O.-Oesterreich auf.
Literatur ↑
Dümmler: Die südwestl. Marken des Karoling. Reiches im X. Bde. des Arch. f. K. oe. Geschichtsquellen.
Derselbe: Geschichte des ostfränkischen Reiches II. Bd. — Büdinger: Oesterr. Geschichte I Bd. —
Autor ↑
Krones.
Empfohlene Zitierweise ↑
Krones, Franz von, „Aribo“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
526-527
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135977517.html?anchor=adb
Aribo
Name: Aribo
Lebensdaten: erwähnt 876 und 909, gestorben nach 909
Beruf/Lebensstellung: Graf der Ostmark; Stammvater der Aribonen
Konfession: katholisch
Autor ADB:
Krones, Franz vonPND: 135977517