<< Albini, Franz Josef Martin Freiherr von
Albinus, >>
Albini (Albinus), Johann Georg
evangelischer Theologe und Dichter,
* 6.3.1624 Unternessa bei Weißenfels/Saale,
† 25.5.1679 Naumburg/Saale.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Zacharias Albini (Weisse), Pfarrer;
M Magdalena Bogener;
Gvv Matthäus Albini, Superintendent in Weißenfels;
Gmv Magdalena,
T des Nicolaus Selnecker(1530–92), evangelischer Theologe, Liederdichter (s.
ADB 33);
S Johann Georg Albini der Jüngere (
† 1714), Verfasser von „Chur-Sächsische Venus“, Naumburg 1686.
Leben ↑
Albini, „Aus einem guten Geschlechte vortrefflicher Liederfreunde", nach dem frühen Tod des Vaters 1635 „mitten unter den brennenden Kriegsflammen und schweren, kümmerlichen Zeiten“ gehärtet, versuchte schon in Leipzig (1645–53) im Hause seines Schwagers, des Bürgermeisters Dr. Kühlwein, als Student, als Lehrer und Erzieher in einer langen Reihe von Dichtungen nach dem Vorbild der lateinischen Jesuiten-Poesie, der Pegnitz-Schäfer und der Holländer den trockenen Opitzstil zu überwinden. Er gehörte mit dem Namen „der Blühende“ zur Fruchtbringenden Gesellschaft. Drei Kirchenlieder, an deren Fassung er wenigstens beteiligt ist, wenn sie ihm nicht ganz gehören, sind noch heute lebendig: Alle Menschen müssen sterben; Welt ade, ich bin dein müde (das lange Zeit J. Rosenmüller zugesprochen wurde); Straf' mich nicht in deinem Zorn. Er war 1653 Rektor der Domschule in Naumburg und seit 1657 Pfarrer an der Othmar-Kirche, ein viel angefochtener Mann.
Werke ↑
u. a. Geistl. u. weltl. Gedichte, Leipzig 1659; Himmelflammende Seelenlust
od. Hermann Hugons Pia Desideria, Frankfurt 1675;
s. a. A. Fischer, Das
dt. ev. Kirchenlied d. 17. Jh.s IV, 1908, S. 270 ff.
Literatur ↑
ADB I
(unter Albinus);
Goedeke III, 1887, S. 184 f., 243
(W);
Frels, 1934;
RGG (unter Albinus).
Autor ↑
Paul GabrielEmpfohlene Zitierweise ↑
Gabriel, Paul, „Albini, Johann Georg“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
149-150
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115400206.html
<< Albinus, Johann
Albinus, Michael >>
Albinus, Johann Georg
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Albinus: Joh. Georg
A.
, der Aeltere, Dichter der sächsischen Schule, zur
Unterscheidung von dem gleichzeitigen Michael
A.
in Danzig wol auch
A.
von Weißenfels genannt, geb. zu Unterneissa bei Weißenfels 6. März 1624, studirte in Leipzig, wurde
1653 Rector, 1657 Pfarrer an der St. Othmarkirche in Naumburg, wo er 25.
Mai 1679 starb. Wie besonders die Reihe der 1653
erschienenen Dichtungen ("Hohes Lied", "Trauriger Cypressenkranz",
"Alpha und Omega oder Jüngstes Gericht", "Freude des ewigen Lebens
und Qual der Verdammten") zeigt, versuchte er nach dem Vorbilde
der lateinischen Jesuitenpoesie und der von dieser und den
Italienern beeinflußten Pegnitzschäfer eine Steigerung über den
trockneren Opitzstil, um gleich so vielen Zeitgenossen aus der
kalten Renaissance in den wunderlichsten, schwülstigen und
convulsivischen, poetischen Barockgeschmack zu verfallen. Hie und
da erfreut dabei allerdings ein kraftvoll frischer und
hochstrebender Zug unter dem bombastischen, gelehrten oder
oberflächlichen und dadurch oft so langweiligen wie lächerlichen
Schwall. 1654 wurde der Dichter als "Blühender" in die
deutschgesinnte Genossenschaft aufgenommen.
|Weitere
poetische Anlehnung nahm er wie die meisten seiner Mitdichter an
den Holländern, die überdies in ähnlichen Strömungen standen.
"Eumelio", ein dramatisches Gedicht 1657, geistliche und weltliche
Gedichte 1659, die Uebersetzung der Pia
desideria des Jesuiten Herm. Hugonis: "Himmelflammende
Seelenlust" 1675 etc. erhöhten seinen Ruhm in seiner Schule.
Dauernderes Andenken gewann er durch seine Kirchenlieder ("Alle
Menschen müssen sterben"; "Entzieh, entzieh mich dieser Angst";
"Straf mich nicht in deinem Zorn"; "Welt ade, ich bin dein
müde").
Des Genannten Sohn
Joh. Georg
A.
der Jüngere († 1714)
machte sich gleichfalls als Dichter einen Namen (s. Adelung). Er
wurde als Abtrünniger vom Stil seines Vaters aufs heftigste von
Neumeister angegriffen und gerieth mit diesem in einen seiner Zeit
berüchtigten, übergroben Federkrieg.
Literatur ↑
Joh. Bernh. Liebler's Nachr. v. J. G. Albini Leben und Liedern.
Naumburg 1728.
Autor ↑
Lemcke.
Empfohlene Zitierweise ↑
Lemcke, Ludwig, „Albinus, Johann Georg“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
222-223
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115400206.html?anchor=adb
Albini, Johann Georg
Name: Albini, Johann Georg
Namensvariante: Albinus, Johann Georg
Namensvariante: Albini, Johann Georg der Ältere
Namensvariante: Albinus von Weißenfels, Johann Georg
Lebensdaten: 1624 bis 1679
Geburtsort: Unternessa bei Weißenfels/Saale
Sterbeort: Naumburg/Saale
Beruf/Lebensstellung: Dichter; evangelischer Theologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Gabriel, PaulAutor ADB:
Lemcke, LudwigPND: 115400206