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Alberti, Conrad (Pseudonym für Conrad Sittenfeld)
Schriftsteller und Schriftleiter,
* 9.7.1862 Breslau,
† 24.6.1918 Berlin.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Kaufmann (israelitisch).
Leben ↑
Alberti, der durch einen Gehfehler behindert war, wirkte bereits in seiner Breslauer Gymnasiastenzeit als Mitarbeiter an verschiedenen Lokalzeitungen, studierte in Breslau und Berlin, betätigte sich vorübergehend als Schauspieler, nahm dann das Studium der Geschichte, Literatur- und Kunstgeschichte wieder auf und widmete sich ganz dem literarischen Schaffen. Alberti gehörte zu dem mit dem deutschen Reich nach 1870 beginnenden Typus, für den Literatur in der Hauptsache Mittel zum sozialen Aufstieg wurde, und zwar im wesentlichen auf dem Wege über die Kritik. Die Welt Albertis, der meist zu den ersten Naturalisten gezählt wird, spiegelte sich in seinen Kritiken viel echter als in seinen Werken: Nur als Kritiker konnte er sein negatives Verhältnis zum Dasein ohne Hemmungen ausgeben. Er wirkte seit der Gründung des Blattes an der Berliner „Morgenpost“, die ihm nur einen völlig unliteratischen Leserkreis stellte. Von seinen Romanen und Dramen ist nichts geblieben, es sei denn, daß man ein Buch wie „Die Alten und die Jungen“ (1889) als erstes Beispiel des pseudomodernen Berlinromans nehmen will und als eine untere Niveaugrenze, an der sich die seitdem erfolgte Steigerung des Handwerksniveaus auch der deutschen Gebrauchsliteratur ablesen läßt.
Werke ↑
Weitere W Moderner Realismus in d.
Lit. u. d. Grenzen seiner Berechtigung, 1889; Wer ist d. Stärkere?, Roman; Brot, Drama um Thomas Münzer, 1890; Das Recht auf Liebe, Roman, 1890; Natur u. Kunst, 1891; Maschinen, Roman, 1894; Die Rose
v. Hildesheim,
hist. Roman, 1895; Die Wege d. Menschheit, 4
Bde., 1906–13.
Literatur ↑
A. v. Hanstein, Das jüngste
Dtld., 2 Jahrzehnte miterlebter
Lit.-
Gesch., 1900
(P);
Wi. VI, 1912
(unter Sittenfeld);
DBJ Überleitungsbd. II (Totenliste 1918,
weitere L);
Soergel,
121921
(P);
H. Claus,
Stud. zur
Gesch. d.
dt. Frühnaturalismus, 1933;
Nekrolog zu Kürschner,
Lit.-
Kal. 1901–35, 1936.
Autor ↑
Paul FechterEmpfohlene Zitierweise ↑
Fechter, Paul, „Alberti, Conrad“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
141
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116009926.html
Alberti, Conrad
Name: Alberti, Conrad
Namensvariante: Sittenfeld, Conrad
Lebensdaten: 1862 bis 1918
Geburtsort: Breslau
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller; Schriftleiter
Konfession: jüdischer Vater
Autor NDB:
Fechter, PaulPND: 116009926