<< Hassenstein, Walter Georg
Hassinger, Hugo Rudolf Franz >>
Hassert, Ernst Emil Kurt
Geograph,
* 15.3.1868 Naumburg/Saale,
† 5.11.1947 Leipzig. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Emil (1836–84), Pelzwarenhändler,
S d. Seifensiedermeisters Eduard in
N. u. d. Wilhelmine Zieger;
M Lina (1839–1922),
T d.
Heinr. Ernst Hofmann, Zeugmachermeister in Gera, u. d. Ernestine Caroline Pippig;
⚭ Leipzig 1896 Hildegard (1872–1945),
T d. Bankiers Eduard Franz Wilfferodt in
L. u. d. Amalie Louise Hoffmann; 2
T.
Leben ↑
Hassert studierte 1887-91 Geographie an den Universitäten Leipzig und Berlin. Am tiefsten beeinflußte ihn F. Ratzel. Auf Anregung von Richthofen bildete er sich im Wiener Militärgeographischen Institut kartographisch aus. Er hörte hier auch A. Penck. Seine Dissertation „Die Nordpolargrenze der bewohnten und unbewohnten Erde“ (Leipzig 1891) eröffnete die Reihe seiner zahlreichen Publikationen über die Erforschung der Arktis und Antarktis (Hauptwerk „Die Polarforschung“, 1902,
31914, russisch 1924). 1895 habilitierte sich Hassert mit der Schrift „Beiträge zur physischen Geographie von Montenegro mit besonderer Berücksichtigung des Karstes“ in Leipzig und erhielt hier 1898 an der neugegründeten Handelshochschule den Lehrauftrag für Geographie. 1899 wurde er als Nachfolger A. Hettners außerordentlicher Professor in Tübingen, 1902-17 ordentlicher Professor an der Handelshochschule in Köln. Er bereiste Italien, Erythrea und Nordamerika; 1907-08 leitete er die NW-Kamerun-Expedition, der auch Thorbecke angehörte, und veröffentlichte reiches landeskundliches und kartographisches Material über die damalige deutsche Kolonie. 1917 erhielt Hassert einen Ruf an die Technische Hochschule Dresden. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges kehrte er von kurzem Ruhestand (1935–39) ins Hochschullehramt zurück; 1947 wurde der 79jährige noch nach Leipzig berufen. – Hassert wirkte hauptsächlich auf anthropogeographischem Gebiet. Außer der Balkan- und Polarforschung förderte er wesentlich Afrikakunde und Ver
|kehrsgeographie. Seine Länderkunden, besonders die der Vereinigten Staaten, verlieren sich nie in zweitrangigen Spezialfragen, sondern führen, anschaulich, gewandt und flüssig geschrieben, an die vielfachen Beziehungen zwischen Naturraum und Mensch heran. Hassert schrieb auch für den Nichtfachmann und hatte einen großen politisch und wirtschaftlich interessierten Leserkreis. Die Fachwelt schätzte ihn als vielseitigen Kulturgeographen.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Dtld.s Kolonien, 1899,
21910;
Landeskde. d.
Kgr. Württemberg, 1903,
21913;
F. Ratzel, Sein Leben u. Wirken, in:
Geogr. Zs., 1905, S. 305-25, 361-80;
Landeskde. u.
Wirtsch.-geogr. d. Festlandes Australien, 1907,
21924;
Das Kamerungebirge, in:
Mitt. a. d.
Dt. Schutzgebieten, 1911,
H. 2/3;
Btrr. z. Landeskde. d. Grashochländer Nordwest-Kameruns,
ebd., 1927,
Erg.-
H. 13;
Allg. Verkehrsgeogr., 1913,
21931;
Das
Türk. Reich,
pol., geogr. u.
wirtsch., 1918;
Wesen u. Bildungswert d. Wirtsch.geogr., 1919;
Die Vereinigten Staaten
v. Amerika als
pol. u.
wirtsch. Weltmacht geogr. betrachtet, 1922;
Das
Wirtsch.-leben Dtld.s u. s. geogr. Grundlagen, 1923,
21934;
Nordamerika, in: E.
v. Seydlitz,
Hdb. d.
Geogr. III, 1927, S. 425-528;
Einführung in d. geogr.
Lit., 1932,
21934;
Die Erforschung Afrikas, 1942.
Literatur ↑
E. Grunicke, K.
H.s Verdienste um d.
dt. Kolonien, in:
Mitt. d.
Ver. f.
Erdkde. Dresden, 1938, S. 1-16
(W-Verz., P);
J. Siegel, in:
Naturwiss. Rdsch., 1949, S. 78 f.;
M. Reuther, K.
H., Leben u. Werk, in: Petermanns
Geogr. Mitt. 94, 1950, S. 89-92
(W-Verz.);
Rhdb. (P);
Pogg. IV, VII a.
Autor ↑
Hans LippoldEmpfohlene Zitierweise ↑
Lippold, Hans, „Hassert, Ernst Emil Kurt“,
in: Neue Deutsche Biographie
8
(1969), S.
48 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116515562.html
Hassert, Kurt
Name: Hassert, Kurt
Namensvariante: Hassert, Ernst Emil Kurt
Lebensdaten: 1868 bis 1947
Geburtsort: Naumburg/Saale
Sterbeort: Leipzig
Beruf/Lebensstellung: Geograph
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Lippold, HansPND: 116515562