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NDB-Artikel

<< Hackel, Eduard     Hackert, Jakob Philipp >>

Hacker, Viktor Ritter von

Chirurg, * 21.10.1852 Wien, 20.5.1933 Graz. (katholisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Franz Rr. v. H. (Adel 1868, 1802-71), Oberlandesgerichtsrat in W., S d. Privatbeamten Simon u. d. Anna Beinhalter; M Caroline (1816–88), T d. Franz Winkler v. Forazest (1791–1860), k. k. Rat, Großkaufm. u. Fabrikbes. in W., u. d. Caroline Wall; Ur-Gvm Franz W. v. F. (1760–1826), Eisenhändler, Metallwarenfabr. in W. u. Budapest; Schw Joh. Franziska ( Ernst Chimani, 1830–1908, k. u. k. Generalstabsarzt); - 1890 Mary (1870–1957), T d. Dr. Ernst v. Niebauer, Hof- u. Gerichtsadvokat in W., u. d. Karoline Losert; kinderlos.

Leben  
Hacker studierte in Wien Medizin (Promotion 1878). Er arbeitete im pathologisch-anatomischen Institut unter Heschl und in der medizinischen Klinik unter Duchek und trat 1881 in die von Billroth geleitete II. Chirurgische Klinik ein. 1888 erreichte er die Venia legendi und die Leitung der chirurgischen Abteilung des Sophienspitals in Wien; 1891 wurde er Primarius in der Wiener allgemeinen Poliklinik. Während der Todeskrankheit Billroths supplierte er dessen Klinik bis zur Neubesetzung. Nachdem er 1894 den Titel eines außerordentlichen Professors erhalten hatte, folgte er 1895 einem Ruf als Ordinarius nach Innsbruck, 1903 einem solchen nach Graz. Nach Absolvierung eines Ehrenjahres trat er 1924 in den Ruhestand.
Hacker gehörte zu den bedeutendsten Schülern Billroths, unter dessen Führung er die Entwicklung der Magen-Darmchirurgie und damit die der modernen Medizin überhaupt erlebte. Er selbst wählte die Chirurgie des Oesophagus, des Magen-Darmtraktes und die plastische Chirurgie als bevorzugte Arbeitsgebiete. Er baute nach anatomischen und physiologischen Vorstudien die Oesophagoskopie – vor allem für die Entfernung von Fremdkörpern – aus und empfahl für Verätzungsstrikturen die seinen Namen tragende Sondierung ohne Ende. 1914 gelang ihm bei einem Patienten mit völliger Verödung der Speiseröhre die Bildung eines Ersatzorganes aus dem Querdarm (antethorakale Dermato-Colo-Oesophagoplastik). Die von ihm angegebene Gastroenterostomia retrocolica posterior (1885) ist eine auch heute noch häufig ausgeführte Palliativoperation. Er versuchte die Bildung einer wirklich schlußfähigen Magenfistel. Von ihm stammt die kollare und dorsale Mediastinotomie bei einer peroesophagealen Phlegmone. Auch die Chirurgie des Pharynx, der Kardia, der Trachea wußte er zu bereichern. Für die Fixierung und Ruhigstellung von Oberarmbrüchen gab er die nach ihm benannte Triangel, einen einfach zu improvisierenden Verband, an|.

Auszeichnungen  
Hofrat (1917), Ehrenmitgl. d. Dt. Ges. f. Chirurgie u. d. Ges. d. Ärzte in Wien, d. Wiss. Ver. d. Ärzte in Steiermark, Ehrenbürger v. Graz, Dr. h. c. (Graz).

Werke  
W u. a. Anleitung z. antisept. Wundbehandlung nach d. an Prof. Billroth's Klinik gebräuchl. Methode, 1883, 31890 (2 engl., franz., griech., russ. u. holländ. Überss., aufgenommen in: Stephen-Smith, The principles and practice of Surgery, Boston 1887); Die Magenoperationen an Prof. Billroths Klinik, 1880-März 1885, 1886; Über d. Verwendung d. Musculus rectus abdominis z. Verschluß d. künstl. Magenfistel, in: Wiener med. Wschr. 36, 1886, S. 31 f., 1073-77, 1110-14; Über d. Verwendung eines e. Periostknochenspange enthaltenden Stirnlappens z. Rhinoplastik, in: Wiener klin. Wschr. 2, 1888, H. 36-38, u. 8, 1894; Über d. nach Verätzungen entstehenden Speiseröhrenverengungen, 1889; Zur operativen Behandlung d. Pylorusstenose u. d. malignen Neoplasmen d. Magens, in: Chirurg. Btrr. aus d. Erzhzgn. Sophien-Spital, 1892; Angeborene Mißbildungen, Verletzungen u. Erkrankungen d. Speiseröhre, in: Hdb. d. prakt. Chirurgie II, 1905, 51924 (mit G. Lotheißen); Chirurgie d. Speiseröhre, in: Neue Dt. Chirurgie 34, 1926.

Literatur  
H. Schmerz, in: Chirurg 4, 1932, S. 833-38; A. Eiselsberg, in: Archiv f. klin. Chirurgie 175, 1933, S. I-IV; G. Lotheißen, in: Wiener med. Wschr. 83, 1933, S. 714 f. (P); Walzel, in: Wiener klin. Wschr. 46, 1933, S. 761 f.; F. Spath, ebd. 75, 1963, S. 714 f. (P); ÖBL.

Portraits  
Ölgem. v. J. Schretter, 1899, Abb. in: Wiener klin. Wschr. 75, 1963.

Autor  
Marlene Jantsch
Empfohlene Zitierweise  

Jantsch, Marlene, „Hacker, Viktor Ritter von“, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 409 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118699954.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 7 (1966), S. 409

PND: 118699954
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Index

Hacker, Viktor Ritter von

Name: Hacker, Viktor Ritter von
Lebensdaten: 1852 bis 1933
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Graz
Beruf/Lebensstellung: Chirurg
Konfession: katholisch
Autor NDB: Jantsch, Marlene
PND: 118699954

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Hacker, Viktor Ritter von

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