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Abegg >>
Abée, Conrad
kurhessischer Staatsminister,
* 23.4.1806 Wolfhagen (Hessen-Nassau),
† 8.11.1873 Marburg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus der gleichen Familie wie Ernst Abbe, alte Chirurgenfamilie, nicht hugenottischer Abstammung;
V Johann Christoph Wilhelm Abée (1765–1819), Amtschirurg:
M Anna Catharina Gesecke aus Kassel;
Gvv Johann Martin Abe;
⚭ Kassel 1837 Sophie Freiin
v. Wrede; 12
K,
u. a. Emilie (
⚭ Eduard Vilmar, evangelischer Theologe u. Orientalist).
Leben ↑
Ärmliche Verhältnisse verhinderten zunächst ein geplantes Studium. Abée erwarb höhere Bildung erst neben seiner Tätigkeit als Amtsschreiber. Nach Ablegung der Reifeprüfung in Fulda (1830) studierte er in Marburg Rechtswissenschaft und Philosophie und trat 1833 als Referendar in den kurhessischen Staatsdienst. 1835 war er bereits Sekretär, 1843 vortragender Rat im Justizministerium. 1846 wurde er Kabinettsrat des Kurprinzen-Mitregenten und dessen enger Vertrauter. Mit dem Minister H. D.
v. Hassenpflug, als dessen Hauptschüler er bezeichnet wird, verbanden ihn religiöse und politische Ziele. Zu Beginn der Revolution von 1848 mußte er als Exponent der Kabinettspolitik Kassel verlassen und wurde Obergerichtsrat in Rinteln. Nach Hassenpflugs Rückkehr in das Ministerium im Jahre 1850 gelangte Abée erneut zu einflußreichen Stellungen. 1853 wurde er Präsident des Oberappellationsgerichts, seit 1858 vertrat er die Interessen Kurhessens am deutschen Bundestag, besonders in den strittigen Verfassungsfragen. Nach dem Sturz Hassenpflugs 1860 trat er als Justizminister an die Spitze des reaktionären Ministeriums
A.- Volmar, zunächst unter Beibehaltung seines Bundestagspostens. Mit dem Scheitern der neuen Verfassung durch das Eingreifen Preußens mußte das Kabinett 1862 zurücktreten. Doch wurde Abée im Jahre 1863 als Minister der auswärtigen Angelegenheiten und des kurfürstlichen Hauses erneut in das Ministerium berufen, ab 1865 zusätzlich auch als Justizminister. Indessen war er der schwierigen innen- und außenpolitischen Situation seiner Zeit nicht gewachsen. Nach dem Einmarsch der preußischen Truppen wurde er als Hauptratgeber des Kurfürsten zugleich mit seinen Kollegen seines Amtes enthoben. Er folgte dem Kurfürsten nicht nach Böhmen, sondern zog sich nach Marburg zurück. Über den Frankfurter Fürstentag hat er Aufzeichnungen hinterlassen.
Literatur ↑
Ph. Losch in:
Lb. Kurhessen I, 1939
(L).
Autor ↑
Kurt DülferEmpfohlene Zitierweise ↑
Dülfer, Kurt, „Abée, Conrad“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
6
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135607116.html
Abée, Conrad
Name: Abée, Conrad
Lebensdaten: 1806 bis 1873
Geburtsort: Wolfhagen (Hessen-Nassau)
Sterbeort: Marburg
Beruf/Lebensstellung: kurhessischer Minister
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Dülfer, KurtPND: 135607116