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Bayersdorfer, Adolph
Kunsthistoriker,
* 7.6.1842 Erlenbach bei Aschaffenburg,
† 21.12.1901 München.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Philipp Christian Bayersdorfer, Revierförster;
M Barbara Fecher;
⚭ 1880 Jenny Pauly; 3
K.
Leben ↑
Bayersdorfer kam mit dem frühen Tod des Vaters infolge Wiederverheiratung der Mutter mit einem Steuerbeamten Reber im Jahre 1853 nach München, besuchte dort das Gymnasium, studierte Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität und wurde freier Schriftsteller, Mitarbeiter
u. a. der „Süddeutschen Presse", der „Allgemeinen Zeitung“ und der „Wiener Neuen freien Presse“. Er war befreundet mit H. von Lingg, H. Leuthold, Martin Greif, sowie Mitglied eines Kunstkreises um Victor Müller, H. Thoma, K. Haider, besonders A. Böcklin stand er nahe. 1874 erhielt Bayersdorfer ein Staatsstipendium zum Besuch Italiens, wo er sechs Jahre blieb, meist in Florenz (Verkehr mit Karl Hillebrand, A. von Hildebrand, H. von Marées). 1880 wurde er Konservator der Gemäldegalerie in Schleißheim und 1884 der Alten Pinakothek in München. Von diesem Zeitpunkt an war er literarisch kaum mehr tätig; er war mit Arbeiten für Galeriekataloge sehr beschäftigt. Bayersdorfer war Mitbegründer des deutschen kunsthistorischen Instituts in Florenz, Vorsitzender der Münchner Gesellschaft für wissenschaftliche Psychologie und ein berühmter Schachspieler. Er wurde Ehrendoktor der Universität Leipzig.
Bayersdorfer wurde bekannt durch seine Schrift über die Holbein-Madonnen in Darmstadt und Dresden, in der er überzeugend die Echtheit des Gemäldes in Darmstadt nachwies. Als ausgezeichneter Gemäldekenner, besonders der italienischen Malerei (Gegner G. Morellis), allgemein angesehen, durch sein Eintreten für die Malerei Courbets und des Leiblkreises nicht weniger anerkannt als durch den Inhalt seiner mehr ästhetisch-philosophischen als historischen Schriften, in denen er Hildebrands spätere Ansichten teilweise vorausdeutet, als Antiwagnerianer beachtet, war er eine vielseitig begabte, hoch gebildete Persönlichkeit und ein Pionier der Wissenschaft auf dem Wege, den im Anschluß an Hildebrand nachher H. Wölfflin erfolgreich beschritt.
Werke ↑
B.s Leben u.
Schrr., aus seinem Nachlaß
hrsg. v. H. Mackowsky, A. Pauly u. W. Weigand, 1902
(P); Zur Kenntnis d. Schachproblems, 1907.
Literatur ↑
B.s Leben u.
Schrr. (s. W); W. Weigand, in:
BJ VI;
Kosch, Lit.-Lex. I (L).
Portraits ↑
v. H. Thoma u. A. Böcklin,
Abb. in:
B.s Leben u.
Schrr. (s. W).
Autor ↑
Hermann Uhde-BernaysEmpfohlene Zitierweise ↑
Uhde-Bernays, Hermann, „Bayersdorfer, Adolph“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
680
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118827359.html
Bayersdorfer, Adolph
Name: Bayersdorfer, Adolph
Lebensdaten: 1842 bis 1901
Geburtsort: Erlenbach bei Aschaffenburg
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Kunsthistoriker
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Uhde-Bernays, HermannPND: 118827359