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NDB-Artikel

<< Bayer, Wolfgang     Bayersdorfer, Adolph >>

Bayersdörfer, Michael

Arzt und Politiker, * 10.7.1867 Bellheim (Pfalz), 20.3.1940 München. (katholisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Vorfahren, meist Handwerker, bis 1660 in der Pfalz nachweisbar; V Andreas Bayersdörfer, Drechslermeister in Bellheim; 21.7.1894 Josefine Schönlaub aus Gutsbesitzersfamilie in Minfeld (Pfalz).

Leben  
|Bayersdörfer studierte auf den Universitäten Würzburg, Heidelberg und München. 1905-18 Mitglied der Zentrumspartei, wurde er nach Gründung der Bayerischen Volkspartei 1919 deren Vorsitzender für die Pfalz. Von 1924 an gehörte er in 2 Wahlperioden dem Reichstag an, längere Zeit auch als Vorsitzender des Ausschusses für die besetzten Gebiete. Seit Anfang 1920 auch stellvertretender Vorsitzender des Pfälzischen Kreistages, wies ihm der Beginn des Ruhrkampfes während des Höhepunktes der französischen Rheinlandpolitik und der deutschen Staatskrise 1923/24 eine bedeutende Rolle zu. Als der politische Repräsentant der Pfalz wurde er der Gegenspieler des französischen Oberkommissars Tirard und des Provinzdelegierten General de Metz. Den Versuch des Generals, aus der Pfalz einen „autonomen Staat mit einer provisorischen Regierung“ zu machen, vereitelte er (Kreistagssitzung vom 24.10.1923). Im Februar 1924 lehnte er die Aufforderung eines Sonderausschusses der Rheinlandkommission, an Stelle der ausgewiesenen pfälzischen Kreis-(Provinzial)-Regierung selbst die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, ab, übernahm vielmehr mit dem Kreisausschuß eine vermittelnde Tätigkeit im Rahmen der Reichspolitik bis zur Rückgabe der Regierungsgewalt an die verfassungsmäßigen Behörden. Seine politische Haltung trug wesentlich dazu bei, die drohende Lostrennung der Pfalz von Bayern und Reich zu verhindern. Die Universität Würzburg verlieh ihm 1930 (nach Räumung des besetzten Gebiets) ihre Ehrenmitgliedschaft.

Literatur  
Rhdb. I, 1930 (P); eigene Archivstudien.

Portraits  
Porträtbüste v. Th. Siegle (im Besitz v. Landgerichtsdir. R. Keller, Fürth); Radierung v. Prof. Futterer-München (im Besitz d. T Frau Maria Ohmer, Ludwigshafen a. Rh.); Phot. in: Der Rheinpfälzer (Landau), 9.7.1927, Nr. 157.

Autor  
Otto Jung
Empfohlene Zitierweise  

Jung, Otto, „Bayersdörfer, Michael“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 679 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd129850268.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 679 f.

PND: 129850268
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Index

Bayersdörfer, Michael

Name: Bayersdörfer, Michael
Lebensdaten: 1867 bis 1940
Geburtsort: Bellheim (Pfalz)
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Arzt; Politiker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Jung, Otto
PND: 129850268

Weitere Informationen

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Bayersdörfer, Michael

PND
129850268

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