<< Grotrian.
Grotrian, Albert Theodor Emanuel Ludwig Willi >>
Grotrian, Walter Robert Wilhelm
Astrophysiker,
* 21.4.1890 Aachen,
† 3.3.1954 Potsdam.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Otto (1847–1921),
Prof. f. Elektrotechnik a. d.
TH Aachen (s.
Pogg. III-V;
DBJ III,
Tl. 1921,
W, L),
S d.
Geh. Kammerrats Hermann (1811–87) in Braunschweig u. d. Auguste Hüpeden;
M Luise (1852–1923),
T d.
Schuldir. Dr. phil. Herm. Dieckmann u. d. Auguste Evers (
T d. Carl
Frdr. Wilh. E., 1798–1853,
Stadtdir. in Hannover);
⚭ Potsdam 1921 Eva
verw. Brandes (
* 1891),
T d.
Johs. Merkel (1852–1909),
Prof. d. Rechte (s.
BJ XIV,
Tl. 1909,
L), u. d. Catharina Dollmann (
T d. Karl
Frdr. v. D.,
† 1867, Jurist, s.
ADB V;
NDB IV
*); kinderlos.
Leben ↑
Nach physikalischen Studien in Aachen und später in Göttingen bei H. Th. Simon und C. Runge promovierte Grotrian 1914 mit der Arbeit „Der Gleichstromlichtbogen großer Bogenlänge“ bei W. Voigt in Göttingen. Dort setzte er zunächst auch seine physikalischen Arbeiten fort, zum Teil gemeinsam mit J. Franck, und vollendete seine Habilitationsschrift
|„Elektronenstoß und geschichtete Entladung“ (1921). 1922 wurde er als physikalischer und spektroskopischer Mitarbeiter zum Observator am Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam ernannt, dem er fortan bis zu seinem Tode angehörte. 1923 habilitierte sich Grotrian an der Universität Berlin, 1927 wurde er außerordentlicher Professor. In Potsdam entstanden viele spektroskopische Arbeiten und später im Arbeitskreis um den von E. F. Freundlich geschaffenen Einsteinturm zahlreiche Untersuchungen über die Natur der Sonnenkorona, über solare Magnetfelder und anderes. 1929 nahm Grotrian an der Expedition des Instituts zur Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis in Sumatra teil. Grundlegend geworden sind sein Beitrag über die Aufteilung der Sonnenkorona in einen E- und einen F-Anteil und sein 1939 gegebener Deutungsvorschlag des damals noch rätselhaften Koronaspektrums. Seine 1928 in Buchform erschienene graphische Darstellung der Spektren zahlreicher Atome gehört zum bleibenden Bestandteil der Spektroskopie. Im 2. Weltkrieg führte Grotrian als Offizier einen speziellen, auf dem Gebiet der Hochfrequenztechnik und der Ionosphärenforschung arbeitenden Truppenteil. 1951 wurde er auf den Lehrstuhl für Astrophysik an der Humboldt-Universität Berlin berufen, und es wurde ihm die Leitung des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam übertragen
|Auszeichnungen ↑
Mitgl. d. Dt. Ak. d. Wiss. zu Berlin (1951).
Werke ↑
Weitere W u. a.
Graph. Darst. d. Spektren
v. Atomen u. Ionen mit ein, zwei u. drei Valenzelektronen, 1928;
Ergebnisse d. Potsdamer Expedition
z. Beobachtung d. Sonnenfinsternis am 9. Mai 1929 in Takengon (Nordsumatra), in:
Zs. f. Astrophysik 2, 1931, S. 106-32 (
P S. 115), 3, 1931, S. 199-226, 7, 1933, S. 26-45;
Über d. Fraunhofersche Spektrum d. Sonnenkorona,
ebd. 8, 1934, S. 124-46;
Gesetzmäßigkeiten in d. Serienspektren, in:
Hdb. d. Astrophysik III/2, 1930, S. 475-602, 7, 1936, S. 250-64;
Zur Frage d. Deutung d. Linien im Spektrum d. Sonnenkorona, in: Naturwiss. 27, 1939, S. 214;
Polaritäten u. Maximalwerte magnet. Feldstärken
v. Sonnenflecken in
d. J. 1946–51, =
Publ. d. Astrophysikal. Observatoriums zu Potsdam 97, 1953;
dass. in
d. J. 1952–53, =
dass. 99, 1956 (mit H. Künzel, W. Mattig, E. H. Schröter). -
Mitbegr. u. Mithrsg.: Zs. f. Astrophysik.
Literatur ↑
The Irish Astronomical Journal 3, Armagh 1954, S. 63;
H.
v. Klüber, in: Naturwiss. 41, 1954, S. 365 f.;
H. Schneller, in: Die Sterne 30, 1954, S. 101-03
(P);
Sky and Telescope 13, New Rochelle 1954, S. 264;
J. Wempe, in:
Zs. f. Astrophysik 34, 1954, S. 83
(P);
ders., in: Astronom.
Nachrr. 282, 1955, S. 190;
R. Ritschl, in:
Mitt. d. Physikal.
Ges. in d.
DDR 1, H. 2, 1955;
H. Kienle, in:
Mitt. d. Astronom.
Ges. 1955, 1956, S. 5-9
(vollst. W-Verz., P);
Pogg. VI, VII a.
Autor ↑
Harald von KlüberEmpfohlene Zitierweise ↑
Klüber, Harald von, „Grotrian, Walter Robert Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
169 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116878843.html
Grotrian, Walter
Name: Grotrian, Walter
Namensvariante: Grotrian, Walter Robert Wilhelm
Lebensdaten: 1890 bis 1954
Geburtsort: Aachen
Sterbeort: Potsdam
Beruf/Lebensstellung: Astrophysiker
Konfession: evangelische Familie
Autor NDB:
Klüber, Harald vonPND: 116878843