Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Bauer, Gustav Conrad     Bauer, Hermann Theodor >>

Bauer, Hans

Semitist, * 16.1.1878 Grasmannsdorf (Oberfranken), 6.3.1937 Halle/Saale. (katholisch, dann lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Adam Bauer, Landwirt in Grasmannsdorf; M Barbara, T des Landwirts Friedrich Wagner und der Anna Maria Dinkler, beide aus Obergreuth; Gvv Michael Bauer, Landwirt in Grasmannsdorf; Gmv Anna Lorenz, aus Oberköst (Oberfranken); 4.8.1920 Eugenie, T des Generaldirektors H. Kerschbaumer und der Clotilde Groß; 2 S.

Leben  
Bauer studierte an der Gregoriana in Rom Theologie, empfing 1903 die Priesterweihe und war 1904-1906 Kuratus am Krankenhaus in Bamberg. Von 1906 an studierte er in Berlin und Leipzig semitische Sprachen, promovierte 1910 in Berlin, habilitierte sich 1912 in Halle und trat bald danach zum Protestantismus über. 1923 wurde er in Halle ordentlicher Professor. In zwei großen Darstellungen des Hebräischen und Biblisch-Aramäischen (mit P. Leander) wandte Bauer die sprachhistorische Methodik aufs Semitische an. Er schlug scharfsinnige, oft kühne Lösungen sprachlicher Einzelprobleme vor und arbeitete auf epigraphischem Gebiet. 1930 entzifferte er die neuentdeckte alphabetische Keilschrift von Ras Schamra (Nordsyrien) auf rein kombinatorischem Weg und ohne äußeren Anhaltspunkt und erkannte die Sprache der Texte als semitisch. Als erstes, bald überholtes Dokument erschien die „Entzifferung der Keilschrifttafeln von Ras Schamra“ (1930). Später, z. T. von anderen berichtigt und ergänzt, erschloß die Entzifferung die ugaritische Sprache und Literatur. Auf islamkundlichem Gebiet betätigte sich Bauer durch Übersetzung von drei Büchern al-Ghāzāli's in der Reihe „Islamische Ethik“ (3 Bände, 1916–22).

Werke  
Die Tempora im Semitischen, 1910; Die Dogmatik al-Ghāzāli's, 1912; Hist. Grammatik d. Hebr. Sprache d. AT, 1922; Grammatik d. Biblisch-Aramäischen, 1927 (beide mit P.Leander); Das Alphabet v. Ras Schamra, 1932; Der Ursprung d. Alphabets, 1937.

Literatur  
O. Eissfeldt, H. B., in: Archiv f. Orient-F 11, 1936/37, S. 405 f.; H. Wehr, H. B., in: Ztschr. d. Dt. Morgenländ. Ges. 91, 1937, S. 175 ff. (vollst. W-Verz., P); B. Meissner, in: FF 13, 1937, S. 144; Wi. X, 1935.

Autor  
Hans Wehr
Empfohlene Zitierweise  

Wehr, Hans, „Bauer, Hans“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 639 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd131435701.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 639

PND: 131435701
Artikel drucken

Index

Bauer, Hans

Name: Bauer, Hans
Lebensdaten: 1878 bis 1937
Geburtsort: Grasmannsdorf (Oberfranken)
Sterbeort: Halle/Saale
Beruf/Lebensstellung: Semitist
Konfession: katholisch; lutherisch
Autor NDB: Wehr, Hans
PND: 131435701

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Bauer, Hans

PND
131435701

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope