Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Batz, Simon     Bauch, Bruno Arthur Kanut >>

Bauch

Nürnberger Goldschmiedefamilie, 16. und 17. Jahrhundert.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Die Zusammenhänge in der weitverzweigten Familie sind nicht zu klären. Hervorzuheben sind folgende Mitglieder: Kaspar (Kunz?) Bauch der Ältere ( 28.11.1583 Nürnberg) scheint von auswärts eingewandert zu sein, wurde 1541 Bürger von Nürnberg und Goldschmiedemeister und war 1567-71 Geschworener. 1554 und 1572 geriet er wegen Vergehens gegen die Handwerksordnung in Konflikt mit seiner Zunft. Er arbeitete u. a. für Kurfürst August von Sachsen, z. B. eine Doppelscheuer im Grünen Gewölbe zu Dresden. Mathes Bauch kam wohl in den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts von Augsburg nach Nürnberg, wo er bis 1601 nachweisbar ist, und scheint als Händler mit Goldschmiedearbeiten viel gereist zu sein, u. a. für die kursächsische Hof-Silberkammer in Dresden. Meinrad Bauch der Ältere ( 22.4.1623 Nürnberg) war verschwägert mit Barthel Jamnitzer, wurde 1575 Goldschmiedemeister und war 1609-13 Vorgeher seines Handwerks. Er ist der bedeutendste Künstler seiner Familie. Mit seinen figürlichen Trinkgeschirren, einer Gattung von Gefäßen, die als Prunkstücke fürstlicher Schaubüffetts besonders beliebt waren und deren Postamente er mit kleinen, in Silber gegossenen Tieren schmückte, gehört er stilistisch zu den Nachfolgern Wenzel Jamnitzers. Von seinen mit dem Meisterzeichen MB gezeichneten Werken sind zu erwähnen ein silbervergoldeter Bacchus auf einem Faß von Perlmutter (Grünes Gewölbe Dresden), ähnliche Stücke in London (British Museum) und Stuttgart (Privatbesitz), mehrere Jungfrauenbecher (Grünes Gewölbe Dresden, Dessau und Privatbesitz), zwei silbervergoldete Hirschpokale (Grünes Gewölbe Dresden), sowie weitere verschiedenartig geformte Trinkgeschirre in Kopenhagen (Nationalmuseum), Moskau (Kreml) und in Privatbesitz. Meinrad Bauch der Jüngere ( 9.1.1633 Nürnberg) war seit 1612 Goldschmiedemeister. Seine reich getriebenen, häufig gebuckelten Trinkgeschirre, die sich an spätgotische Formen anschließen, sind schöne Beispiele der deutschen Goldschmiedekunst des Frühbarock, so ein vergoldeter Buckelbecher mit Doppeladler auf dem Deckel (Dessau, Schloß) und weitere Pokale in Darmstadt und in Privatbesitz.

Literatur  
F. A. v, O'Byrn, Die Hof-Silberkammer u. d. Hofkellerei z. Dresden, 1880; M. Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen III, 1925; J. L. Sponsel, Das Grüne Gewölbe z. Dresden II, 1928; ThB.

Autor  
Erna von Watzdorf
Empfohlene Zitierweise  

Watzdorf, Erna von, „Bauch“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 630 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd139768653.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 630

PND: 139768653
Artikel drucken

Index

Bauch

Name: Bauch
Lebensdaten: gestorben 16./17. Jahrhundert
Beruf/Lebensstellung: Nürnberger Goldschmiedefamilie
Konfession: keine Angabe
Autor NDB: Watzdorf, Erna von
PND: 139768653

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Bauch

PND
139768653

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope