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NDB-Artikel

<< Glesker, Justus     Glinz, Gustav Adolf >>

Gletle, Johann Melchior

Komponist, * Anfang Juli 1626 Bremgarten (Aargau), 2. (oder 6.) 9.1683 Augsburg. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Jakob Gletlin aus B.; M Margareta Knecht; Katharina Streitlin; 9 S , 6 T , u. a. Joh. Bapt. (1652–99), Kapellmeister, Schulpräfekt u. Subprior im Stift Göttweig, Jos. Bernh. (1655–96), Dr. iur., Prof. a. d. Univ. Salzburg, auch Joh. Ignaz (* 1656) u. Paul Nik. (1661–1707) schlugen d. ak. Laufbahn ein.

Leben  
Wo Gletle seine Ausbildung erhalten hat, weiß man bis heute noch nicht. 1651 wurde er in Augsburg als Domorganist angestellt, und 1654 wurde ihm auch das Amt des Domkapellmeisters übertragen. In diesen Stellungen verblieb er, anscheinend zur vollen Befriedigung seiner Vorgesetzten, bis zu seinem Tode. Wie üblich, sind seine Kirchenkompositionen als ausgesprochene Gebrauchsmusik entstanden. Vermutlich unterhielt Gletle zum musikliebenden Augsburger Bischof Johann Christoph von Freyberg-Eisenberg und zum Hause Fugger nähere Beziehungen. – Gletles Kirchenmusik, von der nur ein Teil gedruckt vorliegt, trägt die Merkmale des konzertierenden Stils, wie er der Zeit zwischen H. Schütz und J. S. Bach eignet. Sowohl das einoder wenigstimmige, der Kantate nahestehende Vokalkonzert als auch das auf dem Wechselspiel zwischen Solo- (oder Ensemble) und Tuttipartien beruhende vielstimmige „Concerto“ treffen wir bei ihm an. Als Vorbilder für die süddeutschen Kirchenkomponisten der mittleren Barockperiode (zu denen außer Gletle unter andern Ph. J. Baudrexel, J. K. Kerll und R. I. Mayr gehören) kommen entsprechende Werke des einflußreichen Italieners G. Carissimi in Frage. Als Komponist von 2 originellen Sammlungen mit scherzhaften weltlichen Gesängen huldigt Gletle einer volkstümlichen Gattung, die besonders in Augsburg eifrig gepflegt wurde.

Werke  
Messen, Motetten, Psalmen u. Litaneien; 2 Slgg. mit weltl. Vokalkonzerten u. Instrumentalstücken. - Ausgg.: J. M. G., Ausgew. Kirchenmusik, mit Einl. hrsg. v. H. P. Schanzlin (Continuo-Bearb. v. M. Zulauf) u. e. biogr. Btr. v. A. Layer, = Schweizer. Musikdenkmäler II, 1959, daraus als Einzelausgg. Geistl. Gesänge I u. II, 1960.

Literatur  
ADB IX; H. J. Moser, in: Corydon I u. II, 1933; H. P. Schanzlin, J. M. G.s Motetten, 1954 (W-Verz., L u. Verz. d. älteren Neuausgg.); ders., in: Bremgarter Neujahrsbll., 1960, S. 54 ff.; E. Refardt, in: MGG V, Sp. 260; Riemann.

Autor  
Hans Peter Schanzlin
Empfohlene Zitierweise  

Schanzlin, Hans Peter, „Gletle, Johann Melchior“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 455 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11869538X.html

ADB-Artikel

<< Gletting, Benedict     Glewel, Winandus von >>

Glettle, Johann Melchior

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Glettle: Johann Melchior G., geboren zu Bremgarten in der Schweiz in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, war Capellmeister an der Cathedralkirche in Augsburg. Dort erschienen von ihm in den J. 1667—85 acht Werke, welche Messen, Motetten, Psalmen, weltliche Concerte für Singstimmen mit und ohne Instrumentalbegleitung enthalten. Von besonderem Interesse dürfte folgende Sammlung sein: "Musica Genialis Latino-Germanica, oder neue lateinische und teutsche weltliche Musical-Concert, von 1, 2, 3, 4, 5 Stimmen, theils mit 2 Violinen ad libit., sammt 2 Sonaten und 36 Trompeter-Stücklein auf 2 Trompeten-Marinen", 1674. Da das vorletzte seiner Werke, welches 1684 erschien, als "opus posthumum" bezeichnet wird, muß also G. vor dieser Zeit gestorben sein. Ein genaues Verzeichniß seiner Compositionen enthält Gerber's altes Tonkünstlerlexikon (II.).

Autor  
Fürstenau.
Empfohlene Zitierweise  

Fürstenau, Moritz, „Glettle, Johann Melchior“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 235 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11869538X.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 455
ADB 9 (1879), S. 235

PND: 11869538X
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Index

Gletle, Johann Melchior

Name: Gletle, Johann Melchior
Namensvariante: Glettle, Johann Melchior
Lebensdaten: 1626 bis 1683
Geburtsort: Bremgarten (Aargau)
Sterbeort: Augsburg
Beruf/Lebensstellung: Komponist
Konfession: katholisch
Autor NDB: Schanzlin, Hans Peter
Autor ADB: Fürstenau, Moritz
PND: 11869538X

Weitere Informationen

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Gletle, Johann Melchior

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11869538X

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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