<< Glaser, Friedrich Carl
Glaser, Johann Ludwig Valentin >>
Glaser, Karl Andreas
Chemiker,
* 27.6.1841 Kirchheimbolanden (Pfalz),
† 25.7.1935 Heidelberg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V
Frdr. Wilh. (1814–49),
Dr. med.,
prakt. Arzt,
S d. Rentamtmanns Carl
Ludw., in Alzey, später Würzburg, u. d.
Kath. Frieder. Ilgen;
M
Regina Luise (1818–56),
T d. Andreas Gießen in
K. u. d. Luise Christine Baum;
Ur-Gvv
Joh. Gg. (1754–1814),
kurpfälz. Beamter u. Fabrikant in Mannheim-Mühlau,
Johannes Ilgen (1746–95), leining. Kammerrat in Bad Dürkheim; ⚭ 1) 1874
Anna Jakobine (1843–83),
T d.
Franz Theodor Doflein (1791–1849), Zeichenlehrer, Expeditor d. Mainzer
Ztg., 2) 1885
Elisabeth (1857–1941),
T d.
Geh. Finanzrats Karl Balthasar Kern (
† 1876); 2
S , 1
T aus 1), 1
S , 1
T aus 2);
N
Franz Doflein (
† 1924), Zoologe (s.
NDB IV).
Leben ↑
An den polytechnischen Schulen Nürnberg und München bildete sich Glaser 1856-59 zum Ingenieur aus, widmete sich aber, von den Vorlesungen Liebigs begeistert, dann dem Studium der Chemie, zunächst in Erlangen, später in Tübingen, wo er bei Strecker 1864 promovierte. Er ging dann als Assistent und Mitarbeiter zu Kekulé nach Gent, mit diesem 1867 nach Bonn und habilitierte sich dort 1869. Seine Arbeiten trugen Bedeutendes zur Kenntnis der aromatischen Verbindungen bei. 1869 trat Glaser zusammen mit seinem Landsmann und Freund Heinrich Brunck in die Badische Anilin- & Soda-Fabrik in Ludwigshafen ein. Er widmete sich dort der technischen Ausarbeitung des Verfahrens zur synthetischen Herstellung des Alizarinfarbstoffs auf der Grundlage der Entdeckungen von Graebe, Liebermann und Caro. Die Einführung der Druckschmelze durch Glaser brachte dabei einen wesentlichen Fortschritt. Er hat auch die wissenschaftliche Erkenntnis dieses Gebietes gefördert, unter anderem durch die Entdeckung der beiden wichtigen Verbindungen Carbazol und Phenanthren. 1877-78 unternahm Glaser im Auftrag der Firma Reisen nach Rußland und richtete eine Zweigfabrik für die Farbenherstellung ein. 1879 wurde er zum stellvertretenden Direktor ernannt und leitete nun die gesamten Farbenfabrikationsbetriebe des Werkes, wobei sein besonderes Geschick, neue im Laboratorium gefundene Produkte in die technische Fabrikation überzuführen, vorteilhaft zur Geltung kam. 1883 wurde Glaser zusammen mit Brunck in den Vorstand der Gesellschaft berufen. Unter der Führung dieser beiden Männer nahm die BASF in der folgenden Zeit einen großen Aufschwung. 1895 schied Glaser aus der Geschäftsleitung aus. Er gehörte bis 1920 dem Aufsichtsrat an, von 1912 ab als dessen Vorsitzender.
Werke ↑
u. a.
Über d. Verbindungen d. Naphthalins mit Brom, in:
Ann. d. Chemie u. Pharmacie 135, 1865, S. 40;
Umwandlung d. Anilins zu Azobenzol,
ebd. 142, 1867;
Unterss. üb. einige Derivate d. Zimtsäure I, II u. III,
ebd. 143, 1867, S. 325, 147, 1868, S. 78, 154, 1870, S. 137.
Literatur ↑
R. Anschütz u. C. Müller, in:
Zs. f. Angewandte Chemie 40, 1927, S. 273
(P);
M. A. Kunz, in:
Berr. d.
dt. ehem. Ges. 68 A, 1935, S. 166 ff.;
Die
ehem. Industrie, 1935, S. 591;
Pogg. III, IV, VI, VII a.
Autor ↑
Curt SchusterEmpfohlene Zitierweise ↑
Schuster, Curt, „Glaser, Karl Andreas“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
431
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11754552X.html
Glaser, Karl
Name: Glaser, Karl
Namensvariante: Glaser, Karl Andreas
Lebensdaten: 1841 bis 1935
Geburtsort: Kirchheimbolanden (Pfalz)
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Schuster, CurtPND: 11754552X