<< Genzmer, Felix Stephan Hermann
Georg III. der Gottselige >>
Genzsch, Emil Julius
Schriftgießer,
* 22.3.1842 Hamburg,
† 9.7.1907 Hamburg. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V
Joh. Aug. (1800–69), gründete mit d.
Buchdrucker
Joh. Gg. Heyse (
† 1849) 1833 e. Schriftgießerei in Hamburg,
S d. Andreas in Audigast
b. Leipzig u. d. Eva
Elis. Eiszner;
M
Juliane Josephine (1812–91),
T d. Julien
Jos. Ratelle u. d. Jeanette Elise Lange;
⚭ Hamburg 1870
Anna (1846–96),
T d.
Dr. med. Gustav Mönch in
H. u. d. Cathinka Harten; 3
S , 1
T ,
u. a.
Hermann (1874–1948), Vorstand d.
Fa. (s.
Wenzel).
Leben ↑
1866 übernahm Genzsch die väterliche Firma Genzsch & Heyse, nachdem er in bekannten Schriftgießereien von Wien, Paris und in englischen Betrieben das Handwerk erlernt hatte. Sein Aufenthalt im Auslande machte ihn bekannt mit den technischen Fortschritten des Gießereiwesens, und schon 1873 bezog er aus London die erste Gießmaschine, die in einem Arbeitsgang den fertigen Druckbuchstaben gegossen und allseitig beschnitten komplett lieferte. In der Folgezeit beschäftigte sich sein Betrieb neben dem Guß von Schriften auch mit dem Ausbau von Komplett-Gießmaschinen. An Stelle von Kupfermatern fertigte Genzsch Nickelmatern an, die genau auf Linie und Weite justiert waren. – Genzsch war einer der ersten Schriftgießer, der bekannte Schriftkünstler für die Gestaltung seiner Drucklettern gewann. So entwarf Otto Hupp 1900 die damals weit bekannte Schrift „Neudeutsch“. Schon 1868 waren die ersten englischen Mediaevalschriften eingeführt worden, 1876 erschien die Neue Schwabacher, 1885 die Römische Antiqua, 1907 die Genzsch-Antiqua. Seit 1920 kamen Privatdrucke heraus. Mit seinem Sohn war Genzsch maßgebend beteiligt an der Einführung der Deutschen Normalschriftlinie (1905); dabei werden Schriften verschiedenen Schriftgrades durch systematische Unterlegung in Linie gebracht
|.Auszeichnungen ↑
Goldmedaille auf
d. Weltausstellung Paris 1900,
Gr. Preis auf
d. Weltausstellung
St. Louis 1904.
Literatur ↑
E. J.
G., 50 J. Schriftgießer, 1906;
Chronik d.
Fa. G. & Heyse, 1908;
Frdr. Bauer, Chronik d.
|Schriftgießereien, 1928, S. 88 ff.;
Lex. d. Buchwesens, 1952;
F. Milkau,
Hdb. d.
Bibl.wiss. I,
21959, S. 646.
Autor ↑
Franz GerhardingerEmpfohlene Zitierweise ↑
Gerhardinger, Franz, „Genzsch, Emil Julius“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
196 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd127980725.html
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