<< Genzmer, Felix August Helfgott
Genzsch, Emil Julius >>
Genzmer, Felix Stephan Hermann
Germanist, Jurist,
* 25.3.1878 Marienburg (Westpreußen),
† 19.8.1959 Tübingen.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V
Stephan (1849–1927),
Dr. iur. h. c., Senatspräs, am
Preuß. Oberverwaltungsger. (s.
Wi. 1922),
S d. Hermann,
Dr. med.,
prakt. Arzt in Marienwerder, u. d. Ottilie Dittmann;
M
Margarete (1854–1917),
T d.
Heinr. Born (
* 1812), Ziviling.
|u.
Maschinenfabr., u. d. Agnes Heym;
Ov Ewald (s. 1), Felix (s. 2);
B Erich (
1893-1970),
Prof. d. Rechte in Hamburg; ⚭ Stettin 1907
Helene (1881–1956),
T d.
Konteradmirals Max Foß (1850–1939) u. d. Therese Hoffmann; 1
S , 2
T
Harald (
* 1909),
Prof. a. d. Musikhochschule München, Komponist, Helga (⚭
Ulrich Hausmann,
* 1917, Archäologe), Hildrun (⚭
Johs. Doerr,
* 1912,
Prof. d.
Math.).
Leben ↑
In Marienwerder und Berlin auf dem Gymnasium schon aus eigenem Antrieb sich an altnordischen Dichtungsformen versuchend – die obligaten Liebesgedichte schrieb er in schwierigster Skaldenform –, studierte Genzmer doch aus innerer Berufung seit 1898 Jura (doctor iuris Königsberg), wurde Regierungsrat 1912, Ministerialrat im preußischen Innenministerium 1919, 1920 ordentlicher Professor für Öffentliches Recht in Rostock (und Mitglied des Staatsgerichtshofs für das Deutsche Reich), 1922 in Marburg, 1934 in Tübingen bis zur Emeritierung 1945. 1945-47 war er Mitglied des von der amerikanischen Militärregierung in Heidelberg einberufenen Gesetzgebungsausschusses. Auf juristischem Gebiet galten seine Veröffentlichungen dem öffentlichen Recht und der deutschen Rechtsgeschichte, wo insbesondere sein Aufsatz über die germanische Sippe als Rechtsgebilde (in: ZSRG
G 67, 1950) mit dem für Genzmer typischen Mut zur Revision lange gültiger Ansichten hervortritt. – Seit der Jugend galt seine Neigung einem zweiten Bereich. In der altnordischen Philologie gehen seine wissenschaftlichen Arbeiten aus von der Übersetzer-Begabung, die zuerst und sofort mit der „Edda“ der „Sammlung Thule“ (I, Heldendichtung, 1912, II, Götterdichtung und Spruchdichtung, 1920, beide mit Einleitung und Anmerkungen von A. Heusler, zahlreiche Neuauflagen) weite Anerkennung fand. Übersetzungs-Veröffentlichungen erfüllten auch wieder den Lebensabend: „Heliand" (1948), „Beowulf (1950), „Der Ackermann aus Böhmen" (1951), „Waltharius“ (1953), „Nibelungenlied“ (1955). In Büchern und Aufsätzen hat Genzmer die Weite der germanischen Altertumskunde gefördert von germanischer Seefahrt und Schiffbau bis zur Literaturgeschichte und Poetik. Auch hier ist bezeichnend sein Mut zur Revision bewährter Vorstellungen wie zum Beispiel der vom Zusammenwirken von Heldensage und Heldenlied (Vorzeitsage und Heldenlied, in: Festschrift P. Kluckhohn und H. Schneider, 1948). – In seiner Edda-Übersetzung, die seinen Ruhm in der breiten Öffentlichkeit begründete, erreichte Genzmer eine neue Stufe in der Kunst der Übertragung aus dem Altnordischen. Zusammen mit Andreas Heusler schuf er eine Anschauung germanischer Altertumskunde und „germanischer Erneuerung“, die durch die wechselvollen Aspekte von der Zeit vor dem 1. Weltkrieg bis nach dem zweiten eine so eigenwillige wie „klassische“ Gültigkeit bewahren konnte
|Auszeichnungen ↑
Dr. phil. h. c. (Tübingen 1927),
Mitgl. d. Schwed. Ak. d. Wiss..
Werke ↑
Verz. v. H. Dörr, in: Edda, Skalden, Saga,
Festschr. z. 70.
Geb.tag v. F.
G., 1952, Forts. bis 1959,
Ms. im Germanist.
Inst. d.
Univ. München
(nur Arbb. z. Germanistik u. z. german. Recht);
Kürschner, Gel.-Kal.Literatur ↑
F.
G., Wie ich dazu kam, d. Edda zu übersetzen, in: Klüter
Bll., 1951;
W. Mallmann, in: Archiv d. öffentl. Rechts 84, 1959, S. 491 f.;
H. Schultze-
v. Lassaulx, in:
ZSRGG. 77, 1960, S. 518-24.
Portraits ↑
Phot. (München, Seminar f.
Dt. Philol.).
Autor ↑
Hugo KuhnEmpfohlene Zitierweise ↑
Kuhn, Hugo, „Genzmer, Felix Stephan Hermann“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
195 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118716875.html
Genzmer, Felix
Name: Genzmer, Felix
Namensvariante: Genzmer, Felix Stephan Hermann
Lebensdaten: 1878 bis 1959
Geburtsort: Marienburg (Westpreußen)
Sterbeort: Tübingen
Beruf/Lebensstellung: Germanist; Jurist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Kuhn, HugoPND: 118716875