<< Bamberg, Johann Karl Wilhelm Anton
Bamberger, Heinrich von >>
Bamberger, Eugen
Chemiker,
* 19.7.1857 Berlin,
† 10.12.1932 Ponte-Tresa (Tessin). (israelitsch)
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Leben ↑
Bamberger studierte Medizin, dann Chemie in Berlin und Heidelberg (bei R. Bunsen, W. A. Hofmann und K. Liebermann), erhielt 1884 eine Assistentenstelle unter A. von Baeyer an der Universität München, an der er 1885 Privatdozent und 1892 ordentlicher Professor für organische Chemie wurde. 1893 nahm er einen Ruf an die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich an, mußte aber wegen eines Nervenleidens 1905 von diesem Posten zurücktreten und konnte nur noch privat experimentieren. - Bambergers Untersuchungen galten nur der reinen Chemie, nicht den Anwendungen. Er beschäftigte sich zunächst mit der Aufklärung der Konstitution von Naturstoffen, wie Guanidin, Reten, Fichtelit
u. a. Besonderes Interesse wandte er dem Reaktionsmechanismus komplizierter Umsetzungen und deren Zerlegung in einzelne Phasen zu. Aus der Fülle seiner Arbeiten sind noch die über Kernhydrierung aromatischer Verbindungen und die photochemischen Untersuchungen über Benzaldehydderivate hervorzuheben. Bamberger arbeitete, wie A. von Baeyer, mit den einfachsten apparativen Mitteln. Ein außerordentliches experimentelles Geschick leitete seine Untersuchungen; besondere Meisterschaft erreichte er in der Isolierung kleinster Mengen von Nebenprodukten.
Werke ↑
ca. 430
wiss. Abhh.,
vollst. Verz. in: Helvetica Chimica Acta
(s. L).
Literatur ↑
Ztschr. f. angewandte Chemie 45, 1932, S. 514, 684; Helvetica Chimica Acta,
Bd. 16, Basel 1933, S. 644-76
(W. P); Technik - Industrie, Zürich 1932, S. 232; Eigenhänd.
Ll., in: Chemikeralbum
v. G. Krause im
Dt. Mus. München
(P);
Pogg. III-VI
(W).
Portraits ↑
Phot. (
Slg. Prandtl, München);
Phot. im Besitz d.
Hauptbibl. d. Eidgenöss.
TH Zürich.
Autor ↑
Rudolf SpaglEmpfohlene Zitierweise ↑
Spagl, Rudolf, „Bamberger, Eugen“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
572
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116047410.html
Bamberger, Eugen
Name: Bamberger, Eugen
Lebensdaten: 1857 oder 1858 bis 1932
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Ponte-Tresa (Tessin)
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Spagl, RudolfPND: 116047410