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Bachmayr, Johann Nepomuk
Dramatiker,
* 28.2.1819 Neusiedl/Zaya, seit 23.8.1864 verschollen.
Genealogie
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| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Matthias Bachmayr (1786–1846), Bauer aus Maustrenk bei Mistelbach (Niederösterreich);
M Magdalena Schweinberger (
† 1852 mit 72 Jahren) aus Neusiedl/Zaya.
Leben ↑
Bachmayr promovierte 1849 in Wien zum
Dr. jur. 1850 reiste er nach Deutschland und wurde mit G. Keller und H. Hettner bekannt. Von 1851 bis zu seinem rätselhaften Abgang aus Wien war er Konzipient in der Kanzlei des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Kaizl. Am 23.8.1864 verließ er seinen Wohnort und blieb seitdem unauffindbar, vermutlich suchte er den Freitod in der Donau.
Bachmayr begann als Lyriker und bot in Wiener Zeitschriften und Alben nicht unbeachtliche Proben. Von seinen vier Dramen sind zwei ungedruckt und verlorengegangen, die beiden andern, das Trauerspiel „König Alfonso" und das Volksdrama „Der Trank der Vergessenheit“ wurden in Buchform veröffentlicht, kamen jedoch nie zur Aufführung. Im Historienstück ein rechter Epigone, aber nicht unbegabt, erweist er sich in dem von G. Keller und H. Hettner zu Bachmayrs Schaden über das Maß gelobten Salon-Bauernstück „Der Trank der Vergessenheit“ als unfähig, die aus eigener Anschauung gutgesehenen sozialpolitischen und weltanschaulichen Probleme in eine dramatische Wirkungsform zu bringen. Ungeschult und ohne jede Selbstkritik, scheiterte Bachmayr an dem unseligen Widerstreit von Größenwahn und Minderwertigkeitsgefühl, woran die anerkennende wie die ablehnende Stellungnahme seiner Zeitgenossen nicht schuldlos waren (G. Keller, H. Hettner, H. Laube, F. Hebbel). F. von Saar behandelte Bachmayrs Schicksal in seiner Novelle Tambi (
vgl. hierzu Briefwechsel Marie zu Hohenlohe und F. von Saar, herausgegeben von A. Bettelheim, 1910, S. 11 ff.).
Werke ↑
Gedichte in: Sonntagsbll., Wien 1846, u.
Österr. Frühlingsalbum, ebenda 1854; Liebe zwingt zur Liebe, Lustspiel; König O'Connor, Trauerspiel
(beide verloren); Der Trank d. Vergessenheit, Volksdrama, 1851, Wien 1897;
Kg. Alfonso, Trauerspiel, ebenda 1860; Briefe an G. Keller,
hrsg. v. A. Schaer, in:
Jb. d.
Grillparzerges. 18, 1908, S. 269-88; Briefe an H. Hettner,
hg. v. E. Glaser-Gerhard, ebenda, 28, 1926, S. 106-69.
Literatur ↑
Hebbels sämtl. Werke,
hist.-krit.
Ausg. v. R. M. Werner, 1911–20, X, S. 300 f., XV, S. 158 ff.;
H. Hettner, in:
Bll. f.
lit. Unterhaltung, 1851, S. 712-20;
J. Minor, in:
Jb. d. Grillparzer
Ges. 10, 1900, S. 129-90;
W. Kosch, in: Bühne u. Welt, 1914,
Nr. 21;
E. Ermatinger, G. Kellers Leben,
6/71924, I, 222, II, 257, 259, 265, 289 ff.;
C. Koblitz, J. N.
B., Leben u. Werke,
Diss. Wien, 1928
(ungedr.);
E. Alker,
Gesch. d.
dt. Lit. v. Goethes Tod bis
z. Gegenwart, II, 1950, S. 207 f.;
Wurzbach I, XIV;
Brümmer I,
61913, S. 101;
Nagl-Zeid
|ler-Castle III, S. 134-39
(P);
H. Giebisch-L. Pichler-K. Vancsa, Kleines
Österr. Lit.-
Lex., Wien 1948;
Kosch, Lit.-Lex. I.
Autor ↑
Kurt VancsaEmpfohlene Zitierweise ↑
Vancsa, Kurt, „Bachmayr, Johann Nepomuk“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
501-502
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116028246.html
Bachmayr, Johann Nepomuk
Name: Bachmayr, Johann Nepomuk
Lebensdaten: geboren 1819, erwähnt verschollen 1864
Geburtsort: Neusiedl/Zaya
Beruf/Lebensstellung: österreichischer Dramatiker
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Vancsa, KurtPND: 116028246